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Metapher und ihre Arten

Metapher(aus griech.“Übertragung“) ist eine Übertragung auf Grund der Ähnlichkeit zwischen Gegenständen oder Erscheinungen, die miteinander verglichen werden. Dieser Übertragung liegt ein Denkprozess der Assozi­ierung nach der Ähnlichkeit des Gegenstandes zugrunde.

Die zwei wichtigsten Artender Metapher ihrer Anwendung nach sind: die poetische (okasionelle) „Ein Strom von Erinnerungen erfüllte ihn“ und lexikalische (usuelle) Metapher.

Die lexikalische Metapher hat mehrere Abarten nach ihrem Typ:

Namensübertragung auf Grund :

• Ähnlichkeit der Form

(dt. Schlange „Kriechtier“, „Menschenreihe“; Birne „Obst“, „Leuchtkörper“; Kreis „geometrische Figur“, „Kreis der Freunde“.

Dazu gehört auch Ähnlichkeit der Lage(Fuß des Menschen und des Berges; Hals des Menschen und der Flasche);

Ähnlichkeit der Farbe(Scharlach bezeichnete früher eine Stoffsorte von grellroter Farbe und jetzt ist sie eine Benennung einer Kinderkrankheit mit rotem Hautausschlag);

 

Ähnlichkeit eines inneren Merkmales (Esel „Tier“, “halsstarriger Mensch“; Fuchs „Raubtier“, „Schlaukopf“; vgl. Angshase);

 

Ähnlichkeit der charakterisierenden Funktion (Feder eines Vogels - zum Schreiben);

 

• Übergang vom Konkreten zum Abstrakten (Grund „Boden“ – „Ursache“; schwer „Gewicht habend“ – „kompliziert“);

 

Personifizierung als Übertragung der Eigenschaften eines Lebewesens auf Gegenstände oder Erscheinungen (die Uhr geht; der Film läuft; der Sturm brüllt; die Sonne lächelt; der Tag kommt; die Welt schläft).

In der deut­schen Sprache herrscht die Tendenz zur Vergegenständlichung der Per­sonen (z. B. er ist ja ein Ding/ ein Exemplar/ eine tolle Nummer/ eine Sorte; die Creme der Gesellschaft);

 

Übergang der Eigennamen in Gattungsnamen (Otello - eifersüchtiger Mensch; Kasanova - “Schürzenjäger“; Xanthippe (Frau von Sokrates) - zänkische Frau);

 

Synästhesie als Übergang von einem Sinnesbereich auf den anderen (schreiende, helle, weiche Farben; bitteres Gefühl; weiche Worte; süße Aufmerksamkeit als „Schokoladensorte“) usw.

 

Nach der Motivation unterscheidet man lebendige, verblasste und tote Metaphern:

 

eine lebendigeMetapher ist eine Übertragung, die im Bewusstsein der Sprecher deutlich die Assoziation hervorruft, wobei die Ausgangsbedeu­tung erhalten bleibt (Esel; Schwein; süß);

eine verblassteMetapher ist eine noch logisch-kulturell rekonstruier­bare Übertragung, bei der aber der innere Zusammenhang zwischen der übertragenen und der direkten Bedeutung nicht mehr so klar erscheint (Wetterhahn).

So ist z. B. Wetterhahn ein Gegenstand, der die Windrichtungen zeigt. Diesen Ge­genstand fertigte man früher in der Form eines Hahnes an. Jetzt hat Wetter­hahn schon eine andere Form. Die alte Bedeutung kann verloren gehen;



toteMetaphern sind verblasste Übertragungen, deren Urbedeutung nur durch eine spezielle etymologische Untersuchung zu rekonstruieren ist (Hahn ist mit dem lat. cano verwandt und bedeutete ursprünglich „der Sin­gende“).


Date: 2015-12-17; view: 2279


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