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Seit der Unabhängigkeit der Ukraine Anfang der 90er-Jahre ging in der Ukraine ein sehr komplizierter und vielgestaltiger Prozess der Neuerung von Bildung und Wissenschaft vonstatten. Aufbauend auf dem Erbe der Sowjetunion, musste die Ukraine eine eigenständige Forschungs- und Bildungslandschaft aufbauen. Dabei waren ihre Voraussetzungen im Vergleich zu anderen früheren Sowjetrepubliken relativ gut, da sie über ein breites Profil in der Forschung verfügte.

Im Bildungsbereich ist es vergleichsweise gut gelungen, die Angleichung an das europäische Bildungssystem zu erreichen. Die Vielfalt der Bildungsangebote ist erheblich gewachsen, die Bildungsform kann entsprechend den eigenen Wünschen und Fähigkeiten ausgewählt werden. Wie in meisten europäischen Ländern ist in der Ukraine die zwölfjährige Ausbildung eingeführt. Größere Aufmerksamkeit wird der Bildung für körperlich und geistig Benachteiligte und der Begabtenförderung gewidmet. Große Anstrengungen werden unternommen, um insbesondere im ländlichen Raum die Ausbildungsmöglichkeiten zu verbessern. In Übereinstimmung mit der Verfassung ist die kostenlose Bildung in der Ukraine garantiert, in der letzten Zeit haben sich jedoch auch nichtstaatliche Bildungsträger entwickelt, bei denen für die Ausbildung in der Regel bezahlt werden muss.

Zuständig für die Bildungspolitik ist auf allen Ebenen von der Vorschulerziehung bis hin zu den Universitäten das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, Jugend und Sport in Kyjiw.

Das Bildungssystem der Ukraine ist dreistufig. Es beginnt mit der Vorschulstufe. Hier können die Eltern entscheiden, ob das Kind zuhause bleiben soll oder in den Kindergarten geht. Die Kindergärten sind zu bezahlen.

Die zweite Stufe ist die Schulstufe. Seit August 2000 werden die Kinder im Alter von 6 Jahren eingeschult. Sie besuchen die Schule offiziell 12 Jahre lang. In der Praxis wird aber in der Regel die 4. Klasse ausgelassen, so dass man nach nur 11 Zeitjahren bereits das Reifezeugnis erhält.

Es gibt in der Ukraine viele Spezialgymnasien, in denen bestimmte Fächer (Sprache, Naturwissenschaften oder Fächer im Wirtschaftsbereich) vertieft unterrichtet werden. So gibt es Gymnasien mit erweitertem Deutschunterricht, an dem deutsche Lehrer arbeiten und die Schüler das Deutsche Sprachdiplom (DSD) ablegen können. Mit diesem Diplom haben sie das Anrecht, an einer deutschen Hochschule studieren zu können. Die Klassenstufen werden im Schwerpunktfach oft nach Leistung in mehrere Gruppen aufgeteilt. Das Notensystem ist ein 12-Punkte-System, beste Wertung 12.

Der Fremdsprachenunterricht beginnt in der Regel in der Grundschule, teilweise aber auch schon im Kindergarten. Aufgrund von Raummangel arbeiten viele Schulen in zwei Schichten, das heißt, einige Klassenstufen werden am Vormittag, die übrigen am Nachmittag unterrichtet. Die Schulwoche ist eine 6-Tage-Woche. An den Nachmittagen werden oft Arbeitsgemeinschaften oder Nachhilfekurse angeboten. Sehr populär sind die Schulwettbewerbe, die so genannten "Olympiaden", in verschiedenen Fächern, bevorzugt in den Fremdsprachen. Zuerst treten die Schüler innerhalb der Schule gegeneinander an, die Besten nehmen dann an der Stadt-, Bezirks- und schließlich der Landesolympiade teil.



Nach dem Erhalt des Reifezeugnisses kann man ein Studium an einer Hochschule aufnehmen. Die Voraussetzung hierfür ist das Ergebnis des unabhängigen Testens. Je nach Ergebnis wird der Abiturient immatrikuliert.

Das Gesetz zur Reform des Hochschulwesens räumt den Hochschulen mehr Entscheidungsspielraum ein und gliedert sämtliche Einrichtungen nach einem Maßstab, der von Stufe 1 bis Stufe 4 reicht. Die Stufen 1 und 2 umfassen alle berufsbildenden und technischen Einrichtungen, die Bildung auf nicht-universitärem Niveau anbieten. Stufe 3 gilt für die Hochschulen, die keine eigene Forschung betreiben und den Doktorgrad nicht vergeben dürfen, jedoch Bildung auf universitärem Niveau bieten. Stufe 4 umfasst alle Universitäten, Konservatorien, Akademien und auch einige Hochschulen. Diese Einrichtungen dürfen Doktorgrade vergeben und betreiben eigenständige Forschung.
Die Reform sah auch die Einrichtung von Bachelor- und Magister-Studiengängen vor, wo es zuvor nur fünfjährige Studiengänge gab, die zum Erwerb des Titels Spezialist führten.

Für gute Noten bekommen die Studenten Stipendien.

Das Studium dauert je nach Fachrichtung 4 bis 5 Jahre. Die Studenten sind in feste Studiengruppen aufgeteilt, mit denen sie alle Veranstaltungen besuchen. Der Stundenplan wird den Studenten vorgegeben, eine eigenständige Auswahl der Seminar oder Vorlesungen wie in Deutschland ist nicht möglich.

Der akademische Grad Bachelor wird nach dem erfolgreichen Abschluss eines vierjährigen Studiums (im Falle von Medizin sechs Jahre) vergeben. Das Bachelor-Programm umfasst sowohl berufsbezogene wie auch allgemeine Elemente der Hochschulbildung. Das Diplom des Spezialisten (einer bestimmten Fachrichtung) wird nach einem fünfjährigen Studium vergeben. Es handelt sich hierbei um Studienprogramme, deren Aufbau sich am alten sowjetischen System orientiert.
Aufbauend auf den ersten akademischen Abschluss (Bachelor und Spezialist) kann ein ein- bis zweijähriges Magisterstudium angeschlossen werden.

Doktoranden-Studiengänge: Postgraduierten Studien, Prüfungen sowie das Erstellen einer Doktorarbeit, die öffentlich verteidigt werden muss, sind die Inhalte dieser Studiengänge. Bei erfolgreichem Abschluss wird der akademische Grad Kandidat der Wissenschaften vergeben. Er ist vergleichbar mit dem internationalen Abschluss Dr.(Doktor).
Aufbauend darauf besteht die Möglichkeit, den höchsten in der Ukraine zu vergebenden Grad Doktor der Wissenschaften zu erwerben. Dieser Grad ist mit einer Habilitation vergleichbar. Die Habilitationsarbeit sollte einen Beitrag zur Weiterentwicklung innerhalb eines bestimmten Forschungsgebiets leisten und vollständig bzw. in wichtigen Teilen veröffentlicht werden.

Wer die Schule bereits nach der 10. Klasse abschließt, kann an einer Berufsschule oder eine Fachschule eine Ausbildung beginnen. Für die Aufnahme an eine Berufsschule sind keine Aufnahmeprüfungen notwendig. Auch hier ist es möglich, Stipendien zu erhalten. Nach Abschluss einer Beruf- oder Fachschule ist die Immatrikulation an einer Hochschule möglich.

 

1. Nennen Sie die Bildungsstufen in der Ukraine. Charakterisieren Sie diese.

2. Was sieht die Reform des Hochschulwesens vor?

 

3. Ergänzen Sie die folgende Zusammenfassung des Textes. Verwenden Sie Wörter aus dem Text oder eigene Ausdrücke.

Seit Anfang der 90-er wird … reformiert. Die Bildungsangebote sind vielfältiger geworden. Die Bildungsform kann entsprechend …. auswählen. Neben den staatlichen Bildungseinrichtungen haben sich … entwickelt. Für die Bildungspolitik in der Ukraine ist das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, Jugend und Sport … . Das ukrainische Bildungssystem ist dreistufig, von der Vorschulstufe bis zur Hochschule. Abiturienten werden nach dem Testergebnis … . Sämtliche Einrichtungen werden in 4 … gegliedert.

 

4. Vergleichen Sie die Texte A und B. Was haben sie gemeinsam? Worin gibt es Hauptunterschiede? Gebrauchen Sie die folgenden Redemittel: im Vergleich zu…, ich möchte vergleichen, es sei verglichen, es gibt keinen Unterschied, unterscheidet sich in, von, durch, genauso, ebenso, ähneln, ähnlich, gleich.


Date: 2016-03-03; view: 289


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