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Der Gebrauch des unbestimmten Artikels bei Gattungsnamen

Der unbestimmte Artikel „ein“ bedeutet „einer von vielen möglichen“- Er hebt ein beliebeiges, unbestimmtes, nicht näher definiertes Wesen oder Ding aus mehreren Dingen derselben Gattung heraus.

Der uA steht:

1. Beim ersten Erwähnen eines Dinges oder Wesens: Einmal lebte eine Frau. Ich lese ein Buch. Dort steht eine Frau. Ich kenne sie nicht.

2. Der uA steht vor Substantiven im Sing, die einen einzelnen von mehreren möglichen Gegenständen bezeichnet. Dieser Gegenstand kann oder soll in der betreffenden Kommunikationssituation nicht eindeutig identifiziert werden:

a) wenn der Sprecher nicht weiss, ob ein entsprechender Gegenstand überhaupt vorhanden ist. Den Artikel kann man durch „irgendein“ ersetzen: Gibt es in der Stadt ein Theater? Ist unter uns ein Arzt? Ich habe lang nach einem deutsch-chinesischen Wörterbuch gesucht, aber ich habe keins gefunden. Wo ist hier ein Telefon?

b) wenn der Sprecher einen beliebigen Gegenstand meint. Er könnte den Satz fortsetzen mit: Gleichgültig, welches/ was für eins (irgendein).

c) Wenn der Sprecher einen Gegenstand (noch) nicht identifizieren kann: Ein Mann hat nach dir gefragt. Ich weiss aber nicht, wer er war und was er wolle. Ich möchte mir einen Fotoapparat kaufen. Ich weiss aber noch nicht, was für einen. Ich will ein Händy kaufen.

d) Wenn der Sprecher zwar einen bestimmten Gegenstand für sich identifizieren kann, wenn er es aber für den Hörer für unangebracht oder unnötig hält (in diesem Fall ist es unmöglich durch „irgendein“ zu ersetzen und durch „dieser“ / „jener“ / „jeder“ / „mein“ – ausgeschlossen: Ich habe auch ein Handy. Wir haben in Dresden einen Bekannten. Bei dem kannst du bestimmt übernachten. Gestern habe ich mir ein herrliches Buch gekauft.

Wenn das Substantiv, das in einer bestimmten Situation ein Unikum bezeichnet, in der gegebenen Situation als Gattungsname gebraucht wird: Kannst du eine Sonne malen. In Leipzig gibt es auch eine Talstrasse. In Nowgorod gibt es auch einen Kreml. Bei uns arbeitet auch eine Uta Schneider. Aber:Mit dieser Kamera kann man sogar die Sonne fotografieren.

4. Wenn das Attribut, das durch Ordinalnumerale, Infinitivgruppe oder einen Attributsatz ausgedrückt ist, nicht eindeutig den Gegenstand identifiziert: Peter hat beim Sportfest einen zweiten Platz belegt. Er hatte plötzlich eine Idee, die ihm niemand zugetraut hätte. Aber:Peter hat beim 100-Meter-Lauf den 2. Platz belegt. Er hatte plötzlich die Idee, ins Kino zu gehen.

5.In den Konstruktionen mit „so ein“ / „ein solcher“/ „solch ein: Er hat auch so ein / ein solches /solch ein Buch 39

6. In den Ausrufen ohne Prädikat, in der Regel enthalten sie „so ein“ / „was für ein“: So ein Pech! Was für ein Pech! So eine Enttäuscheung! So ein Dummkopf!

7. In den ähnlichen Ausrufen, wenn es im Satz ein Prädikat gibt: Das war eine Enttäuschung! Dort herrschte ein Betrieb! Habe ich einen Durst!



8. Wenn das Substantiv ein Attribut bei sich hat, das den Gegenstand charakterisiert: Er ist ein guter Sportler (Lehrer). Es ist eine schöne Blume. Klaus ist ein wahrer / richtiger Freund.

9. Vor dem Wort, das als Charakteristik oder Einschätzung gebraucht wird: Er ist für mich ein Vorbild. Er ist ein Lügner, ein Dummkopf, ein Idiot. Sie nannte ihn einen Schurken. Sein Benehmen war eine Schande.

10. Bei den Vergleichen mit „wie“ und „für“: Sie spricht wie eine Deutsche. Im Zimmer war es dunkel wie in einem Keller. Für einen Ausländer spricht er sehr gut Deutsch. Sie benimmt sich wie eine Xanthippe.

11. Nach „haben“, „brauchen“, „es gibt“ vor dem Substantiv, von dem keine Information vorhanden ist: Er hat einen Sohn (Neffen, Freund). Wir brauchen einen Stuhl. Es gibt einen Tisch.

12. Nach bekommen, sich wünschen, suchen in, wenn es unmöglich ist, das Substantiv zu identifizieren: Er bekam einen ausgezeichneten Lehrer. Es wünscht sich immer eine Zigarette. Er sucht in ihr eine Hilfe.

13. Vor dem Adjektiv im Komparativ: Zeigen Sie mir einen kürzeren Weg.

14. Wenn das Adjektiv keine konkrete identifizierende lexikalische Bedeutung hat. Der uA wird häufig vor folgenden Adjektiven gebraucht: ähnlich, beliebig, bestimmt, genügend, ander, weiter: Er hat einen ähnlichen Gedanken wie du.

15. Wenn das Substantiv ein Attribut bei sich hat, dank dem es als Vertreter bestimmter Gattung (Kategorie) betrachtet wird; wenn das Attribut fehlt, gebraucht man den bA oder den NA: Er führt ein angenehmes Leben. Das Leben ist angenehm. Wir haben eine gute Schulleitung. Ein Besucher fragte nach dem Zimmer der Schulleitung. Er trägt eine größere Verantwortung als bisher. Er ist gewohnt, Veranwortung zu tragen.

16. Vor einem Substantiv im Sing. in den Äußerungen, in denen bestimmte (klischeehafte und oft unrichtige) Verhaltensnormen vermittelt werden: Ein Mädchen kaut nicht an den Fingernägeln! Ein Mann weint nicht. Ein Vater muss auch streng sein können. Ein Fahrzeug ist nichts für Kinder.

17. Vor einem Substantiv in den Äußerungen, in denen bestimmte (klischeehafte und oft unrichtige) Verallgemeinerungen über Gruppen von Menschen, Tieren oder Gegenständen vermittelt werden: Eine Frau fährt schlechter Auto als ein Mann. Einem Zigeuner liegt die Musik im Blut. Ein Auto ist ein Statussymbol. Ein Tier ist eben dumm.

18. Vor einem Substantiv im Sing., das auf die Zugehörigkeit zu einer Klasse (Kategorie) hinweist:

  • bei der Antwort auf die Frage „Was ist das?“: Das ist ein Stuhl.
  • in der Konstruktion Nom. + Nom.: Im diesem Fall bedeutet das Substantiv mit dem uA einen breiteren Begriff (typisierende Generalisierung): Die Tanne ist ein Nadelbaum. Das Auto ist ein Verkehrsmittel. Das Wort Tisch ist ein Substantiv.

19. In der Frage “Was ist ein (eine) ….?: Was ist ein Computer? Was ist eine Parabolantenne? In der Antwort aud solche Frage wird auch der uA bevorzugt: Ein Computer ist eine elektronische Anlage…. Eine Parabolantenne ist eine Antenne in Form eines Parabolspiegels….

20. Wenn die Benennung des Berufs in der übertragenen Bedeutung gabraucht wird: Er ist ein richtiger Schauspieler. Du bist ja ein Künstler. Aber: Er ist Künstler (von Beruf).40

21. Wenn es nach dem Substantiv ein Attributsatz steht, dann verleiht der uA dem Wort die Bedeutung der Unbestimmtheit (man kann ihn durch „so ein, ein solcher, ein derartiger“ ersetzen): Heute ist ein Tag, auf den ich mich schon lange gefreut habe. Das war ein Abend, wie sie sich ihn schon lange gewünscht hatte. Er ist ein Mensch, der besonnen handelt. Ich möchte einen Wein, der nicht so süß ist. Der bA konkretisiert das Substantiv: Heute ist der Tag, auf den ich mich schon lange gefreut habe. Das war der Abend, an dem sie ihn kennen gelernt habe.

22. Der uA wird in einer Reihe von FVG gebraucht. Dabei kann das Substantiv stehen:

  • im Akkusativ oder Dativ ohne Attribut: ein Ende machen / setzen, ein Ende nehmen, einer Prüfung unterziehen, j-m einen Vorwurf machen, einen Vorteil haben, einen Besuch abstatten
  • im Akkusativ mit dem Attribut stehen, dabei kann das Attribut als Präpositionalobjekt auftreten (einen Beitrag zu etw. leisten, ein Ende mit etw. machen, eine Vorliebe für etw. haben), Adjektiv, das nicht eindeutig das Substantiv identifiziert (einen tragischen Ausgang nehmen, einen unerwarteten Verlauf nehmen), Attributsatz, der das Substantiv nicht eindeutig identifiziert (einen Ausgang nehmen, den niemand erwartet hat).

23. In einigen Phraseologismen:

  • bei der exemplarischen Generalisierung (j-m einen Bären aufbinden, einen Besen fressen, einen Bock schießen, j-m ein Dorn im Auge sein, aus der Mücke einen Elefanten machen
  • oft bei den Vergleichen mit „wie“ (wie eine bleierne Ente schwimmen, sich wohl fühlen wie ein Fisch im Wasser, rot sein/ werden wie ein Krebs, Hunger haben wie ein Wolf, wie eine Seifenblase zerplatzen)
  • wenn das Substantiv im Phraseologismus einen (belibiegen) einzelnen Gegenstand bezeichnet (einen Keil zwischen j-n treiben, eine gute Nase für etw. haben, eine Stecknadel im Heuhaufen suchen, sich an einen Strohhalm klammen) 41

Der Artikel ist in den Phraseologismen fest lexikalisiert. Deshalb soll man sich den Artikel zusammen mit dem Phraseologismus merken.

23. In einigen Sprichwörtern: Einen alten Baum verplanzt man nicht. Ein froher Gast ist niemand Last. Aus einer Gans wird kein Adler. Es hat noch kein Spiegel einer Frau gesagt, dass sie häßlich ist. Wer den Teufel zum Freund haben will, der zündet ihm ein Licht an.

 


Date: 2016-03-03; view: 924


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