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I. logisch-grammatische Satztypen.

Diese Art der Modellierung der Sätze entstand Ende des XIX. Jahrhunderts auf Grundlage von verschiedenen Sprachen, aber da sie logisch-grammatischen Charakters ist, fällt sie in mehreren Sprachen zusammen. Bei der logischen Einteilung der Sätze wird vor allen Dingen darauf geachtet, welche Satzglieder für die kommunikative Abgeschlossenheit des Satzes unentbehrlich sind und welche fakultativ sein könnten. Für diese Einteilung der Sätze ist auch ihre Struktur von großem Belang. Wladimir Grigorjewitsch Admoni sondert 12 Typen der Sätze aus.

Der 1. Typ: Die Vögel singen (haben gesungen, werden singen usw.)

Es ist der wichtigste Typ und drückt die Beziehung eines Gegenstandes zu einem Vorgang aus. Formell sind es „ein Name + Verb“ in allen Zeitformen, Modi und Genera. Für diesen Satztyp ist es wichtig, dass das Prädikat durch ein semantisch vollwertiges Verb ausgedrückt wird, was dem Satz eine Abgeschlossenheit verleiht.

Der 2. Typ: Arbeiter fällen Bäume.

Er hilft dem Vater.

Er enthält sich der Antwort.

Ich denke an dich.

Es sind Sätze mit einem objektiven Verb und einem Objekt. Die Semantik dieser Verben ist unzulänglich, deshalb verlangen sie verschiedene Objekte, um die Geschlossenheit der Sätze zu sichern. Die Verben, die in solchen Sätzen vorkommen, sind die des Gebens und Sagens. Das Dativobjekt bezeichnet eine Person und die übrigen Objekte seinen Körper oder Kleidungsstück. Dadurch besteht eine besonders enge Beziehung.

Der 3. Typ: Die Rose ist eine Blume.

Das Modell ist: Sub (Nom) + Kopula + Prädikativ. Dieser Typ drückt die Einbeziehung des Einzelnen in das Allgemeine aus. Er dient der Erkenntnistätigkeit des Menschen und ist der Ausgangspunkt des logischen Urteils. Wenn die ersten zwei Satztypen Handlungen, Prozesse, Erscheinungen schildern, so widerspiegelt dieser Typ die dialektische Einheit des Besonderen und Allgemeinen. Das Subjekt hat den bestimmten Artikel, das Prädikat – den unbestimmten, weil im ersten Fall die ganze Klasse und im zweiten – nur ein Vertreter ist. Dieser Typ ist der häufigste in der Sprache und macht 42% von Gesamtsätzen aus. Es gibt Fälle, wo das Prädikativ ohne Artikel vorkommt. Prädikative bezeichnen Berufe, d.h. nur ein Merkmal der Person, das veränderlich sein kann, z.B.: Er ist Arbeiter (Ingenieur, Direktor usw.). Solche Sätze kann man durch Verben ersetzen, z.B.: Er arbeitet. Das Prädikativ kann manchmal mit dem Subjekt identifiziert werden. In diesem Fall sind das Subjekt und das Prädikativ auf eine Erscheinung gerichtet, z.B.: Er ist mein Vater. Halbkopulative Verben heißen, bleiben, erscheinen, gelten, vorkommen kommen auch in dieser Satzart vor, z.B.: Er heißt Johann.

Er kommt mir wie ein Held vor.

Er erscheint mir als ein Held.

Der 4. Typ: Die Rose ist schön.

Dieser Satztyp drückt die Beschaffenheit des Subjekts, seine Eigenschaften oder qualitative Merkmale aus. Anstatt des Verbes sein können andere kopulative Verben vorkommen, die die Semantik des Bleibenden und Veränderlichen differenzieren, z.B.: Er bleibt dumm (gilt als dumm, scheint dumm zu sein usw.).



Diese 4 genannten Typen sind die wichtigsten für die deutsche Sprache und bilden die Grundlage für die übrigen Satztypen, die als ihre Varianten betrachtet werden können.

Der 5. Typ: Er ist dieser Ansicht (Meinung, Auffassung).

Er ist guter Laune.

Die Frage ist von großer Bedeutung (Tragweite, von großem Belang).

Dieser Satztyp bezeichnet den inneren Zustand des Subjekts, seine Qualitäten und Zugehörigkeit, z.B.: Das Wort ist starker Deklination (slawischer Ursprungs). Manche Konstruktionen werden als Relikte bezeichnet, z.B.: Bist du des Teufels?

Der 6. Typ: Er ist im Garten.

Der Tag ist da.

In solchen Sätzen wird das Prädikativ durch verschiedene Adverbialbestimmungen ausgedrückt. Und das Verb sein hat nicht die kopulative Bedeutung, sondern ist das Synonym zum Verb sich befinden.

Der 7. Typ: Der Junge muss baden (braucht zu baden, beabsichtigt zu baden,

hat zu baden).

Ich ließ ihn baden.

Das Buch ist zu lesen.

Dieser Satztyp besteht aus zwei Untergruppen: a) Modalverb + Infinitiv; b) modal gebrauchtes Verb + zu + Infinitiv. Die Sätze bezeichnen Träger des Zustandes + inneren Zustand, der auf einen Vorgang gerichtet ist. Also das Verhältnis zwischen dem Subjekt und der Handlung wird durch den Infinitiv ausgedrückt. Also die Modalität ist hier logisch-grammatischen und nicht formellen Charakters (hier fehlt der Konjunktiv).

Als Abart dieses Typs betrachtet Wladimir Grigorjewitsch Admoni auch die kausativen Konstruktionen, auch die Konstruktion „sich lassen + Infinitiv“; wie auch reflexive Verben, z.B. kausative Verben liegen – legen, sitzen, stellen, hängen, trinken – tränken; Er setzte die Maschine in Bewegung (ließ die Maschine bewegen).

Die Maschine bewegte sich.

Der 8. Typ: Ich habe Angst.

Es gibt gute Leute.

Dieser Satztyp bezeichnet einen Zustand. Die Sätze mit haben bezeichnen den inneren oder äußeren Zustand des Subjekts. Das formale Merkmal dieser Sätze ist das Fehlen des Artikels. Und die Konstruktionen sind einander synonymisch, z.B.: Hier hat es aber viele Bäume. Es gibt und ich habe sind synonymisch.

Der 9. Typ: Es war einmal ein Mädchen.

Es ist ein Satztyp, der die Existenz des Subjekts bezeichnet. Die erste Stelle nimmt das stellvertretende es ein, damit das Verb nicht an der ersten Stelle stehen müsse. Das Ziel solcher Sätze ist die Handlung oder den Vorgang zu unterstreichen und das Subjekt wird in groben Zügen umrissen dank der Voransetzung von es. Die Wortfolge wird in dieser Art von Sätzen nicht geändert, weil bei der Veränderung ein anderes nominales Prädikat entstehen würde.

 

Der 10. Typ: Es scheint.

Es hungert mich.

Mich hungert.

Es wird nicht geraucht.

Hier wird nicht geraucht.

Das sind unpersönliche Sätze, wo ein Scheinsubjekt es ist. Manchmal beginnen sie mit einem Objekt, oder mit einer Adverbialbestimmung, die dem Prädikat gegenübergestellt werden, obwohl sie nicht im Nominativ stehen und kein formelles Subjekt bezeichnen.

Der 11. Typ: Der Gäste waren viele.

Der Worte war genug gewechselt.

Diese Sätze haben ein Schema: „Gen. + Kopula + quantitatives Wort“. Der Genitiv ersetzt den Nominativ. Aber diese Konstruktionen kommen sehr selten vor und werden durch andere ersetzt, die frequenter sind, z.B.: Es gab viele Gäste. Es waren viele Gäste.

Der 12. Typ: Laue Wärme.

Ein klarer Dezembertag.

Ein trüber Dezembertag.

Es sind eingliedrige nominale Sätze, die aus einem substantivischen Teil, manchmal mit Attributen, besteht. Eingliedrige Existenzionalsätze strahlen ihre Proektionen auf das reine Sein aus und brauchen nicht bestimmt zu werden. besonders oft kommen sie in Tagebüchern und Fachsprachen, Instruktionen vor.

Man muss unterstreichen, dass es keine endgültige Klassifikation ist, dass neue Varianten entstehen können, die auf die aufgebührten Typen bezogen werden können. Eine wichtige Rolle spielt hier die Semantik des Subjekts und des Prädikats. Wenn neue Wortklassen gefunden werden, die unterschiedliche Semantik des Subjekts und Prädikats hervorheben können, so kann man dann auch neue Type aussondern.

 


Date: 2016-01-03; view: 1336


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Theoretische Grammatik | II. die Klassifikation der Satzmodelle von Hennig Brinkmann.
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