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Und dem Allgemeinwortschatz

 

Zwischen der Sonderlexik und dem Allgemeinwortschatz sind Wechselbeziehungen zu beobachten. Diese Wechselbeziehungen stehen immer im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses.

1. Die Einflüsse der Fachlexik auf den Gemeinwortschatz. Die Fachwörter verschiedener Bereiche beeinfussen immer stärker den Wortschatz der Gemeinsprache. Darum spricht man heute von einer Intellektualisierung der Gemeinsprache. Z.B., ehemalige wissenschaftliche Termini, die von der Gemeinsprache adoptiert werden:

Analyse, Basis, Charakter, Element, Faktor, Kettenreaktion, Kollektiv, Perspektive, Struktur.

Die Bedeutungen dieser Lexeme sind Resultat der Entterminologisierung der ehmaligen Fachwörter. Als Beispiele können auch ehemalige wissenschaftliche Termini gelten wie:

Begriff, Inhalt, Sein (das), Bewusstsein (auch als Grundlage vieler Komposita:

National-, Pflicht-, Rechts-, Selbst-, Staats-, Verantwortungsbewusstsein.

Dabei ist auch der gegenseitige Prozess festzustellen: so hat z.B. das alte Wort Strom (großes, fließendes Gewässer) eine neue, spezialisierte Bedeutung durch die Elektrotechnik erhalten - Stromnetz, Wechselstrom usw.

2. Die Einflüsse der Gruppenwortschätze auf den Gemeinwortschatz. Die Lexik der Gemein- und Umgangssprache wird ständig durch Gruppenwortschätze bereichert. Die Wechselbeziehungen zwischen Jugendlexik und Umgangssprache ist ein interessantes Thema der modernen lexikalischen Forschung. Gerade die Jugendlexik ist eine der wichtigsten Quellen der gängigen Ausdrücke bzw. Modewörter in der Alltagsrede. Der Wortschatz der Jugendlichen wird von anderen Altersgruppen übernommen. Das erlebte das Wort Klasse (,hervorragend, ausgezeichnet`), super (dieselbe Bedeutung). Eine ähnliche Entwicklung erleben heute die entlehnten Wörter cool, geil, affengeil.

3. Die Wechselbeziehungen zwischen Gruppenwortschätzen und Berufs- und Fachwortschätzen. Auch Gruppenwortschätze ste­hen in enger Wechselbeziehung zu Berufs- und Fachwortschätzen. Einerseits verwenden in Betrieben Alters- und Interessengruppen ihren Wortschatz. Andererseits dringt Berufs- und Fachlexik in den Sprachgebrauch von Freizeitgruppen ein. Dies ergibt sich auch daraus, dass Bürger verschiedenen sozialen Gruppen angehö­ren. Sie sind vor allem Familienmitglieder, gehören aber auch zu verschie­denen Kommunikationsgemeinschaften nach Beschäftigung und Inte­ressen, können unterschiedlichen Freizeitgruppen beitreten.

Im schöngeistigen Text wird die Sonderlexik zur Skizzierung des Sprach­porträts genutzt. Solche Wörter sind ein Indikator für die berufliche Tätig­keit, die soziale Stellung oder Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen.

Bei der Betrachtung der Erscheinugsformen der deutschen Sprache, der Stratifikation des deutschen Wortbestandes und der Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Schichten kann man folgende grundsätzliche Schlüsseziehen:



1) Aus synchroner Sicht ist der Worbestand ein vielschichtiges Gebilde, das die Kommunikation einer Sprechgemeinschaft gewährleistet. Die zentrale Schicht bildet der Allgemeinwortschatz, der den Begriffsschatz der Sprache repräsentiert, was seine Multivalenz bedingt, d.h. seine Gültigkeit in allen Gebrauchssphären. Diese Schicht ist auch durch den normativen Charakter und einen Reichtum an funktional-stilistischen Varianten gekennzeichnet. Um diesen Kern liegen weitere oder periphere Schichten:

- fachgebundene Lexik (Termini, Halbtermini, Fachjargonismen),

- Gruppenwortschätze sozialer Gruppen und der Altersgruppen (Studentensprache, Argot, Jugendsprache usw.),

- die territorialgebundene Lexik (dialektale und landschaftliche).

2) Aus diachronischer Sicht ist der Wortbestand Produkt zahlreicher sozialbedingter und sprachlicher Übergänge aus zentraler Schicht in periphere und umgekehrt.

 


Date: 2016-01-03; view: 157


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