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Subordination als syntaktische Beziehung.

Subordination ist Art der Verknüpfung zweier Sätze, wobei der eine syntaktisch in den anderen integriert ist. Im unterschied zum Koordination wird ein zusammengesetzter Satz mit subordinativer Verknüpfung „Satzgefüge“ genannt. Der Satz, der in den anderen integriert wird, der dem anderen untergeordnet ist, wird traditionell „Nebensatz“ genannt, der andere „Hauptsatz“. Für deren Bezeichnung wird auch das Begriffspaar „Matrixsatz“ und „Konstituentensatz“ verwendet.

Oft wird behauptet, der Hauptsatz sei im Unterschied zum Nebensatz selbständig, der Nebensatz sei weglassbar, drücke nebensächliches aus. Dagegen sprechen insbesondere die Satzgefüge, wo der Nebensatz eine Ergänzung zum Matrixsatz darstellt: Peter behauptet, krank zu sein.

Es gibt aber auch die Fälle, wo Subordination nur deswegen angenommen werden muss, weil sonst der Matrixsatz nicht vollständig wäre: Peter sagt, seine Mutter ist krank.

 

52. Syntaktische Einheiten: Satz,Wort, Wortgruppe.

Es gibt über 200 Satzdefinitionen. Wer von der Logik ausgeht, betrachtet den Satz als einen komplexen logischen Ausdruck, eine Proposition, dessen Wahrheitswert untersucht werden kann. In einer orthographiebezogenen Definition wird er Satz als eine durch Interpunktion und Anfangsgroßschreibung markierte Einheit gesehen.

Der Satz als sprachlich-formale Einheit bezieht sich auf einen Sachver­halt als strukturell-situative Einheit. Der SATZ ist eine nach Inhalt und Form in sich geschlossene Äußerung, ein Teil der Rede. Ein Satz ist eine abgeschlossene Einheit, die nach den Regeln der Syntax gebildet worden ist.

Ein Wort ist eine selbstständige sprachliche Einheit. In der Sprache hat es, im Gegensatz zu einem Laut oder einer Silbe, eine eigenständige Bedeutung. Eine allgemein akzeptierte Definition existiert nicht.

Die Wortgruppe ist eine nichtsatzartig geprägte Verbindung zweier oder mehrerer aufeinander syntaktisch und semantisch bezogener Autosemantika. Das wesentlichste Element der grammatischen Form einer Wortgruppe ist der Charakter der syntaktischen Verbindung zwischen den Gliedern der Wortgruppe.

 

 

53. Syntaktisch-semantische Klassifikation der Gliedsätze.

Nach der Funktion des übergeordneten Satzes unterscheidet man zwischen Subjektsätzen, Objektsätzen, Adverbialsätzen, Attributsätzen und Prädikativsätzen.

Subjekt- und Objektsätze nehmen immer eine komplette Argumentstelle eines verbalen Prädikates ein und werden in vielen Fällen durch einen Komplementierer wie dass, ob oder ein Fragepronomen eingeleitet.

Subjektsätze: Es ist nicht gut, [dass der Mensch allein sei].

Objektsätze: Peter glaubt, [dass er den Hund gesehen habe].

Adverbialsätze werden durch verschiedene Konjunktionen eingeleitet.

§ Temporalsätze (Zeit): [Als das hohe Pfingstfest gekommen war], waren sie alle an einem Ort.



§ Konditionalsätze (Bedingung): [Wenn/Falls ich gewinne], bezahlst du.

§ Konzessivsätze (Einschränkung/Gegengrund): [Obwohl es regnet], spielen sie draußen.

§ Kausalsätze (Grund): [Weil du gesehen hast], glaubst du.

§ Modalsätze (Art und Weise): [Indem sie schwiegen], zeigten sie die Ignoranz.

§ Komparativsätze (Vergleich zweier Dinge/Sachen): Es ist besser, [als ich es mir erträumt habe].

§ Adversativsätze (Gegenüberstellung): [Während der Konzessivsatz einen logischen Widerspruch angibt]…

§ Finalsätze (Absicht, Zweck): [Damit du mich verstehst], erkläre ich es noch einmal.

§ Konsekutivsätze (Folge): Er verpasste den Bus, [sodass er sich verspätete].

§ Lokalsätze (Ort): Ich wohne da, [wo die großen Häuser sind].

Attributsätze (meist Relativsätze) werden durch Relativpronomina, gelegentlich durch Fragewörter bzw. Relativadverbien eingeleitet (man fragt danach welcher, welche, welches). Der Ort, [in dem ich geboren bin], liegt am Meeresufer, wo der Po ausmündet.

 

 

54. Syntax: ihr Gegenstand und Aufgaben.

Die Syntax ist die Lehre vom Bau des Satzes. In der Syntax geht es nicht nur um die Analyse von Sätzen, Untersuchungsgegenstand der Syntax sind alle sprachlichen Strukturen, deren gemeinsames Merkmal es ist, dass es sich um Verbindungen oberhalb der Wortebene handelt.

Der Satz stellt die obere Einheit dieser Verbindungen dar, das Wort – die untere. Die Analysen, die über die Satzebene hinausgehen, sind nicht mehr Gegenstand der Syntax, sondern anderer Disziplinen (Stilistik und Linguistik). Das Ziel der Syntaxtheorien ist Gesetzmäßigkeiten herauszuarbeiten, nach denen Wörter zu Wortgefügen und zu einfachen/ komplexen Sätzen zusammengefügt werden: das, klein, Kind → das kleine Kind

 

 

55. Tempus und Temporalität als morphologische und syntaktische Kategorien.

Es gibt unterschiedliche sprachliche Mittel, um sich auf zeitliche Relationen und Entitäten in der Welt zu beziehen. Zwei grundlegende Möglichkeiten des Zeitbezugs sind: spezielle Ausdrücke, grammatische Mittel

Zu den speziellen Zeitausdrücken gehören insbesondere verschiedene Arten von temporalen Adverbialen. Mit Positionsadverbialen werden Eventualitäten zeitlich lokalisiert. Mit Zeitdaueradverbialen wird die Zeit angegeben, über die sich Eventualitäten erstrecken. Mit Frequenzadverbialen wird über Zeiten von Eventualitäten quantifiziert. Mit temporalen Konjunktionen wird die Vorzeitigkeit (nachdem, sobald), Gleichzeitigkeit (während, als, solange) oder Nachzeitigkeit (bevor, bis) von Eventualitäten ausgedrückt.

Ein wichtiges grammatisches Mittel zur Herstellung des Zeitbezugs ist in sehr vielen Sprachen das Tempus. Unter Tempus wird gewöhnlich die Lokalisierung der mit dem Satz beschriebenen Eventualität (oder Situation) vor, zu oder nach der Äußerungszeit verstanden. Die 3 Grundtempora zum Bezug auf Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges werden im Deutschen entsprechend Präteritum, Präsens und Futur genannt. Im Deutschen werden noch mindestens 3 weitere Tempora − das Perfekt, das Plusquamperfekt und das Futur II − unterschieden.

 

 


Date: 2015-12-18; view: 3441


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