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Darstellung des Bezugs der Fragestellung zu den Inhalten des Seminars

Formular zur Dokumentation eines Praxiserkundungsprojekts

Name:penzina marina Datum:10.06.2015 DLL-Einheit:Kiew seminar online Namen der Gruppenmitglieder:Frantskevich Daria, Dumnova Natalia, Fadeeva Ekaterina, Penzina Marina (pep-Gruppe 3) Institut:slz Samara Ort:Samara, russland

Fragestellung, der im Praxiserkundungsprojekt nachgegangen wurde

Was passiert, wenn ich meine Lernenden mit den Arbeitsblättern an den Stationen autonom, d.h. ohne weitere Erläuterungen von meiner Seite arbeiten lasse?

 

Darstellung des Bezugs der Fragestellung zu den Inhalten des Seminars

Aus diesem Grund haben wir uns für die Fragestellung interessiert: Wir wissen aus unserer Erfahrung, dass viele LehrerInnen ihren LernerInnen immer erklären, was bei dieser oder jener Aufgabe gemacht werden soll. Das führt aber oft dazu, dass der Redeanteil der Lehrperson zu hoch ist. Ziel des FSUs ist jedoch, Lernerautonomie zu fördern. Wir möchten unsere Lernenden an den Stationen ohne weitere Erläuterungen autonom arbeiten lassen.

Das hängt mit folgendem Aspekt, den wir im Seminar im Online Seminar kennengelernt haben, zusammen: Einer der Schwerpunkte unseres Seminars war die Lerntechnik „Stationen lernen“, die wir ausprobieren und einschätzen konnten. Einer der Stolpersteine der Arbeit mit dieser Technik ist die Verwirrung der KTN wegen der nicht korrekten Aufgabenstellung oder zu hoher Redeanteil der LK und der Zeitverlust.

 

3. Beschreibung der Durchführung des Praxiserkundungsprojekts

 

In diesem Kontext habe ich das Praxiserkundungsprojekt durchgeführt:

Institution: SLZ Samara

Zielgruppe: Allgemeiner Abendkurs für Erwachsene (ab 16 Jahren), 16 KTN, Niveaustufe A1, heterogen, monokulturell

Lehrwerk: Aussichten A1, Kapitel 10

Dauer: 60 Min. Die Arbeitsform „Stationen lernen“ wurde zur zusammenfassenden Wiederholung des abgeschlossenen Kapitels eingesetzt.

 

So habe ich das Praxiserkundungsprojekt durchgeführt:

Das Praxiserkundungsprojekt wurde von mir in der abschließenden Sitzung zur aktuellen Lektion (Thema: Reisen) in der Anfängergruppe durchgeführt. In der Vorbereitungsphase entwickelte ich die Arbeitsblätter - möglichst abwechslungsreich von sprachlichen Inhalten und den dabei geübten Fertigkeiten her. Dementsprechend wurde die Entscheidung für Sozialformen getroffen. Als ein weiteres Arbeitsmaterial für KTN wurde der Laufzettel erstellt, auf dem die Bearbeitung der vier angebotenen Stationen dokumentiert werden konnte. Die entwickelten Aufgaben waren nämlich:

  1. Wann kommt der Zug in Stuttgart an?(Fahr- und Flugpläne lesen: LV-Aufgabe + Logikspiel)
  2. Wie ist das Wetter heute?(Wetterberichte im Radio: Hörtext + Zuordnungsaufgabe als Verstehenskont-rolle)
  3. Warum denn?(weil-Sätze: Wechselspiel)
  1. Ans Meer? – Am Meer! (Postkartentexte korrigieren und ergänzen, Wo? Wohin?: Fehlerjagd + Ergän-zungsaufgabe)

Um eine Pause vor der Arbeit an einer weiteren „regulären Station“ zu überbrücken, hatten die schnelleren KTN die Möglichkeit, die Aufgaben der Pufferstation(Wortschatzarbeit: Dominospiel) zu erfüllen.



Zu Beginn der Durchführungsphase wurden die Teilnehmer in 4 Gruppen durchs Kärtchenziehen (Satzpuzzle aus 4 Teilen zum Thema der Unterrichtsreihe „Reisen“) eingeteilt. Die KTN, die am schnellsten mit der Partnerfindung fertig waren, durften sich für ihre erste Station nach Interesse entscheiden usw. Da die Arbeit an Stationen bereits zum dritten Mal in der Projektgruppe durchgeführt wurde, konnte die Zeit zum Prinzipklären erspart werden.

Die Experimentgruppe schließt bald die Niveaustufe ab, d.h. die KTN kennen sich seit etwa 3 Monaten und konnten es mittlerweile lernen, kooperativ zu arbeiten, sodass viele KTN es unproblematisch fanden, nur auf sich und auf einander bei der Bewusstmachung der Aufgabenstellung und Bearbeitung der eigentlichen Aufgabe angewiesen zu sein.

Die KTN bekamen die Arbeitsblätter und weitere Materialien und konnten sich an die Arbeit machen. Die Stationen 1, 3 und 4 sowie die Pufferstation befanden sich im Unterrichtsraum, während die Station 2 in den benachbarten Kursraum, in dem der Laptop mit Lautsprechern bereits zur Verfügung stand, verlegt wurde. Die im Voraus mündlich angekündigte und auf den Arbeitsblättern angegebene Bearbeitungszeit durfte max. 12 Minuten betragen.

So habe ich Daten gesammelt:

Während des Unterrichts versuchte ich meine KTN bei der Arbeit, ohne erklärend oder helfend einzugreifen, zu beobachten, und machte dabei Feldnotizen. Nach der Bearbeitung der Aufgaben auf jeder Station sollten die KTN zusätzlich einen kurzen Fragebogen ausfüllen, in dem sie ihre Meinung zur Verständlichkeit und Transparenz der Aufgabenstellungen äußern durften:

 

Die Aufgabe ist klar formuliert. Ich habe die Aufgabe gut und schnell verstanden.       Die Aufgabe ist sehr kompliziert formuliert. Ich habe die Aufgabe gar nicht verstanden.  

 

4. Beschreibung der Ergebnisse der Datenerhebung innerhalb des Praxiserkundungsprojekts (mit anhängen)

Das war das Ergebnis der Auswertung der im Praxiserkundungsprojekt gesammelten Daten:

Die Umfrage der KTN nach der Bearbeitung der Stationenaufgaben sowie die Beobachtung der KTN im Laufe der Arbeit haben ergeben, dass die KTN weitgehend ohne zusätzliche Erläuterungen der KL zu Arbeitsmaterialien auskommen können.

Im Unterricht waren 15 KTN (Es gibt insg. 16 KTN nach der Gruppenliste) anwesend, die in vier Gruppen geteilt wurden und alle vier Stationen durchgemacht haben. Die meisten KTN schätzten die Aufgabenstellungen im Bereich „(ziemlich) klar formuliert“ ein (= die ersten zwei Markierungsmöglichkeiten im Fragebogen links). Als etwas problematisch erwies sich die erste Station, und zwar die Aufgabenstellung und die Aufgaben an sich (LV-Aufgabe + Logikspiel), wo sich die KTN mehr Transparenz wünschten. Generell ließ sich feststellen, dass das selbstständige Erschließen der Aufgabenstellung eine gewisse Zeit extra in Anspruch nimmt (Überlegungen zu dieser Frage siehe weiter).

Ansonsten zeigten die KTN Bereitschaft, autonom zu handeln, was mit der Bearbeitung jeder weiteren Station immer deutlicher zu beobachten war. Hilfe brauchten die KTN manchmal in der Prüfungsphase, wenn sie nach der Selbstkontrolle mit dem Lösungsblatt immerhin Fragen zu den Aufgabeninhalten oder Lösungen hatten. Diese Erkenntnis bezieht sich aber v.a. auf die Inhalte der Aufgaben und liegt somit nicht wirklich innerhalb unserer PEP-Frage.

 

5. Reflexion der Ergebnisse des Praxiserkundungsprojekts und Der Folgen für die professionelle Weiterentwicklung

Das habe ich persönlich aus der Auswertung des Praxiserkundungsprojekts gelernt:

Der Einsatz der Arbeitsform „Stationen lernen“ kann auch ohne ausführliche mündliche Erläuterungen zu den Aufgaben seitens der Lehrkraft sinnvoll sein. Insoweit fungiert sie nicht nur als eine Art und Weise, auf die eigentliche Lerninhalte behandelt werden, sondern als ein wirksames Mittel zur Entwicklung der sozialen Kompetenzen der Lerner. Die KTN erschließen die Aufgabenstellung nämlich autonom und kooperativ, d.h. sind auf eigene Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die von ihren Partnern angewiesen.

Aus den Nachphase-Zeugnissen und der Beobachtung der KTN in der UE geht klar hervor, dass eine zielgruppenorientierte Zusammensetzung der Aufgaben und Arbeitsanweisungen die entscheidende Rolle für ein erfolgreiches Stationen-Verfahren im FSU spielt. Zusammenfassend lassen sich folgende Richtlinien aufstellen:

- Niveauangemessene Aufgabenstellung

Die Aufgabenstellungen sollen den Fähigkeiten und Lernkompetenzen der Lerner entsprechen. Für meine PEP-Unterrichtseinheit habe ich diesen Aspekt nur teilweise berücksichtigt und zwar um die niveaugerechte sprachliche Gestaltung bemüht, aber außer Acht gelassen, dass die Arbeitsform Logikspiel nicht zu den Lernerfahrungen der KTN gehört. Daraus halte ich für mich fest: Eine ganz unbekannte Arbeitsform bzw. Arbeitsprinzip wäre in einer Anfängergruppe nicht geeignet für die autonome Arbeit.

- Zeiteinteilung

Die PEP-Unterrichtseinheit hat gezeigt, dass eine selbstständige Arbeit der KTN an der Erschließung der Aufgabenstellung ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt, was zum einen heißt, dass die LK die Bearbeitungszeit realistisch einplanen soll, damit es kein Zeitdrang entsteht (Diese Zeit bedeutet schließlich keinen Zeitverlust, wie es oft bei langen und trotzdem nicht immer einleuchtenden Lehreraussagen der Fall ist – hier handeln die KTN eben selbstständig), zum anderen, dass die Arbeitsmaterialien alle wichtigen Informationen für eine erfolgreiche Arbeit beinhalten sollen (siehe dazu auch den Punkt Die Gestaltung der Arbeitsmaterialien).

- Die Gestaltung der Arbeitsmaterialien

Die Arbeitsblätter und andere Materialien müssen alle nötigen Hinweise zu Sozialform, Vorgehensweise (mit verbalen oder bildlichen Beispielen, die die Aufgabestellung demonstrierend unterstützen), Zeitlimit, Kontrollverfahren usw. in übersichtlicher plausibler Form enthalten. Eine wichtige Erkenntnis zu diesem Aspekt wäre also: so ausführlich wie nötig, so knapp und übersichtlich wie möglich.

- Bereitstellung der Medien und Hilfsmittel

In der Vorphase soll man sich als LK unter anderem darum kümmern, dass alle zur Durchführung der Arbeit notwendigen Materialien zur Verfügung stehen, sodass keine Zeit für deren Besorgung verloren geht.

- Die Rolle der LK im FSU

Da es bei unserem PEP gerade um ein Experiment ging, fiel es mir zunächst nicht leicht, mich aus dem Arbeitsprozess zurückzuziehen. Daraus kann ich nämlich schließen, dass sich die LK möglichst konsequent beim Einsatz solcher Arbeitsform vorgehen soll: Nachdem die LK den KTN erklärt hat, sie müssten ohne weitere Erläuterungen die Aufgabenstellungen und Arbeitsanweisungen begreifen und erfüllen, soll sie sich daran festhalten und eine Beobachterrolle übernehmen. Zugleich soll die LK ihre KTN auch ermutigen, falls sich einige bei einer Station überfordert fühlen, und sie auffordern, selbst zu handeln und sich kooperativ an die Arbeit zu machen.

 

 

 


Date: 2015-12-24; view: 1886


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