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Von Maximilian Yehudi Schäfer 4 page

 

Das stimmt.

 

als ein allerdings untauglicher Versuch des kollektiven Unbewussten sich so von der Schuld unserer Väter endlich befreien zu können.

 

Richtig.

 

Und damit bleibt das ganze deutsche Volk in einer Art fortlaufender Sippengesinnungshaft gefangen. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass, weil Geschichtsschreibung naturgemäß immer diejenige der Sieger ist, wir gezwungen sind, eine solcherart von außen aufgezwungene Sichtweise der geschichtlichen Fakten als die einzige Deutungsmöglichkeit unserer eigenen Geschichte zu schlucken, „alternativlos“ sozusagen. Bei einer solchen Weise der Lesart kommt dann als ein alles überragendes Résumé heraus, nicht nur, dass es „niemals in der menschlichen Geschichte ein größeres Verbrechen als den „Holocaust“ gab, für den selbstverständlich alle damals lebenden Deutschen gleichermaßen mitverantwortlich waren, sondern es wäre auch kein anderes Volk als die Deutschen zu solcherart abscheulichen Verbrechen überhaupt fähig.

 

Ein Wahnsinn, das es geklappt hatte, uns solch einen Unsinn einzureden.

 

Alle anderen Genozide und Völkermorde, z.B. die der Amerikaner an vermutlich ca. sechzig Millionen Indianern, das Wüten Lenins, Stalins oder Maos am eigenen Volk, der Genozid der Türken an dem Armeniern, die Ausrottung von Millionen Indianer in Mittel- und Südamerikaner durch Spanier und Portugiesen, die Schneise der Verwüstung die das Britische Empire in der Dritten Welt hinterließ, inklusive der Errichtung von Konzentrationslagern auch für Frauen und Kindern, der Abwurf der beiden Atombomben über Hiroshima und Nagasaki der U.S.A. mit wahrscheinlich mehr als 200 000 Toten und den damit verbundenen Spätfolgen bei Hundertausenden von Menschen, nichts von alledem wäre, nach der hochoffiziellen, staatlich verordneten, politisch-korrekten Sichtweise, auch nur annähernd mit den Gräueltaten der Deutschen im Dritten Reich vergleichbar. Ja die Verbrechen der Nazis hätten überhaupt eine ganz andere, nie da gewesene Qualität, mit anderen Worten, wenn es um Bosheit und Abgründigkeit geht, haben wir Deutschen weltweit ein Alleinstellungsmerkmal. Wenn man das so direkt beim Namen nennt, muss das fast schon, selbst für einen eingefleischten „Politisch-Korrekten“, wenn er sich ein Mindestmaß an Urteilsvermögen bewahrt haben sollte, irgendwie merkwürdig klingen. Und doch ist es ziemlich genau das geschichtliche Bild der Deutschen, das nicht nur große Teile der Welt von den U.S.A. und Großbritannien übernommen haben, es ist auch, wenn wir zur Nachkriegsgeneration gehören, das Bild, das uns selbst auch von klein auf, bis zum heutigen Tag, von uns Volk der Deutschen aufgezwungen wurde.

 

So ist es. Ich kann das bestätigen. Mit genau diesen Gefühlen lebt man als Deutscher. Und ich bin 1978 geboren worden.



 

Jeder der sich nur ein wenig mit psychologischen Mechanismen beschäftigt hat, und auch Welt- und Gesellschaftspolitik bestehen zu siebzig bis achtzig Prozent aus Psychologie, wird leicht verstehen, dass sich eine solche Selbsteinschätzung nicht günstig auf das psychosoziale Gleichgewicht einer Nation auswirken kann. Psyche und Geschichte haben beide gleichermaßen einen eingebauten, selbst regulierenden Mechanismus für Objektivität und Gerechtigkeit und so musste sich im kollektiven Unbewussten der Deutschen natürlicherweise über kurz oder lang massiver Widerstand regen, der genau das bewirkt, was man gerade durch den Selbstbezichtigungskult vermeiden wollte, ein übersteigerter Nationalstolz, mit einer damit einhergehenden Verbrämung und Verdrängung jener unstrittig finstersten Epoche der deutschen Geschichte.

 

Genau so ist es. Klasse analysiert. Und wir haben noch viel Arbeit, das allen Deutschen klar zu machen. :-)

 

Diese nationalistische Gegenbewegung ist gerade heute wieder im ganzen Lande bemerkbar, mit seinen ganzen hässlichen Begleiterscheinungen wie Antisemitismus, Rassismus und tumber Fremdenfeindlichkeit.

 

Deutsche Vergangenheit: Fürsprecher aus Wahrheitsliebe und Ankläger aus Eigennutz

 

Auf der anderen Seite melden sich in der Geschichtsschreibung des 20. und 21. Jahrhunderts immer mehr Stimmen zu Wort, bezeichnenderweise häufig gerade von nicht deutschen Quellen, die alles, was von der „offiziellen“ Siegergeschichtsschreibung verzerrt, weggelassen oder schlicht gefälscht wurde, wieder anhand von harten und unumstößlichen Fakten, z.B. Originaldokumenten, ins rechte Licht zu rücken versuchen. Kein geringerer als Vladimir Putin musste sich vor einigen Jahren wieder einmal, wenn auch wahrscheinlich ungewollt, als Anwalt der Deutschen betätigen, als er öffentlich die Polen ermahnte, es wäre an der Zeit manche Legenden, insbesondere jene von der Alleinschuld der Deutschen am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, zu revidieren. So wie es ja jüngst schon in der Einschätzung des ersten Weltkrieges, hundert Jahre danach, auch selbst in der Mainstream-Literatur, wie etwa durch Werke wie „ Die Schlafwandler“ von Christopher Clark vollzogen wurde.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, was ich jetzt damit bei manchen unserer politisch korrekt geeichten Zeitgenossen für Reflexe auslösen werde. Aber darin besteht eben gerade die Natur eines Tabus, und um nichts anderes handelt es sich in Bezug auf das Wie und Warum der Nazi-Vergangenheitund die Schuldfrage des Zweiten Weltkrieges, weil es buchstäblich unter Androhung von gerichtlicher Strafe und gesellschaftlicher Ausgrenzung auf keinen Fall in Frage gestellt werden darf, selbstverständlich ohne jede weitere inhaltliche Begründung.

 

So ist es. Tabus müssen wir brechen. Tabus müssen weg.

 

Für Menschen mit dem einfachen Weltbild einer Jutta Ditfurth habe ich mich natürlich jetzt als Nazi und „glühender Antisemit“ geoutet, wenn nicht noch schlimmer, auch wenn ich in aller Bescheidenheit darauf hinweisen muss, dass mein Vater als Widerstandskämpfer der ersten Stunde neun Jahre im KZ zugebracht hat.

 

Krass. Was hat er da so erlebt?

 

Was allerdings kein Argument sein dürfte, ich sehe es ein, schließlich soll es ja auch Schwarze in Südafrika gegeben haben, die für die Apartheid waren. Doch muss in diesem Zusammenhang auch einmal die einfache Frage erlaubt sein, wem es eigentlich am meisten nützt, dass diese Deutung unserer Vergangenheit, so ist, wie sie heute allgemein verbreitet und gleichsam in Stein gemeißelt wurde. Da braucht es nicht viel und man kommt auf die Briten, die Amerikanern und vor allem Israel! Alle Deutschen werden sich dann nämlich schlicht bis zum „Sanktnimmerleinstag“ schuldig fühlen müssen und deshalb allen Bitten unserer westlichen „Freunde“ weiterhin auf fast kriecherische Weise entgegenkommen. Da drückt man dann z.B. beim flächendeckenden Ausgespähtwerden, dem kriegsverbrecherischen Bombardement im Gaza gegen die Zivilbevölkerung, dem Drohnenkrieg von deutschem Boden aus, oder Waffenlieferungen in Länder die Krieg führen und schüren und ähnlichen Kavaliersdelikten schon mal ein oder zwei Augen zu und schaut gerne auch bei den kriegstreiberischen Machenschaften der neuen Alliierten in der Ukraine beharrlich weg oder wirft sogar noch selbst den staatlich gelenkten Propagandaapparat von Parteien und gleichgeschalteten Medien an.

 

So ist es. Genau das sind die Konsequenzen dieses unsäglichen Schuldkomplexes.

 

Vermutlich ist in dem kollektiven Unterbewusstsein der Deutschen das schlechte Gewissen und die Sündenbockmentalität einer der Hauptwesenszüge und da schafft es der gequälten Seele eine willkommene Erleichterung, wenn man sich dann zum Beispiel in der Flüchtlingspolitik und der Asyldebatte auf der Seite der “Guten“ einreihen kann.

 

Genau so ist es.

 

Und dafür muss dann schon mal auch der gesunde Menschenverstand und das logische Denken geopfert werden. Das erinnert an die durch Max Weber berühmt gewordene Analyse des calvinistischen Geistes, deren Vertreter sich durch ihre abstruse und grausame Prädestinationslehre ihr Gewissen selbst so unter Druck setzten und ihr tief inneres Gefühl des Unerlöstseins dadurch kompensieren wollten, indem sie sich mithilfe ihrer „protestantischen Arbeitsethik“ und ihrer daraus ergebenden materiellen Überlegenheit, ihres Auserwähltseins immer wieder aufs Neue selbst augenscheinlich beweisen mussten. Interessanterweise zeigen genau in der Schuldfrage der Deutschen an den beiden Weltkriegen diese moralisch untadeligen deutschen Gutmenschen ihre wahre Gesinnung. Wenn man nämlich darauf hinweist, dass gerade im zweiten Weltkrieg die Alliierten ebenfalls verachtenswerte Kriegsverbrechen im ganz großen Maßstab begangen haben, zum Beispiel durch den Bombenkrieg der Engländer auf Dresden, als der Krieg praktisch schon entschieden war, und sich Hunderttausende von deutschen Flüchtlingen aus dem Osten in der Stadt aufhielten oder die Massenvergewaltigung an deutschen Frauen,

 

Massenvergewaltigungen?

 

eben nicht nur durch die Russen, oder die bis heute immer noch fast unbekannte Tatsache, dass in den gigantischen Kriegsgefangenlagern der Amerikaner und Franzosen in den Rheinwiesen, bei denen unter völliger Missachtung der völkerrechtlichen Regelungen der Hager Landkriegsordnung ca. viertausendfünfhundert deutsche Kriegsgefangene, unter teilweise schlimmeren Bedingungen als in den deutschen KZs, elendiglich verreckten, viele davon verdursten (!) mussten oder auch der unfasslichen Zahl von ungefähr zweihundertfünfzigtausend ermordeten Sudetendeutschen durch die Tschechen, dann hört man reflexartig und scheinbar völlig gefühllos das Pseudo-Argument: ‚Nun ja , schließlich haben die Deutschen ja den Krieg begonnen.’Abgesehen, dass eine solche Bemerkung die Empathielosigkeit seiner Urheber im Angesicht dieses gigantischen Leides verrät, ist sie als Argument logisch ebenso schlüssig, wie wenn ein Mann vor Gericht, der gerade in einem Revancheakt das Haus seines Nachbarn niedergebrannt hat, argumentiert: ‚ Aber Herr Richter, mein Nachbar hat aber angefangen!’ und damit auf mildernde Umstände plädiert. Moralisches Verhalten ist letztlich nicht gegeneinander aufrechenbar

 

So ist es.

 

und Menschenrecht bleibt Menschenrecht in allen begleitenden Umständen. Jemand der die Kriegsschuld von beiden Parteien mit einer solchen verachtenswerten Doppelmoral abhandelt, verrät damit nur, dass seine Pseudo-Empathie, dann auch heute mit den armen Asylanten, zum großen Teil auch nur geheuchelt sein kann.

 

So ist es. Es ist verlogen bis zum Dorthinaus. Und die armen Opfer der psychodynamischen Propaganda merken es noch nicht einmal. In den meisten Fällen jedenfalls nicht. Weil das Meiste davon eben unbewusst abläuft. Und wer nimmt sich heute schon noch die Zeit und den Mut, sein Unbewusstes bewusst werden zu lassen? Kaum einer.

 

Zum Glück gibt es uns. :-)

 

Es ist kein wirkliches Mitgefühl, sondern die nach außen zur Schau gestellte Pose des Mitgefühls.

 

Ganz genau. Schauspielerei. Und da das bei den meisten Unbewusst ist, merken sie auch die Schauspielerei der sog. Politiker und Medienleute nicht.

 

Die Reaktion eines echt Gerechten auf Gewalt und Unrecht jeglicher Art ist nicht Doppelmoral, auch nicht Anklage und schon gar nicht Aggression, sondern Trauer und tiefes Mitgefühl.

 

Ganz genau.

 

Und weil es nun schließlich relativ unwahrscheinlich ist, dass die Nutznießer von einseitiger Geschichtsschreibung freiwillig ihre daraus erwachsenen Vorteile preisgeben werden, so wird dem deutschen Volke keine andere Möglichkeit bleiben, als sich selbst aus diesem Würgegriff des großen Bruders und all der kleineren Stiefbrüder zu befreien.

 

So ist es. Und dazu leistet ja Dein wunderbarer Aufsatz einen sehr schönen Beitrag.

 

Es wird eine Zeit kommen, da werden die Deutschen auf dieses Phänomen ihrer Landsleute in der Geschichte, sich als freiwillige Sündenböcke für das reine Gewissen der ganzen Welt zur Verfügung zu stellen, mit ähnlich kurioser Verwunderung schauen, wie wir heute auf das Phänomen der Wiedertäufer im 16. Jahrhundert. Und deshalb gehört mittlerweile zu den zentralen Forderungen fast aller Friedensgruppen, die ihren Namen verdienen: „Gebt Deutschland seine Souveränität zurück!“ Und das könnte man jetzt als eine gute Nachricht bewerten, denn in diesem Punkt gibt es doch, trotz aller scheinbare Verschiedenheit zwischen traditionellen linken Friedensgruppen, über die Mahnwachenbewegungen hinweg, bis hin zu den „Gidas“ eine erfreuliche Übereinstimmung. Darauf ließe sich theoretisch doch eigentlich eine gemeinsame Volksfront aufbauen, würde man meinen.

 

Den Begriff "Volksfront" würde ich nicht verwenden. Er ist zu kriegerisch und auf Kampf angelegt. Warum nicht eine gemeinsame "Volkseinigung" erschaffen? Oder eine "Volkseinung"? Oder einfach ein "geeintes Volk". Ein sich einiges Volk erschaffen. Wiederbeleben. Den fast Toten auferwecken.

 

Die Identität der Linken nährt sich aus Ausgrenzung

 

Ich bin mir natürlich bewusst, dass ein solcher Gedanke einer politischen „Querfront“ in Deutschland ziemlich hypothetisch ist, weil dies gerade mit der Mehrheit der Linken nicht zu machen sein wird.

 

Wie auch "Volksfront" würde ich auch "Querfront" nicht verwenden. Es weckt die total falschen Assoziationen. Wie wäre es mit einer solchen auch politischen "Großeinheit". Besser. Oder einer politischen "Einheitsgemeinschaft aus links und rechts". Es geht um eine große politische Einheitsgemeinschaft zugunsten des Friedens. Nicht um eine Front. Nicht um Krieg; nicht um Kampf; nicht um quer. Sondern gerade um Frieden und Ruhe und um gerade. Um das Gerade- und Aufrichtig-Sein in und durch Frieden. Um die Mitte. Das Zentrum. Es geht nicht nur um das verbinden der Lager von links und rechts mit einem Querstrich, sondern um das Auflösen dieser Lager in ein Einheitsbewusstsein der Mitte, des Zentrums und der Wahrheit. Von daher wäre der Begriff einer "politischen Einheitsgemeinschaft" treffender.

 

Würden sie sich nämlich beispielsweise auch nur mit den friedlichen Menschen der Montagsmahnwachen zusammen tun, geschweige denn den der gemäßigten Mehrheit in den „Gidas“, so müsste sie das augenblicklich in eine akute Identitätskrise stürzen. Da sie ihre Identifikation ausschließlich daraus beziehen dagegen zu sein, inkl. aller nach eigenen Maßstäben definierten Faschisten und selbst wenn dieses System, wie im Falle Deutschlands, bereits, wie erläutert, von linkem Gedankengut durchdrungen ist, so würde eine solche „Vermischung“ ihren selbst verliehenen Status, per Definition immer die „Deutungshoheit“ zu haben, relativieren, und wer weiß womöglich könnte auch noch bei diesem Vereinigungsprozess ein „rechter Virus“, wie eine ansteckende Krankheit, von ihnen Besitz ergreifen. Das Selbstbild des linken Gutmenschen lebt davon, dass auch alle sehen, dass sie die „Guten“ sind und da ist deutliche Abgrenzung vonnöten.

Der Linke bezieht einen großen Teil seiner Identität vor allem daraus, dass es Rechte gibt. Und bleibt das zweifelhaft, ob diese Rechten nun auch wirklich rechts sind, so gehe man am besten der Einfachheit halber so damit um, dass man überall hinaus posaunt, man hätte diese durchschaut.

Hier muss man sich schon mal grundsätzlich fragen dürfen, was man überhaupt mit dem Begriff „rechts“ meint. Es gibt nämlich die „Rechten“, die sich selbst so bezeichnen, wie z.B. die Menschen aus dem Umfeld der „N.P.D.“ und ähnliche Gruppierungen, dann gibt es diejenigen, die von anderen, zumeist von ihren politischen Gegnern als rechts bezeichnet werden, bei näherer Betrachtung aber einfach nur Wertekonservative sind und die nur, weil es so bequemer ist, einfach als Rechte verunglimpft werden, da sie in einigen Fragen entscheidend andere Positionen einnehmen, als dies dem linksliberalen Mainstream genehm ist. Dies alles wird heute der Einfachheit halber und weil es für die eigene Position vorteilhaft ist, in einen Topf geworfen. Was die erste Gruppe, also die der NPD und vergleichbarer Gruppierungen anbetrifft, so hatte ich bis vor kurzem noch nie in meinem ganzen Leben eine eigene Erfahrung mit solchen Menschen gemacht. Alles, was ich von denen zu wissen glaubte, hatte ich aus den Mainstream-Medien und ich muss zugeben, dass ich sie mir auch, wie wohl die meisten von uns, entsprechend als ziemlich hirnlose, mehrheitlich gesellschaftlich abgehängte, sehr einfach gestrickte Dumpfbacken, entsprechend dem Klischee der schwarzen, kahl geschorenen, finster dreinblickenden Zeitgenossen in Springerstiefeln, vorgestellt habe. Da hatte es sich einmal ergeben, dass ich am Rande einer Mahnwache mit einem NPD-Mann ins Gespräch kam und feststellen musste, dass er diesem Klischee in meinem Kopf nun überhaupt nicht entsprach, im Gegenteil er einem sehr gebildeten, bestens informierten, und rhetorisch sehr präzisen Bildungsbürger ähnlicher war. Auf meine Frage, was um Gottes Willen ein Mensch wie er denn ausgerechnet bei der NPD suche, antwortete er nur kurz, dass sie die einzigen seien, die die nationale Frage und die nicht vorhandene Souveränität Deutschlands öffentlich thematisieren würden. Worauf ich ihm spontan antwortete, dass ich diesen Punkt allerdings nachvollziehen könne. Das war für mich eine beeindruckende Lektion, wie schnell wir, die wir uns selbst gerne für aufgeklärt und tolerant einschätzen, mediale Propaganda, die sich als objektive Information ausgibt, und reale Wirklichkeit, durcheinander bringen. Ich weiß natürlich, dass jetzt sofort das Argument aus der linken Ecke kommt: ‚Oho, wie naiv, sieht der Gute denn nicht, dass gerade solche Subjekte sich als Biedermänner tarnen, in Wirklichkeit sind sie aber schlimmste Wölfe im Schafspelz.’ Mag durchaus sein, dass es sich bei dem einen oder anderen so verhält, nur ich meine der einzige, der wirklich einzigste Weg heraus zu finden, wes Geistes Kind mein Gegenüber ist, ist mit ihm selbst zu sprechen und ihn dann auch beim Wort zu nehmen. Ich für meine Person,

 

Bist Du eine Person? Oder ein Mann? Oder ein Mensch?

 

glaube nicht nur genug Lebenserfahrung, sondern auch ein fein genug eingestimmtes Herz zu haben, um zumindest nach einiger Zeit sehr gut erkennen zu können, ob jemand nach ehrlichen Antworten und gerechten Lösungen sucht oder ob er den anderen mit seiner finsteren Gesinnung hinters Licht führen will oder einfach ein armer Verblendeter ist, der seinen Minderwertigkeitskomplex durch eine extreme Position auszugleichen versucht. Ich denke, ich kann da getrost meiner Menschenkenntnis vertrauen und kann nur vorschlagen, dass es an der Zeit wäre, dass viele so genannte Friedensaktivisten an diesem Punkt ihre Einstellung gründlich überdenken, sich öffnen für den gesellschaftlichen Dialog mit allen Gruppen, die ehrlich um die besten Lösungen für unsere Gesellschaft ringen und der Gewalt – das allerdings ist die unbedingte Voraussetzung – abgeschworen haben,

 

So ist es. Und das ist eigentlich unser Hauptnenner. Wir haben der Gewalt zur Durchsetzung unserer Ziele abgeschworen und setzen auf Achtung, Liebe und Dialog.

 

Gewalt ist für uns nur als Notwehr akzeptabel.

 

ganz gleich aus welchem politischen Lager sie vermeintlich kommen. Auch hier möchte ich wieder einmal an ein Wort Jesu erinnern, der für mich unzweifelhaft höchsten Autorität in solchen Fragen: «Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.» ( Offenb. 3, 15-16 ). Jemand der sich heute gesellschaftlich engagiert ist entweder beseelt das Gute in die Welt zu bringen, „die Warmen“ oder er ist voll Eifer, das Falsche, Künstliche, Heuchlerische zu bekämpfen, „die Kalten“ und dabei vielleicht auch einmal über das Ziel hinaus schießt.

 

Interessante Deutung dieses mir sehr bekannten Wortes.

 

Mit beiden Gruppen lässt sich etwas anfangen, nur diejenigen, die gleichgültig in einer neutralen Passivität und Unentschlossenheit verharren und ihr Fähnchen stets nach der Mehrheitsmeinung hängen, sind aus der Sicht des Dharmas betrachtet, verloren.

 

Meine Erfahrungen mit der «Pegida»

 

Natürlich muss man in diesem Zusammenhang auch die „Pegida“ Bewegungen nennen. Ich selbst habe mir die Mühe gemacht, bereits im Dezember und Januar 2014/15 zweimal nach Dresden zu fahren, um mir vor Ort selbst ein Bild machen zu können, um welche Botschaft und vor allem um welche Menschen es sich dabei handelt. Erst einmal nehmen mich schon Menschen für sich ein, die in dieser Zeit der bürgerlichen Saturiertheit, des speichelleckenden Opportunismus und der eines frei denkenden Wesens unwürdigen „Politischen Korrektheit“, es über sich bringen, ihren trägen deutschen Hintern hochzukriegen und für ihre Anliegen, da wo sie sich als Bürger nicht mehr wahrgenommen fühlen, auf die Straße zu gehen. Wen ich dort dann unter den bis zu dreißigtausend Mitmenschen angetroffen habe, waren mit weitem Abstand ganz normale Bürger aus der Mitte unserer Gesellschaft, die vor allem instinktiv spüren, dass „etwas faul ist im Lande Deutschland“ und wach genug sind, um die „große Lüge“ von unserer „freiheitlich demokratischen Gesellschaft“ zu durchschauen. Dass sich dieses Unbehagen dann vor allem am Thema „Islamismus“ fest macht, mag zu kurz gegriffen sein, und doch habe ich vor allem ihr grundsätzliches, ehrliches Unbehagen gespürt sich mit einem kranken, morschen System nicht einfach abzufinden, sondern Widerstand zu leisten und dafür waren und sind sie mir lieb. Und gerade von ihnen habe ich am Ende noch etwas sehr entscheidendes dazu gelernt, was meine ganze bisherige Sicht, die ich zusammen mit so vielen „Mainstreamgeschädigten“, mehr dumpf unbewusst als begründet zum Thema Islamismus hatte, relativiert hat. Es war der Anstoß, der in meinem Falle eindeutig von Pegida kam, doch einmal genauer hinzuschauen, was an der weit verbreiteten Islamismuskritik dran sein könnte. Und so habe ich mich erst einmal auf verschiedenen Wegen Informationen zu dem weiten Feld „Islam“ eingeholt. Dabei habe ich zu meiner eigenen Überraschung feststellen müssen, dass das Thema Integration, Gewaltbereitschaft und Parallelgesellschaften unter Ausländern, tatsächlich ein sehr brisantes ist, und die Angst davor auf ganz realen Fakten beruht, die jeder, wenn er wirklich will, und bereit ist seine ideologische Brille abzusetzen, selbst nachprüfen kann. Nun die politischen Ereignisse sprechen inzwischen für sich. Wer könnte heute noch, nach den Ereignissen vom 13.11.2015 von Paris, die Warnung vor den Auswüchsen des Islamismus einfach nur als dumpfe, ewig gestrige, volkstümelnde Panikmache abtun? Und dabei war die Position der Pegida faktisch immer schon zum Beispiel ganz nahe an jener der C.S.U., nur würde das von letzteren und den gleichgeschalteten Medien niemand öffentlich zugeben wollen. Dass solche Doppelstandards der „aufrechten Demokraten“ nur wieder dazu beitragen, dass sich die braven Pegida-Anhänger ungerecht behandelt fühlen, ja wie wir es so oft in den letzten Monaten beobachten konnten, regelrecht zu Sündenböcken degradiert wurden und so deren Widerstand nur noch weiter aufgestachelt wird, ist nur eine logische Konsequenz. Inzwischen ist das Klima bei diesem Thema so vergiftet, dass ein normaler demokratischer Dialog, der sich spinnefeind gegenüber stehenden Blöcke faktisch nicht mehr stattfindet. Eigentlich wäre es spätestens jetzt, nach Paris an der Zeit, dass sich alle Vertreter der Friedensbewegung, die Seite an Seite mit den Mainstreammedien und den gesteuerten Politikern auf die besorgten Menschen bei Pegida verbal eingedroschen haben, wie leider auch Ken Jebsen und Pedram Shayar, entschuldigen. Denn nun haben wir alle auf die Brutale Art und Weise lernen müssen, dass sie Recht hatten. Gerade was die Haltung zum Phänomen der „Pegida-Bewegung“anbetrifft, muss ich einigen der führenden Repräsentanten der Montagsmahnwachen leider auch Opportunismus und Feigheit vor dem Freund zusprechen, deren Hintergrund ich mir nur so erklären kann, dass man es doch scheut in der Öffentlichkeit mit „diesen Schmuddelkindern da“ in Zusammenhang gebracht zu werden, denn man möchte seinen Ruf als linksliberale, intellektuelle Vordenker ja ungern versauen. An diesem Punkt sehe ich mich der Position beispielsweise eines Jürgen Elsässer wesentlich näher. Wäre es nicht gerade als Friedensaktivisten der Montagsmahnwachen, einer Bewegung die ganz aus der Mitte des Volkes entstanden ist, unsere verdammte Pflicht mit allen Gruppen im Widerstand gegen die Große Verschwörung gegen die gesamte Menschheit das Gespräch zu suchen und sich schützend gegen ungerechte Anfeindungen vor sie zu stellen, unter anderem auch um zu verhindern, dass sie in dem Dauerhagel der Verleumdungen aus der Politik und den Lügenmedien geradezu in die rechte Ecke gedrängt werden?

 

Gutmenschen und modernes Pharisäertum

 

Ganz nebenbei habe ich in der Folge meiner Ausflüge zu Pegida und Pegada auch noch überaus wertvolle Lektionen in die gespenstische Wirklichkeit öffentlich zur Schau gestellter „politischer Korrektheit“ bekommen. Dabei war die denkwürdige Begegnung auf der „Endgame-Demo“ in Erfurt mit einem evangelisch-grünen Kirchenvertreter nur die Krönung. Wir friedlich und fröhlich demonstrierenden Aktivisten wurden dabei von diesem Prototypen zeitgemäßen Pharisäertums, seines Zeichens Anführer einer Gruppe von Gutmensch-Schafen, als identisch mit der Pegida-Bewegung eingestuft ( wohl auch wegen der Ähnlichkeit des damaligen Namens „Pegada“ – heute „Endgame“ ) und damit kurzerhand und völlig humorlos zu Nazis erklärt, die es gar nicht Wert seien, dass man mit ihnen auch nur ins Gespräch komme. Auf unsere fast schon hilflos wirkenden Versuche, sie darauf hinzuweisen, dass wir aber doch auch dafür seien, dass Asylanten hier aufgenommen und menschlich behandelt würden, und wir eigentlich auch mit der „Pegida“ gar nichts zu tun hätten, packte dieser Prototyp nur reflexartig und voller Selbstgerechtigkeit das bewährte Totschlagargument aus, dass es ja hinlänglich bekannt sei, dass Nazis auf diese Weise nur ihre wahren Absichten als Antisemiten und Rassisten zu verschleiern versuchen würden. Da war er wieder, dieser neue Gutmenschen-Faschismus im Gewand des Antifaschismus!

 

Ja, so ist das leider. Gut, dass wir es langsam enttarnen. Danke.

 

Was soll man darauf dann noch machen, außer sich einzugestehen, dass auf diesem Niveau kein Dialog mehr möglich ist? Dieser Vorfall sensibilisierte mich dafür, wie sehr dieser neue links-grüne Faschismus sich bereits wie ein giftiges Krebsgeschwür bis in die Mitte unserer Gesellschaft eingefressen hat und man genau die gleiche Gesinnung, mit kleinen Varianten, heute überall in einer breiten Front in allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen vor allem auch in den Medien wiederfinden kann. Näher betrachtet handelt es sich bei diesem „Gutmenschen“ um ein soziologisches Phänomen, das sich bei uns in Deutschland aus der vermutlich nicht einmal bewusst gesteuerten ideologischen Verschmelzung der Philosophie der Frankfurter Schule, der Achtundsechziger- und später der Grün-Ökologischen Bewegung entwickelt und nun in den letzten fünfzehn bis zwanzig Jahren eine kybernetische Eigendynamik entwickelt hat, die diesen heute so typischen, besonders in den akademischen Schichten, fast schon zur Mehrheit zählenden Prototyp hervorgebracht hat. Der heutige politisch-korrekte Gutmensch aus der Mitte der Gesellschaft ist sich dabei zu allermeist jener ideologischen Wurzeln überhaupt nicht mehr bewusst, seine Überzeugung und sein Selbstverständnis nährt sich dabei zum großen Teil aus dem Nährboden einer Art von gewordenem kollektivem Zeitgeistbewusstsein, das die daraus entstandenen verinnerlichten Gedankenmuster und Glaubenssätze wie eine selbstverständliche Wahrheit verwendet, die überhaupt nicht mehr hinterfragt werden müssen, weil sie sich scheinbar von selbst verstehen. Die hauptsächlich gebräuchlichsten Glaubenssätze sind dabei etwa folgende: „Alle Menschen sind gleich“ ( selbstverständlich mit Ausnahme der Nazis, Definition siehe unten ), „Minderheiten sind grundsätzlich Opfer und verdienen deshalb einen besonderen Welpenschutz“; „ Es gibt keine persönliche Eigenverantwortung, jeder ist nur das Produkt seiner äußeren, meist ungünstigen Einflüsse, für die er selbst nichts kann“; und deshalb sind „alle Täter in Wirklichkeit nur bedauernswerte Opfer der gesellschaftlichen Verhältnisse“.


Date: 2016-01-03; view: 217


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