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Zuordnungsfolge 140

 

Form und die Stellung im Text beziehen sich die Hilfsbezeich-nungen ↑ Teilzitat und ↑ Spitzenzitat.

Zuordnungsfolge, Attributkette: stufenweise Zuordnung eines Begriffs zu einem übergeordneten Begriff, wobei der abstraktiv höherstehende Begriff grammatisch jeweils untergeordnet ist; eine Form der ↑ Zuordnungshäufung. Zuordnungsfolgen erscheinen grammatisch als eine mehrfache Aneinanderreihung von präpositionalen Kasus (Voraussetzung für die Beziehungen zu den Menschen in diesem Betrieb) oder als eine Kette von Genitiven (Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates des Kreises), oder es erscheinen präpositionale Kasus und Genitive im Wechsel. Im Hinblick auf die Verständlichkeit ist gegen Zuordnungsfolgen nichts einzuwenden; sie können noch über das fünfte Glied hinaus leicht erfaßbar sein (Auszüge aus dem Diskussion-beitrag des Stellvertreters des Vorsitzenden der Kommission Handel und Versorgung des Kreises). Größere Schwierigkeit bereitet das Verständnis umfangreicher Begriffskomplexe, die teils neben-, teils untergeordnet sind, teils nominalen, teils verbalen Charakter tragen.

Zuordnungshäufung: Häufung logischer Zuordnungen zu einem verbalen oder substantivischen Begriff. Das Zugeordnete er-scheint grammatisch als Attribut oder Adverbialbestimmung, die Häufung als Attributhäufung oder (seltener) als Adverbial-häufung. Die grammatische Bezeichnung der für den ↑ Nominal-stil wichtigen „Attributhäufung" verdeckt die Tatsache, daß es weniger um „Hinzugefügtes", um Eigenschaften geht — deren Häufung kann spezieller als ↑ Epithetahäufung bezeichnet werden —, als vielmehr um die Zuordnung des grammatisch determinierten Begriffs selbst, und zwar in zwei verschiedenen logischen Strukturen: (1) Der Begriff wird in einen größeren Zusammenhang eingeordnet und damit als Merkmal grammatisch untergeordneter Begriffe ausgewiesen (. .. die Wahrheit in Psychologie und Moral dieser scheinbar so leicht und plauderhajt arrangierten Romane [Rilla]) bzw. rubriziert (Leiter derKommis-sion für .. . beim ... in .. .); (2) der Begriff wird vofauszu-setzenden Vorgängen, Sachverhalten, Identitäten zugewiesen und erscheint logisch nur als deren Folge (Prozeß des Zerfalls des Kolonialsystems unter den Schlägen der nationalen Be-freiungsbewegung).


 

Zwillingsformel

 

Der Widerspruch zwischen grammatischer Unterordnung und logischer Überordnung erweist sich bis zu einem gewissen Grad als spannungsfördernd (↑ Satzspannung). Doch kann gehäufte grammatische Unterordnung, sofern sie nicht als rein sukzessive ↑ Zuordnungsfolge erscheint, mit zunehmendem Grad schwerer erfaßt werden, eben wegen des umgekehrten Verhältnisses von grammatischer Unterordnung und logischer Überordnung. Das Erfassen wird weiter erschwert durch das Nebeneinander und die grammatisch gleiche Behandlung der beiden genannten logischen Strukturen in ein und demselben Zusammenhang. Die Häufung von Zuordnungen ist einerseits ein Spiegelbild möglicher Abstraktionshöhe, indem sie eine große Zahl vorausgehender Geschehnisse und übergeordneter Bezüge begrifflich zu fassen und unter einem einzigen Begriffskomplex zu subsumieren vermag. Andererseits gilt sie mit Recht als Stilfehler, jedoch nicht aus den meist vorgebrachten sprachästhetischen Gründen (Häufung von -ung, von Genitiven usw.), sondern wegen der damit verbundenen ↑ Statik, dem Mangel an Zeitlichkeit. Vor allem wird das Spannungsverhältnis zwischen gedanklicher und sprachlicher Struktur überfordert und so auch die Wirksamkeit der Aussage (↑ Effekt) beeinträchtigt.

 



Zweiteilung: Grundtyp der Gliederung eines ↑ Textes. Der Text stellt zwei Teile gegenüber, auf innere Spannung zielend. Der Modellfall ist die ↑ Antithese. ↑ auch Dreiteilung.

 

Zwillingsformel: durch und verbundenes, in dieser Bindung übliches, meist stab- oder endreimendes Wortpaar, das oft durch ein Wort ersetzbar ist, aber wegen Betonung oder Rhythmus verwendet wird. Es benennt die gleiche Sache (Lenkung und Leitung) ( auch Tautologie), nahestehende Sachverhalte (weit und breit) oder Gegensätzliches, das sich zuweilen summieren läßt (Tag und Nacht = immer). ↑ Sprachrhythmus.

 


Date: 2016-01-03; view: 156


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Veranschaulichende Merkmalsfolge 134 | I. Czarodziejskie zwierciadło
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