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Von Maximilian Yehudi Schäfer 5 page

 

Sehr gut einige der Glaubenssätze versprachlicht. Es ist wie eine Religion. Wie auch der Glaube an den Staat und an die Regierung wie eine Religion ist.

 

Menschen der Entwicklungsländer und dritten Welt sind dieser Ideologie zufolge bereits a priori nur Opfer einer von uns Kapitalisten verschuldeten imperialistischen Politik, und weil das so ist, „sind wir auch für alle diese Menschen verantwortlich“. „Unser Lebensstandard im Westen hänge unmittelbar und direkt von der Ausbeutung der Länder der Dritten Welt ab“, und deshalb hätten diese selbst auch keinerlei Verantwortung für die heruntergekommenen Verhältnisse in ihren Ländern. Auf unsere internen Verhältnisse bezogen seien „ Männer zuallermeist gefühlsmäßige Krüppel, empathielose Egoisten, immer nur auf Konkurrenz geeicht und die Frauen selbstverständlich die „besseren Menschen“ und sollten deshalb auch die Führungspositionen einnehmen, dann hätten wir eine bessere Welt.

 

Ich kann nicht leugnen, dass ich manche diese Glaubenssätze auch in meiner inneren Denkwelt wiederfinden kann. Zum Glück ist keiner davon mehr unhinterfragt und zum anderen Glück sind auch nicht alle dieser sog. Glaubenssätze ganz falsch.

 

Ausländer, insbesondere die vielen Muslime, seien in jedem Fall eine „Bereicherung unserer Kultur“- ihnen gegenüber ist man von vorne herein, in einer Art vorauseilender Anbiederung, wohlwollend eingestellt, ohne dass man wirklich sich die Mühe machen würde, deren Kultur, Sittenregeln und Religion von innen her näher kennen lernen zu wollen, und kann so elegant den unangenehmen Widersprüchen aus dem Weg gehen, wo nämlich gerade diese oft veralteten Sitten und überkommenen Glaubensformen, mit dem eigenen Anspruch von individueller Freiheit, Humanismus und feministischen Emanzipation kollidieren würden.

 

Auch richtig. Es wird die Menschenfreundlichkeit wieder nur als Pose zur Schau gestellt. n Wirklichkeit ist es aber eher Ignoranz, Bequemlichkeit, Desinteresse und dergleichen.

 

Überhaupt haben „Islamismus“ und „Salafismus“ selbstverständlich nichts mit dem Koran zu tun, was wiederum kurzerhand einfach mal so behauptet wird, ohne sich die Mühe zu machen, etwa selbst einmal einen tieferen Blick in dieses Buch zu werfen, da „man ja eigentlich mit Religion nichts am Hut“ habe. Patriotismus sei gleichzusetzen mit Nationalismus und Chauvinismus und deshalb völlig indiskutabel und zusammen mit der Idee der Bewahrung der Nationalstaaten sei es überholt und das untrügliche Zeichen eines Nazis oder zumindest eines Rechtspopulisten. Solche Nazis seien im übrigen der absolute Abschaum, auf der untersten Sprosse des selbst definierten Rankings, und sind überhaupt keiner Auseinadersetzung wert, bzw. wäre es äußerst gefährlich mit ihnen auch nur zu debattieren, denn womöglich würde deren Denken sich dabei wie eine ansteckende Krankheit übertragen ( bis jetzt habe ich von unseren linken Herrenmenschen allerdings auch noch keinen praktischen Vorschlag gehört, wie man dann eigentlich mit solcherart Abschaum in einer Gesellschaft verfahren sollte, vergasen hätte irgendwie doch einen unangenehmen, politisch nicht korrekten Beigeschmack );



 

Genau. Es ist purer ideologischer Rassismus und Faschismus auf der Grundlage von ideologisch vordefinierten Vorurteilen.

 

auch wenn man sich zu allermeist nur theoretisch, also meist ohne eigenes persönliches Engagement oder Opfer für alle Minderheiten und Zukurzgekommenen in unserer reichen Gesellschaft einsetzt, zähle man sich selbst selbstverständlich zu den „Guten“. Und dennoch glaubt dann ein solcher linksliberaler Gutmensch paradoxerweise auch im Großen und Ganzen daran, dass „wir in einer demokratischen Gesellschaft westlicher Prägung, mit einer freien und unabhängigen Presse und souveränen Justiz leben, welche immer noch ein Vorbild für die ganze Welt sein könnte, auch wenn unsere Repräsentanten in Politik, Justiz und Polizei oft genug unfähig und leider ihre Macht und ihre Stellung missbrauchen und deshalb mithilfe von freien Wahlen durch bessere Vertreter ersetzt werden sollten“.

 

Japp. Es ist völlig absurd und komplett realitätsfern. Wirklichkeitsfremd. Ein reines ideologisches Wolkenkuckucksheim.

 

Daraus ergibt sich dann ganz selbstverständlich, dass politische Führer wie Vladimir Putin, die eine etwas andere Gesellschaftsform und Bürgerbeteiligung favorisieren, schlimme Feinde der allgemein anerkannten Menschenrechte sind, einem bösen Despoten gleich zu setzen, und deshalb mit allen westlichen Werten und Methoden zu bekämpfen seien; wobei man, trotz, in anderem Zusammenhang zur Schau gestellten Friedensliebe, schon mal beim Säbelrasseln und militärischen Muskelspielen der NATO Russland gegenüber, wohlwollend ein paar Augen zudrückt. Und dass, wenn jemand davon spricht, dass möglicherweise die Fäden des Weltgeschehens und damit auch das was uns in der Folge unmittelbar an Entwicklungen in Europa betrifft, hinter den Kulissen, von mächtigen, außerhalb jeglicher Legalität stehenden, im Verborgenen agierenden, Interessengruppen und Individuen gesteuert wird, sich als bekloppter und gefährlicher „Verschwörungstheoretiker“ selbst disqualifiziert hat, der am besten wie ein Nazi zu behandeln sei, und dass man schließlich selbst als vorbildlicher „Gutmensch“ und sympathischer Optimist, trotz allem Negativem in der Welt, unverrückbar an das Gute glaube, und dass man die Welt verändern können würde, wenn nur alle „Guten“ sich zusammen tun und an einem Strang ziehen und dass man sich im übrigen diesen Traum auch von niemandem nehmen lasse.

 

Sehr geil formuliert. Spitz. An der Grenze zum Bissigen. Aber nicht drüber. Treffend. Ein guter Aufwecker. Werde ich gleich mal einem Freund, einem selbstgefälligen "Gutmenschen" wie Du es nennst, weiterleiten.

 

So in etwa schaut die Welt eines modernen, links-liberalen, politisch-korrekten Gutmenschenin Deutschland des Jahres 2015 aus. In Parteien wie den Linken, den Sozis und den Grünen, sowie in der Medienwelt und im Künstler- und Kulturbetrieb, sowie unter der akademischen Jugend, macht dieser Typus inzwischen die große Mehrheit aus. Konstantin Wecker , die Lichtgestalt, lässt von oben grüßen. Dabei ist der so plakativ zur Schau gestellte „Glaube an das Gute im Menschen“ psychologisch gesehen nur ein Zweckoptimismus, weil man in seinem unreifen Gemüt, das unbewusst spürt, dass, würde es sich mit der ganzen, nicht geschönten Faktenwucht der realen Verhältnisse, einlassen, dies eine ganz andere Art von Verantwortung verlangen würde.

 

Das ist so gut gesagt. Unübertrefflich! :-) Danke.

 

Das würde ja auch bedeuten, dass man sich eingestehen müsste, dass es „das genuin Böse“ wirklich gibt und dieses in Politik und Gesellschaft mächtig im Vormarsch ist, und man selbst als Konsequenz daraus aufgefordert wäre, einem kompletten Paradigmenwechsel in der eigenen Sicht auf die Welt zu vollziehen. So verfährt man einfach nach dem altbekannten Motto. „ Ich sehe nur das, was ich für möglich halte.“ Für umso optimistischer man sich selbst hält, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass negative Informationen über Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft, die nicht dem eigenen affirmistischen Weltbild entsprechen, Einfluss auf die eigene Wahrnehmung der Wirklichkeit haben.

Des Pudels Kern dieses falschen Glaubens des Gutmenschen ist dabei, die geheime, ihm selbst unbewusste Angst, wenn er diese Gesinnung Preis geben oder einfach nur einmal auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen würde, er vor sich selbst wie ein Verräter dastehen müsste, einhergehend mit der Befürchtung, damit nicht nur seinen moralischen Status in der Gesellschaft, sondern jeglichen inneren Halt zu verlieren, ja wäre er gläubig, er wahrscheinlich überzeugt wäre, sich damit mindestens das Fegefeuer verdient zu haben.

 

So sieht es aus. Sehr gute tiefenpsychologische und empathische Analyse. Und wir selbst mussten ja alle durch diesen teilweise sehr schmerzhaften Paradigmenwechsel hindurch. Hoffen wir, dass uns noch viele folgen werden.

 

Es ist diese Angst vergleichbar mit dem Tabubruch, wenn man einen gläubiger Muslims gleichzeitig zum Genuss von Alkohol und Schweinfleisch, einen asketischem, erzkatholischen Mönch zu einem Bordellbesuch oder einem überzeugten Veganer, zu einem Verzehr eines Big Macs bei Mac Donalds, verführen würde.

 

Wie bisher immer: sehr guter bildhafter Vergleich. Schöne Analogie.

 

Dabei ist es ein merkwürdiges Paradox, dass der gleiche Prototyp dieses Gutmenschen in keinerlei Konflikte mit seinem Gewissen gerät, wenn er all jene, die nicht der gleichen Gesinnungsmoral anhangen, ohne mit der Wimper zu zucken, als gesellschaftlich unwertes Leben brandmarkt. Wenn der moderne Gutmensch über imaginäre Opfer heult, Wut gegen imaginäre Bösewichte aufstaut und vor allen Dingen, wenn er das Leben von Menschen bestimmen will, die sehr wohl kompetent sind ihr eigenes Handeln zu bestimmen, dann wird seine Neurose schmerzlich sichtbar.

 

Ja, es ist eine Neurose. Fast eine Psychose. Bei manchen sicher. Es ist eine psychische, mentale und emotionale Krankheit. Ganz richtig erkannt.

 

Man kann sagen, dass das „Gutmenschentum“ inzwischen zu einer Art säkularen Religion gewuchert ist, mit einem deutlich calvinistischen Zug der Verdammung „Andersgläubiger“. Gerade weil er sich so schmerzlich danach sehnt zu den „Guten“ zu gehören und unbewusst genau spürt, dass er mit seinen Ressentiments und seinem verdrängten Aggressionen, diesem Selbstbild nicht gerecht werden kann, flüchtet dieser Prototyp sich in den vermeintlichen Ausweg aus seinem Gewissensdilemma, indem er seine abgründige Innenwelt nach Außen projiziert und überall gleich rechtes und rassistisches Gedankengut wittert, um es dann als Akt der überlegenen Gerechtigkeit brandmarken zu können. Wer einen Hammer in der Hand hält, sieht überall Nägel! Wäre dieser Gutmensch wirklich der aufgeklärte Humanist, als der er sich so gerne sieht, würde er erkennen können, dass zum Gutsein zwingend der Aspekt der Freien Wahl gehört,

 

Amen! Ohne Freiheit keine Liebe. Und ohne Freiheit kein Gut-Sein.

 

sich zwischen zwei oder mehreren Optionen entscheiden zu können. Und gerade das ist durch diesen verordneten, gesellschaftlichen Wahn und Zwang zur pseudoreligiösen Gesetzlichkeit der „Politischen Korrektheit“ nicht vorgesehen.

Ich kann in diesem Zusammenhang durchaus einen Akif Pirincci verstehen, der diese Weltsicht, kurz und griffig, mit dem bösen Wort „linksversifft“ bezeichnet hat. Und auch dieses wurde mir sehr klar, dass diese Gefahr, eines „Faschismus light“, in lockerem und sexy Erscheinungsbild, für unsere christlich-humanistischen Werte, weit gefährlicher ist, als jede echte oder eingebildete „Gefahr von Rechts“ oder das Phantom des Islamismus. Darin offenbart sich auch, dass utopische Denkmodelle einerseits, wie der Kommunismus oder auch einige grün-ökologische Utopien, wie Umweltschutz; Tierschutz oder Veganismus, um nur einige Beispiele zu nennen, wenn sie sich zur Ideologie übersteigern oder noch schlimmer, sie sich zu säkularen Ersatzreligionen erhöhen, und totalitäre Zwangsstrukturen andererseits, zwei Seiten der gleichen Medaille sind.

 

So ist es.

 

Es ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte des ausgehenden zwanzigsten und Anfang des Einundzwanzigsten Jahrhunderts, dass ausgerechnet die linken und grünen Fundamentalisten mit ihrem Politischen Korrektheitswahn auf diese Weise zu Steigbügelhaltern des Neoliberalismus und deren verborgenen Agenda der „Neuen Weltordnung“geworden sind.

Wenn es uns jetzt gemeinschaftlich nicht gelingt, diese Entwicklung zur allumfassenden totalitären Heuchelei zu stoppen, sind wir heute in Deutschland auf dem besten Weg, eine Gesellschaft von Pharisäern zu werden. Das wäre dann allerdings der Supergau, das wohl schlimmste, was einer Nation überhaupt passieren kann, weil sich diese Pharisäer ja vor sich selbst und vor anderen hinter der Fassade des „Gutmenschen“ verbergen zu können meinen und durch deren Haltung die Mehrheitsgesellschaft zu einer Art „Phantomgemeinschaft“ herabgestuft würde, die keine echten Wurzeln und schließlich im Kampf der Kulturen keine Überlebenschance hätte. Jesus war zu reuigen Sündern überaus gnädig und barmherzig, die Hohenpriester und Pharisäer hat er aber mit den härtesten, denkbaren Begriffen als „Schlangen- und Otterngezücht“ gebrandmarkt. Das was sich da in dieser Zeit über unseren Köpfen und mitten unter uns gesellschaftlich zusammenbraut, ist in vielerlei Hinsicht ebenfalls eines solch drastischen Begriffes würdig.

 

Das Salz der Erde ist nicht salzig genug

 

Wer, wenn nicht das kleine Häuflein aufrechter, wahrhaftiger und herzlicher Menschen, die sich durch einige persönliche Opfer aus dem Zwang der großen Verschwörung und globalen Täuschung befreien konnten, wäre da noch in der Lage dagegen zu halten? Und von diesem Typus habe ich gerade in den neuen Friedensbewegungen viele gefunden. Sie sind das „Salz der Erde“und das kleine bisschen Sauerteig, der den übrigen Laib der Gesellschaft im Laufe der Zeit durchsäuern könnte, wäre da nicht der leidige menschliche Faktor mit im Spiel.

Was meine ich mit dem „menschlichen Faktor“? Nun, das sind schlicht die Auswirkungen der Ego-Persönlichkeit, in ihren vielen Spielarten, die in allen Gruppenkonstellationen von Menschen immer eine zentrale Rolle spielen. Ich habe seit April 2014 eine ganze Reihe der verschiedensten Friedensdemonstrationen im weitesten Sinne beigewohnt, wobei ich ein weites Spektrum von Gruppierungen kennen lernen und mit ihnen entsprechende Erfahrungen machen durfte, von begeisternden, über bedeutungslosen bis hin zu absolut kontraproduktiven, von bekannten, in der Öffentlichkeit heftig diskutierten, bis hin zu völlig unbeachteten, bis ich mich schließlich ernüchternd gezwungen sah, mich erst einmal wieder auf eine mehr distanzierte Position zurück zu ziehen. Was mir dabei klar wurde ist, dass traumatisierte, unreife, überemotionale, unreflektierte, selbstherrliche oder gar größenwahnsinnige Persönlichkeiten, auch mit noch so gutem Willen und schlagenden Argumenten niemals Teil der Lösungsein können, sondern immer nur dazu verurteilt sein werden, ein Teil des Problemszu bleiben. Und von solchen Menschen gibt es in allen Volksbewegungen jede Menge. Es ist in etwa so wie wenn ein hüftlahmer, asthmatischer, kurzatmiger Mensch, sich vornehmen würde, an einem Marathonlauf mitzumachen und sich dabei auch noch einbildet, diesen gewinnen zu können. Das ist genau der Grund warum alle Weisheitslehren, durch alle Zeiten hindurch, unisono darauf hinwiesen, dass jemand der sich aufmacht die Welt in Ordnung zu bringen, sich erst einmal herab lassen können müsste „den Mann oder die Frau im Spiegel“ kennen zu lernen, um ihn oder sie dann auch heilen zu können. Wenn wir uns Menschen in der Geschichte anschauen, die auf irgend eine Weise eine nachhaltige—die Betonung liegt auf „nachhaltig“— Verbesserung für die Menschheit zu Wege gebracht haben, so waren es ausnahmslos gottesfürchtige, demütige, der Gerechtigkeit verpflichtete, pragmatische und ja, sanftmütige Menschen, die auch jederzeit bereit waren, mit sich selbst ins Gericht zu gehen, wenn sie bei sich die falsche Einstellung ausmachten, wie Moses, Paulus, Luther, Schiller, Gandhi oder Mandela,um nur einige wenige zu nennen. Selbst Jesus rügte einen Jünger, der ihn mit „guter Meister“ ansprach, „Was nennst du mich gut, keiner ist gut, außer Gott“ und hinterließ uns Nachfolgenden damit gleichzeitig eine gewaltige, ewige Botschaft, nämlich wie sehr man als „Reformer“, Friedensstifter oder Menschheitsführer, oder einfach nur als kleiner Friedensaktivist, sich vor Selbstgerechtigkeit oder schlimmeren Auswüchsen der Ego-Persönlichkeit in Acht nehmen müsse.

 

Stimmt. Da den Meisten noch die spirituelle und göttliche Dimension fehlt, können sie diese Dinge an sich selbst nicht wahrnehmen. Und auch bei uns, die wir diese Dimension kennen, gibt es Blinde Flecken natürlich.

 

Vor allem ist es mit einer ego-zentrierten Einstellung niemals möglich eine einheitliche, durchschlagende Volksbewegung aufzubauen, um öffentlichen Druck auf die Politik ausüben zu können. Und so finden wir nun nach noch nicht einmal zwei Jahren seit der ersten Mahnwache in Berlin die neue Friedensbewegung aufgeteilt in dutzende kleine und kleinste Splittergruppen, die alle miteinander um die imaginäre Deutungshoheit ringen und sich zum Teil unter einander nicht wirklich grün sind, weil sie fast ausnahmslos unter dem Virus der „Rechthaberei“ leiden.

 

Ja. Rechthaberei und Streitsucht. Das sind 2 schlimme Feinde.

 

Den Ernst der Lage nicht erkannt

 

Ich wage zu behaupten, dass wir meinen, uns dieses Spielchen noch erlauben zu können, weil die meisten von uns wohl immer noch nicht den Ernst der Lage begriffen zu haben scheinen, in der wir alle uns befinden. Man stelle sich mal für einen Moment ein Dorf vor, in dem es verschiedene Gruppierungen und Stände gibt, die wie überall, teilweise miteinander klüngeln, sich streiten, Zweckkoalitionen bilden oder gar untereinander bekämpfen usw. und allgemein in dem Bewusstsein leben, dass dies ganz normal sei, weil seit man denken kann, es immer schon so gewesen ist und man selbst ein Teil davon. Nun würde plötzlich dieses Dorf von einer Nachbargemeinde plötzlich mit Waffen angegriffen werden. Man kann sich leicht vorstellen, wie diese Einwohner sofort alle ihre Streitigkeiten und Fehden zurück stellen und die darin wohnenden Männer, Frauen und Kinder sich gemeinsam in der Verteidigung ihres Dorfes zusammen finden würden. Wir, die Friedensaktivisten und Systemkritiker der verschiedensten Lager, scheinen das offensichtlich nicht fertig zu bringen, ja teilweise noch nicht einmal anzustreben, da frage ich mich doch, haben wir vielleicht den Ernst der Lage nicht erkannt? Wenn man als kritischer und aufmerksamer Beobachter nur einmal auf die Entwicklung in der Ukraine oder ganz aktuell in Syrien schaut und dabei alle verfügbaren alternativen Medien, vor allem im Internet heranzieht, mit all den geleakten Geheimdokumenten, den Fals-Flag-Aktionen, aber auch den offen ausgesprochenen Absichtserklärungen einiger ungeniert kriegstreiberischen Elemente und dann noch die Einschätzung unabhängiger Experten und hoher Militärs dazu nimmt, kann man dann ernsthaft zu einem anderen Ergebnis kommen, als dass da vor unserer Haustür jederzeit ein neuer Krieg losbrechen könnte, mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Menschheit? Seit Monaten werden immer wieder umfangreiche Panzertransporte Richtung Polen und Ukraine in den sozialen Medien gepostet, es sollen bereits vor Monaten bis zu Fünftausend U.S.- amerikanische Soldaten an die russischen Grenze stationiert worden sein und der Ukrainische Premierminister und oberste Kriegstreiber Jazenjuk und Teile der amerikanischen Rechten im Kongress sprechen immer wieder offen über die Möglichkeit eines heißen Krieges mit Russland. Und die jüngsten Ereignisse mit dem Abschuss eines russischen Kampfbombers durch türkisches Militär zeigt erschreckend auf, wie fragil die Lage eigentlich überall auf der Welt ist und dass ein kleines Fünklein irgendwo diese ganzen Pulvergemische jederzeit zur Explosion bringen könnten. Wenn man dann noch betrachtet, wie in der Vergangenheit Kriege medial „vorbereitet“ wurden, wie dabei immer vorher ein „Böser“ gefunden wurde, dem man alles das zuschrieb, was man selbst im Schilde führte und dass diese Rolle heute eindeutig dem russischen Präsidenten Putin zugedacht ist, können wir es uns da, angesichts von so offensichtlichen Zeichen, wirklich noch unsere kleinkarierten Profilierungs- und Bezichtigungsdebatten hingeben? Und ja, ich denke die meisten von uns haben tatsächlich noch nicht begriffen, was die Stunde geschlagen hat, weil Krieg einfach auch für die menschlich rationale Vernunft schlicht das „Undenkbare“ ist. Wer von uns weiß schon noch, was Krieg wirklich bedeutet, noch viel weniger ein Krieg in diesen Zeiten der Hochtechnologie und der Nuklearwaffen? Und deshalb wage ich zu behaupten, dass unser Unterbewusstsein in Wirklichkeit darauf eingestellt ist, dass es schon irgendwie immer so weiter gehen wird, wie gewohnt. Wir denken vielleicht Krieg, reden möglicherweise auch davon, aber vorstellen können wir ihn uns nicht, und dementsprechend verhalten wir uns auch de facto. Und selbst wenn es in absehbarer Zeit keinen Krieg in Europa geben sollte, was Gott verhindern möge, die Agenda des „Imperiums“ steht und die sieht kaum weniger bedrohlich aus: Entmachtung der Nationalstaaten, zentralistischer Kontrollwahn, Unterdrückung der Meinungsfreiheit bis hin zur Gesinnungsschnüffelei, flächendeckende Medienpropaganda, Beschneidung der bürgerlichen Freiheiten, Terror und Antiterror, Transhumanismus, Aushöhlung des bürgerlichen Wohlstandes, gegenseitige Bespitzelung, Genderwahn und Abbau natürlicher Schamgrenzen, Frühsexualisierung, Aushöhlung der Familie, digitale Überwachung, Monopolismus, schleichende Geldentwertung, Gleichschaltung der öffentlichen Meinung, Gehirnwäsche, falscher Tugendterror, Vergiftung der Natur und rücksichtslose Ausbeutung der Ressourcen und, und, und. „Die schöne neue Welt“ und „1984“ zusammengefasst in ein einziges System lassen grüßen. Für mich persönlich sind wir, wenn man sich nur die Entwicklung der letzten Monate anschaut, auf dem besten Weg, dass jeder, der ernsthaft sich dem großen „ Evil Empire“ in den Weg stellt, sich mehr und mehr in einer ähnlichen Lage befindet, wie jene, heute aus sicherem zeitlichem Abstand von vielen so bewunderten Widerstandskämpfer im Dritten Reich. Übertrieben? Nun , Leute wie Höcke, Elsässer, Jebsen und viele andere müssen heutzutage bereits wieder ernsthaft um Leib und Leben bangen und einige von Ihnen kommen ohne Bodyguards und Schussweste zu keinen öffentlichen Auftritten mehr.

So oder so keine schönen Aussichten für uns alle. Um dieser nackten Realität aber in seiner ganzen Konsequenz ins Auge schauen zu können, müssen wir, und das ist die ganz große Herausforderung, von der Welt, wie wir sie gewohnt waren zu sehen, Abschied nehmen. Und um das wirklich in seiner Ganzheit tun zu können mit Haut und Haaren, müssen wir bereit sein unser bisheriges Leben mit seinen ganzen Gewohnheiten eines saturierten Wohlstandsbürgers in Frage zu stellen. Und genau da scheiden sich die Geister. Wir wollen viel lieber, wie es schon seit eh und je immer die Menschen versucht haben, „alten Wein in neue Schläuche füllen“ oder um es ein bisschen umgansprachlicher zu formulieren. „Bitte wasch mir den Pelz, aber mach mich um Himmels Willen nicht nass.“ Dieser Sprung wäre für die meisten von uns in etwa ebenso groß, wie die Herausforderung für jene mittelalterlichen Menschen, die sich fest eingebettet glaubten in den Strukturen und dem Weltbild der katholischen Kirche, als die Naturwissenschaft unumstößlich feststellte, dass die Erde sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt. Ähnlich groß mag der Schock für einen heutigen Menschen sein, wenn man ihm versucht klar zu machen, dass die Weichen unserer gesellschaftlichen Entwicklungen nicht vom Volk und auch nicht von deren politischen Vertretern, sondern von einem anonymen Machtzentrum außerhalb jeglicher staatlicher Kontrolle, gestellt werden und dass dieses Imperium eine konkrete, wohldurchdachte Agenda verfolgt, um schließlich alle Nationen auf dieser Erde und deren Menschen unter Kontrolle zu bringen. Und dass genau darin der Grund zu finden ist, warum immer und immer wieder grundlegende Reformen, die die überwältigende Mehrheit der Bürger befürworten würde, wie die Reform und Erneuerung des Finanzsystems gepaart mit der gerechten Besteuerung der Großkonzerne, um nur eines von vielen Beispielen zu nennen, politisch einfach nicht mehr umgesetzt werden können.

 

Mein persönliches Erwachen

 

Bei mir persönlich hat dieser Aufwachprozess wie die wahren Machtverhältnisse auf dieser Erde wirklich gelagert sind, auch erst, ich muss es bekennen, vor ca. drei Jahren begonnen und meine Initialzündung dafür war eine Dokumentation,

interessanterweise im öffentlich, rechtlichen Fernsehen, auf die ich „zufällig“ spät nachts, gewissermaßen wie die Jungfrau zum Kind, stieß. Sie handelte davon, wie die Amerikaner, nach Ende des Zweiten Weltkrieges, die schlimmsten Folterknechte und Spezialisten für grausame Menschenexperimente der Nazis, wie etwa Mengele, die uns zivilisierten Menschen immer als das Inbild des Bösen schlechthin dargestellt wurden, nicht etwa zum Tode verurteilt und hingerichtet haben, sondern der amerikanische Geheimdienst sie zu gefragten Mitarbeitern machte, um von ihnen die „Wissenschaft des Folterns und der Massenpropaganda“ erst richtig von Grund auf zu lernen. Dieser Bericht schlug in mein Weltbild ein wie eine Bombe, weil ich sofort schlussfolgerte, wenn das wahr war, bei einem Land, das uns von klein auf geradezu als das Musterbeispiel einer demokratischen Gesellschaft und der Inbegriff dessen, was man westliche Werte nennt, vorgeführt wurde, dann war nicht nur etwas faul mit unserer Zivilisation, es war schlichtweg die Umwertung aller Werte.

 

Schön, wie schnell und radikal der Umdenkprozess doch verlaufen kann, wenn die Zeit von Gott her, anders kann man es wohl nicht sagen, reif ist.

 

Wenn so etwas möglich war und dazu eine Aufdeckung solcher Tatsachen von Politik, Medien und der Geschichtsschreibung seit fast siebzig Jahren verhindert wird, dann war mir klar, konnte man sich auf all die anderen geschichtlichen und gesellschaftspolitischen „Fakten“, wie sie uns immer als Tatsachen vermittelt wurden, ebenso wenig verlassen.

 

So ist es. :-) Ganz einfache spirituelle und psychologische Mathematik. Das Ein-Mal-Eins sozusagen.

 

Denn eines ist klar, fast alles, was wir über die Verhältnisse zu wissen glauben, wurde uns durch Bücher, Medien und Lehrer vermittelt, nichts davon haben wir selbst erfahren oder wenn es sich um geschichtliche Fakten handelt, kennen wir aus dem Mund von Zeitzeugen. Wir haben bis jetzt schlicht einfach nur geglaubt, dass es wirklich so gewesen ist. Was davon aber ist wahr? Etwas später habe ich dann das geflügelte Wort zum ersten Mal bewusst in mich aufgenommen, nämlich dass die „Geschichtsschreibung immer die Geschichtsschreibung der Sieger“ sei. Nun war für mich der Geist aus der Flasche und wenn man erst einmal innerlich den Schritt gemacht hat, sich für das größere Spektrum der Wirklichkeit, mit seiner ganzen Abgründigkeit, zu öffnen, dann scheint man auch wie magnetisch alles, was einem ein kompletteres und realeres Bild der Wahrheit vermitteln kann, anzuziehen. Die Wahrheit ist ein selbstbewusstes Weib und sucht Empfänger und Botschafter und möchte gehört und weiter gegeben werden.

 

So ist es. Die Wahrheit ist auch gar ein wunderschönes Weib. Unerbittlich und klar in ihrer Reinheit und Deutlichkeit. Und so vieles mehr. :-)


Date: 2016-01-03; view: 161


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