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Thema 3 Stilfärbung und stilistische Bedeutung

1Eine der Grundbegriffe der Stilistik ist der Begriff der Stilfärbung. Unter der Stilfärbung versteht man eine yu logisch gegenstandliche zusatzliche Bedeutung, die den qualitativen und quantitativen Gebrauch der sprachlichen Einheit im Kontex vorausbedigt. zB „das Gesicht“ im Worterbuch und in der schonen Literatur.

Jakob Scharnhost versteht unter Stilfarbung die besondere stilistische Prägung einer sprachlichen Einheit, ihre Spezialisierung fur bestimmten Aufgaben. Dieser Begriff bezieht sich nach seinder Meinung insbesondere auf Worter. Die Stilfarbung nach Emilie Rieselist eine spezielle Ausdrucksschatierung di dieHauptbedeutung der betreffenden Wortes uberlagert. Beim Erlernen einer Fremdsprache spielt die Stilfarbung der sprachlechen Äußerung eine wichtige Rolle. Es genügt nicht die lexikalische Bedeutung dieses oder janes Wortes yu verstehen, es genügt nicht den Bau dieser oder jener szntaktischen Konstruktion richtig yu erfassen. Um die einzelnen Sprachgebilder zweck entsprechend yu gebrauchen muss man die beiden Arten der Stilfarbung kennen: absolute und kontextualle. Unter der absoluten Bedeutung versteht man die Stilfarbung des Wortes ohne Kontex. Unter kontextuallen Stilfarbung eines Wortes ist eine spezielle stilistische Schattierung zu verstehen, das heisst solche die das Wort im Textzussamenhang anniemt.

2Es gibt zwei Kategorien von Stilfärbung, die aber in der Sprachwirklichkeit in ständiger Wechselbeziehung zueinander stehen: die funktionaleund die semantisch-expressiveStilfärbung.

Unter “funktionaler Stilfärbung” verstehen wir jenes spezifische Gepräge der Sprachmittel, das gerade auf ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten Redestil hinweist. Es handelt sich — wenn man so sagen darf — um die spezifische Atmosphäre innerhalb dieser oderfjener funktionalen Verwendungsweise der Sprache. Diefunktionale Stilfärbung kann im Gesamtcharakterder Rede fühlbar werden. So empfindet man Steife und Förmlichkeit der Darstellung als funktionale Stilfärbung des Amtsstils, logisches Dozieren und Beweisführen als funktionaleStilfärbung des wissenschaftlichen Stils, während für den publizistischen Stil ein gewisser Agitationscharakter den funktionalen Hintergrund bildet. Der Alltagsstil ist funktional gekennzeichnet durch Ungezwungenheit der Rede, durch Emotionalität und Dynamik, Anschaulichkeit und Bildhaftigkeit, durch Humor und Satire.

Die funktionale Stilfärbung bricht aber auch in einzelnen Sprachelementendurch: in bestimmten Wörtern und Wendungen, Konstruktionen und Intonationsvarianten, die gerade die Zugehörigkeit zu diesem oder jenem Stil verraten (vgl. Z. B. Die Formulierungen Ich danke verbindlichst und Ich danke sehr).In jedem funktionalen Stil finden sich – nebst einem neutralen Wortschatz sowie neutralen grammatischen und phonetischen Erscheinungen, die allen Verwendungsweisen der Sprache gemeinsam sind – bestimmte funktional-stilisch gefärbte Bestandteile.



Besonders offenbart sich die funktionale Färbung im Stil des offiziellen Verkehrs. Dazu ausführlichere Beweise aus einem seiner Gattungsstile, dem sog. Kanzleistil. Zunächst gibt es eine typische Amtsterminologie: Wörter und Wendungen wie rekurrieren einen Rekurs einlegen (d. H. Gegen eine gefällte Entscheidung Einspruch erheben), jemand suspendieren (d. H. Des Amtes entheben), etwas als Nachnahme schicken (d. H. Unter Einziehen der Kosten vom Empfänger). Dazu kommen Fügungen von stark ausgeprägter funktionaler Färbung: ab sofort, f. d. r. (d. H. Für die Richtigkeit der Unterzeichnung), in Bedachtnahme auf bereits erfolgte Zahlungen u. a. m.

Unter semantisch-expressiver Stilfärbung“ verstehen wir Ausdrucksschattirungen innerhalb eines funktionalen Stils, die durch zwei Momente gekennzeichnet werden: durch ihr Verhältnis zur literarischen Norm und durch ihren emotionalen Gehalt.
Demnach lassen sich zwei Komponenten der semantisch-expressiven Stilfärbung unterscheiden, die sich aber wieder in der Sprachwirklichkeit überkreuzen und kombinieren:
1. die Stilfärbung nach der literarischen Qualität der Rede (d. h. nach ihrem Verhältnis zur literarischen Norm); 2. die Stilfärbung nach der Expressivität der Rede. Literarisch-umgangsprachliche Stilfärbung ist gekennzeichnet durch Vorherrschen der Alltagslexik, durch gelegentliche Entlehnungen aus Ortsdialekten und bei emotionaler Erregung auch durch Entlehnungen aus der grober Lexik.

ZB. Das Wort “sterben“ Ann ist gestern gestorben(verstorben) – im tatsachen Stil formuliert man so.

Ann ist gesern verschieden(verblicken). Iher funktionale Stilfarbung lasst auf Anwendung im offiyiellen Verkehr ZB Todesanzeige in der Presse. Ann ist gestern seelisch im Herrn entschlaffen. Der Herr hat sie zu ihm gerufen( religiose Sonderlexik)

Die zweite Komponente der semantisch-expressiven Stilfärbung betrifft den Grad und die Beschaffenheit der Expressivität, die dieser oder jener konkreter Aussage bekommt.

Der Grad und die Beschaffenheit der Expressivität läßt sich nur schwehr an einzelnen Wörtern und Wendungen, an einzelnen grammatischen Formen und Konstruktionen bestimmen. Welche Stilfärbung dieser oder jener Aussage gegeben wird, hängt von den verschiedenen Umständen ab: in erster Linie vom Inhalt und Zweck der Rede, d. h. von ihrer funktionalen Zugehörigkeit (funktionale Stilfärbung), ferner von der Einstellung des Sprechers zum Gegenstand seiner Rede, von seiner sozialen Zugehörigkeit und seinen individuellen Eigenheiten, von der Grad der Sprachbeherrschung usw.

 

3Die stilistische Bedeutung vereinigt nach Riesel 3 Komponente: - funktional-stilistische Komponente, sie weist auf die Zugehorigkeiten des Wortes zu einem bestimmten funktionalen Stil( Alltagsrede, Poesie, Wissenschaft, neutral) – normativ-stilistische Komponente bedeuten die normative Stilfarbung der Wortes( gehoben, normalschprachlich, familiar, grob) –expressiv-stilistische Elemente. Sie zeigt das Verhaltnus des Sprechenden zum Gegenstand einer Ausserung(vertraulich, ubertrieben, spottisch, scherzhaft, abwertend)

Die normative und expressive Stilfarbung wirken oft zusammen. Sie konnen positive(Begeisterung, Freude, Liebe) und negativ( Spott, Sarkasmus, Hass) sein.

Skala der Stilfarbung „das Gesicht“

-gesenkter Stil a) literalisch-umgangsprachlich-die Visage, Physionomie

b) grob – das Gefress, die Fresse

c)gehobener Stil a) geheoben gebraucht man das Substantiv „das Antlitz“

\b)mehr gehoben „das Angesicht“

Der gesenkte Stil wird in dr Alltagsrede, der gehobebne in der Poesie, in der schonen Literatur.

Einige Ilustrationen zur absoluten Stilfarbung in Lexik und Fraseologie:

-Das Verb «gestatten” als Synonym zu erlauben, literalisch)

-die Fresse, das Maulwerk, grob

-immer wieder die alte Klatte, literalisch, umganschprachlich

-nicht von schlechten Eltern, stark sein

Absolute Stilfarbung grammatischer Erscheinungen :

-der Hut des Vaters, literalisch

-der Hut vom Vater, literalisch-umganschpachlich

Nullexpressivitat haben im Zussamenhang der Rede eine neue kontextualle Farbung an.

„Fressen“

So friss schon seinen Brei auf, klingt familiar, umgangsprachlich

-der delbe Satz gewindt grobe, beleidigande Stilfarbung wenn er von einem Gefangniswarter an den Heftling gerichtet ist.


Date: 2016-01-03; view: 2739


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