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Naturalistisches Drama

In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde das Drama zum wichtigsten Mittel literarischer Schöpfungen. Die schon in naturalistischer Prosa eingesetzten Techniken, wie Dialekt, Jargon, Milieuschilderung und Sekundenstil, kamen auch im Drama zum Ausdruck.


Gerhart Hauptmann (1862-1946)

Das Drama im Naturalismus wurde von vielen Seiten zur damaligen Zeit kritisiert. Hauptmanns Vor Sonnenaufgang, z.B., sah man als Vermischung von Epik und Dramatik an. Die Handlung im naturalistischen Drama wurde reduziert, im Zentrum stand die Darstellung der Charaktere.
Im Drama des Naturalismus ist die Einheit von Ort, Handlung und Zeit der einzelnen Akte eingehalten. Sie soll die Authentizität des Dargestellten verwirklichen. Die meisten Bühnenstücke haben einen offenen Anfang und offenen Ausgang.
Der Zurückgang des Dramatischen, die Reduzierung der Handlung, die Konzentration auf bestimmte Objekte war er Ausgangspunkt für die Entwicklung des epischen Theaters für Brecht. Das Epische war notwendig, um das Soziale darzustellen.

Eine große Popularität genossen auch die Dramen von Ibsen in Deutschland.


Henrik Ibsen (1828-1906)

Literarische Formen

experimentelle Prosa: Dialekt und Alltagssprache, Zeitdeckung, Sekundenstil, genaue Darstellung kleinster Bewegungen und des Mienenspiels

im Drama: ausführliche Regieanweisungen

"Revolution" der Lyrik: geprägt von Arno Holz, äußerlich Zentrierung der Verse auf eine gedachte Mittelachse, z.B. Phantasus (Holz)

Arno Holz

Phantasus
Rote Dächer!
Aus den Schornsteinen, hier und da, Rauch,
oben, hoch, in sonniger Luft, ab und zu Tauben.
Es ist Nachmittag.
Aus Mohdrickers Gartern her gackert eine Henne,
die ganze Stadt riecht nach Kaffee.

Ich bin ein kleiner, achtjähriger Junge
und liege, das Kinn in beide Fäuste,
platt auf den Bauch
und kucke durch die Bodenluke.
Unter mir, steil, der Hof,
hinter mir, weggeworfen, ein Buch.
Franz Hoffmann. Die Sclavenjäger.

Wie still das ist!

Nur drüben in Knorrs Regenrinne
zwei Spatzen, die sich um einen Strohhalm zanken,
ein Mann, der sägt,
und dazwischen, deutlich von der Kirche her,
in kurzen Pausen, regelmäßig, hämmernd,
der Kupferschmied Thiel.

Wenn ich unten runtersehe,
sehe ich grade auf Mutters Blumenbrett:
ein Topf Goldlack, zwei Töpfe Levkoyen, eine Geranie
und mittendrin, zierlich in einem Zigarrenkistchen,
ein Hümpelchen Reseda.

Wie das riecht? Bis zu mir rauf!

Und die Farben!
Jetzt! Wie der Wind drüber weht!
Die wunder, wunderschönen Farben!

Ich schließe die Augen. Ich sehe sie noch immer.

Vertreter

Wilhelm Bölsche (1861-1939)

Michael Georg Conrad (1846-1927)

Hermann Conradi (1862-1890)

Heinrich Hart (1855-1906)

Julius Hart (1859-1930)

Gerhart Hauptmann (1862-1946)

Arno Holz (1863-1929)

Johannes Schlaf (1862-1941)



Bruno Wille (1860-1928)

Ernst von Wolzogen (1855-1934)

Werke

Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Poesie (1887) - Bölsche

Bahnwärter Thiel (1888) - Hauptmann

Vor Sonnenaufgang (1889) - Hauptmann

Papa Hamlet (1889) - Holz/Schlaf

Familie Selicke (1889) - Holz/Schlaf

Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze (1891) - Holz

Die Weber (1892) - Hauptmann

Meister Oelze (1892) - Schlaf

Der Biberpelz (1893) - Hauptmann

Fuhrmann Henschel (1898) - Hauptmann

Revolution der Lyrik (1899) - Holz

Moderne

1890 - 1920

Inhalt

1. Literatur der Moderne

2. Sprache - Sprachlosigkeit - Sprachkrise

3. Literarische Formen

4. Vertreter

5. Werke


Date: 2015-12-24; view: 1026


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