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Von Maximilian Yehudi Schäfer 1 page

Offener Brief an alle Friedensaktivisten und friedlichen Widerständler

 

Eine Analyse der Neuen Friedensbewegung und deren Interaktion mit den real existierenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen

 

von Maximilian Yehudi Schäfer

 

 

Die Montagsmahnwachen als Erweckungsereignis

 

Ich bin seit Ostern 2014 ein Teil der ursprünglich von Lars Mährholz initiierten,

 

Es stimmt nicht, dass Lars Mährholz die Friedensmahnwachen initiiert hätte. Es waren Leute in Aachen. Durch den Truth Channel auf Facebook. Ein gewisser Marlon scheint dabei der Initiator gewesen zu sein.

 

immer montags stattfindenden, Friedensmahnwachen in Deutschland. Am 21.4.2014 war ich zum ersten Mal in Berlin zusammen mit ca. Fünftausend Teilnehmern auf dem Potsdamer Platz dabei. Es war eine sehr einschneidende Erfahrung für mich, die ich nie vergessen werde. Vor allem beeindruckte mich diese fast greifbare positive Energie des Volkes,

 

Was ist eigentlich ein Volk?

 

die ich so verdichtet, bis dahin noch nicht erlebt hatte und das daraus abgeleitete Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander. Mir wurde da zum ersten Mal richtig bewusst, was für eine ungeheure Kraft im Volk schlummert ( Grundgesetz: «Alle macht geht vom Volke aus!») und dass es doch wohl tatsächlich so etwas wie ein „gesundes Volksempfinden“ geben muss.

Heute mit den Erfahrungen und dem Abstand von etwa eineinhalb Jahren weiß ich, dass diese Zeit sozusagen die Phase der „Jungfräulichkeit“ unserer Bewegung war, wie dies ähnlich in jedem authentischen, von Idealen getragenen Zusammenschluss von Menschen zu beobachten ist. In dieser Phase können besonders die Initiatoren auf einer Welle von positiver Energie reiten, flankiert von einer Reihe von „günstigen Zufällen“, die das Ganze unterstützen und koordinieren. Es gab noch keine nennenswerten Flügelkämpfe oder Abgrenzungen, weil jeder das intensive Gefühl hatte, mit den anderen in einem Boot, mit dem gleichen Zielen, zu sitzen. Und das wichtigste Ziel war ganz einfach, die Bewahrung eines immer gefährdeteren Friedens. Frieden für Deutschland, für Europa und für die Welt und wenn wir aufgeweckten Bürger es nicht tun, wer sonst sollte es?

Diese Phase wäre auf der anderen Seite natürlich auch mit „schöpferischem Chaos“ zu umschreiben, was die organisatorischen Strukturen, aber auch die Kohärenz der Beiträge anbetrifft. Vieles war noch ungeschliffen, überemotional, manches auch banal. Aber weil das Zusammengehörigkeitsgefühl und der Enthusiasmus groß waren, deswegen waren auch das Wohlwollen und die Toleranz auch solchen, nicht ganz so gelungenen Beiträgen, gegenüber groß, was wiederum seinen eigenen Charme hatte. Klar ist, dass diese jungfräuliche Phase in jeglicher Volksbewegung immer nur kurz dauern kann, weil sie dann irgendwann unausweichlich an ihren eigenen Widersprüchen und den Fremdeinflüssen, die sich zwangsläufig einschleichen, schnell zu Grunde gehen würde. Die Frage ist dann eigentlich nur noch, woher der Impuls kommt und so bereitete sich auch bei uns, zumindest in der Mutter aller Mahnwachen, in Berlin, genau zu diesem Zeitpunkt, Ostern 2014, bereits eine Richtungsänderung vor, die der Neuen Friedensbewegung eine neue Qualität geben sollte, die sich in seiner ganzen Konsequenz erkennbar aber erst einige Monate später zeigen sollte. Und dies führte dann schließlich dazu, dass die Mahnwachen in gewisser Weise ihre Unschuld verloren, weil es zugelassen wurde, dass der zersetzende Same einer Ideologie gesät wurde und die Hauptverantwortlichen, wie Lars Mährholz und Ken Jebsen leider nicht die Erfahrung und den Überblick hatten, zu durchschauen, wes Geistes Kind sie sich damit eigentlich eingeladen haben.



 

Der Eintritt der Linken

 

Gemeint ist natürlich der Eintritt der „Linken“ in die Bewegung als unser Ursündenfall, mag dieses Ereignis sich nun „zufällig“ ergeben haben oder von hinter den Kulissen bewusst gesteuert worden sein. Federführend bei diesem Prozess war wohl Pedram Shayar, ein lang gedienter linker Politaktivist, der in der Vergangenheit in vielerlei Bewegungen und Organisationen, wie z.b. Attac, aber auch trotzkistischen Linksaußengruppen an forderster Front mitgemischt hatte. Auch er war an diesem denkwürdigen Ostermontag zum ersten Mal mit dabei, wenn auch noch als unauffälliger Zuschauer in der Menge. Er hat darüber auf seinem Blog ausführlich und sehr offen berichtet und dabei auch Einblicke in seine Gedankenwelt und Gefühlslage verraten, was für mich im Nachhinein sehr aufschlussreich zu lesen war.

Ich muss dazu sagen, dass ich selbst eine „linke“ Vergangenheit habe, die wahrscheinlich weiter zurück reicht, als bei den allermeisten anderen, die sich heute „Linke“ nennen. Ich bin in einer kommunistischen Bürgerfamilie aufgewachsen, mein Großvater mütterlicherseits war ein linker Sozialdemokrat und mein Vater saß als Widerstandskämpfer neun Jahre in den KZs Dachau und Mauthausen. Ebenso waren eine ganze Reihen von Onkeln und Tanten, Bekannten und Freunden meiner Eltern im Widerstand und ich habe meine halbe Kindheit in einer Ferieneinheim der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ ( VVN ) am Ammersee verbracht, was immer noch zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen zählt. Ich habe also das linke Gedankengut sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen, an den Ostermärschen bin ich mitgelaufen, so lange ich zurück denken kann, war Mitglied einer kommunistischen Schülervereinigung, stand als jugendlicher Schüler bei der Demonstration gegen den Springerverlag 1968 in München auf der Straße, wo es auch bereits zu Zusammenstößen mit der Polizei kam, war vermutlich der jüngsten Teilnehmer des legendären Knastcamps in Ebrach, zusammen mit Fritz Teufel und Dieter Kunzelmann im gleichem Jahr und war 1970 Mitgründer einer linken Polit-Kommune in München, wo später einige der bekanntesten Polit-Größen der außerparlamentarischen Opposition der damaligen Zeit ein- und ausgingen.

Ich wurde also von klein auf auf “links“ geeicht und das war für mich, meinem damaligen Bewusstseinstand entsprechend, auch in Ordnung so und ich bin auch lange Zeit gar nicht auf die Idee gekommen, daran irgendetwas in Zweifel zu ziehen, ganz im Gegenteil, war ich sogar lange ein wenig stolz darauf.

 

Jünger des New Age

 

Nun war ich aber auch ein Kind der Achtundsechziger und diese Generation war, was man heute in Deutschland so gerne vergisst, nicht nur politisch ausgerichtet, sondern zu großen Teilen auch offen für das damals insbesondere durch die Musik aus Amerika kommende „New Age Bewusstsein“.Wir waren nicht nur Jünger von Marx und Mao sondern auch von Bob Dylan und den Beatles. Und so waren wir ganz automatisch auch vertraut mit „weichen Drogen“ und der Botschaft einer globalen spirituellen Bewusstseinsveränderung. Und der Charakter von bewusstseinsverändernden Drogen und Musikbotschaften ist es nun einmal, dass es das Bewusstsein erweitert und so wurde ich ganz sanft und Schritt für Schritt, in Bereiche geführt, die ganz natürlich mein bis dahin materialistisches Weltbild ablösten. Ich verstand mithilfe der Bücher von Carlos Castaneda, Herrmann Hesse oder östlicher Weisheitslehren, die ebenso wie die Platten von Pink Floyd oder Jimi Hendrix damals fast jeder meiner Freunde sein eigen nannte, dass es noch weit mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als sich unsere Schulweisheit und eben auch eine eindimensionale materialistische Weltsicht träumen lässt.

 

Spaltung der Achtundsechziger

 

Genau genommen gab es zu Ende der Sechziger Jahre eine Spaltung unter den Linken. Die einen öffneten sich für den Geist der Bewusstseinserweiterung

und viele von ihnen gingen dann auch nach Indien und/oder schlossen sich einem Guru an und die anderen, die zumeist an einem materialistischen Weltbild festhielten, kamen in den Dunstkreis des terroristischen Untergrunds der RAF oder sympathisierten zumindest damit und die Dritten traten vom politischen Anspruch her den langen Marsch durch die Institutionen an, was aber in der Folge eher die Verfolgung einer akademischen Karriere mit linkem Anstrich, zur Beruhigung des Gewissens, war. Viele von letzteren haben heute einflussreiche Posten in Politik, Publizistik, Wirtschaft, Wissenschaft und Justiz inne. Man könnte nun denken, dass damit doch die Vision von Rudi Dutschke und der Frankfurter Schule vom „langen Marsch durch die Institutionen“ Wirklichkeit geworden und eine Erfolgsgeschichte sei. Aber anstatt dass die Linke die kapitalistische Gesellschaft und ihren Betrieb mit einem, wenn auch zweifelhaften, humanistischen Menschenbild positiv beeinflusst hätte, muss man aus einem gewissen geschichtlichen Abstand doch eher feststellen, dass die linke Ideologie von den bestehenden Machtzentren im Großen und Ganzen einfach einverleibt wurden. Der Ober sticht immer den Unter, so ist es schon beim Kartenspielen. Wobei im real existierenden Linksliberalismus von heute dem einzelnen, der linksideologische Anstrich als progressives Aushängeschild weiterhin zugestanden wird, so lange die bestehenden Machtstrukturen de facto nicht wirklich in Frage gestellt werden.

Natürlich ist das was man gemeinhin als „die Linke“bezeichnet seit den Siebziger Jahren in Mitteleuropa durch verschiedene Wandlungen gegangen, Marx, Lenin und Mao mögen an Strahlkraft verloren haben, die Utopie eines demokratischen Sozialismus mag vom Lauf der Geschichte überholt worden sein, aber die Grundvorstellung einer von Menschen ausgedachten Utopie einer gerechten Gesellschaft ohne Religion und Klassen, die auf Gleichheit der Individuen und Völker und eines vom Volk kontrollierten Finanz- und Wirtschaftssystems beruht, hat in den Köpfen überlebt. Einher geht diese Sichtweise, besonders in Deutschland, dem Land, das immer schon eine fatale Neigung zu Theoriebildung und Fundamentalismus hatte, mit einem verdeckten, mehr unbewussten Gefühl der moralischen Überlegenheit, was dann unausgesprochen als gleichbedeutend mit dem Recht zur politischen Deutungshoheit verstanden und da wo es machbar ist, auch entsprechend autoritär ausgeübt wird.

 

Die Mythen der linken Ideologie

 

Es darf hier einmal die ketzerische Frage erlaubt sein, auf welche realen Fakten sich dieses Überlegenheitsgefühl dieser Salonlinken eigentlich gründet? Ich kann mich noch sehr gut aus meiner Jugend erinnern, dass die Gesellschaftsanalyse und Geschichtsdeutung des Kommunismus seit Lenin und vielleicht schon vorher, immer als „wissenschaftlich“ bezeichnet wurde und damit suggeriert werden sollte, dass die damit verbundenen Interpretationen objektiv seien. Und damit sind wir bereits auf eine der zahlreichen falschen Mythen des Kommunismus und Sozialismus gestoßen. Denn natürlich kann eine linke Theorie nicht ähnlich „wissenschaftlich“ sein, wie die Naturwissenschaft, was sie insgeheim zu postulieren versucht, sondern ist allenfalls eine empirische „Wissenschaft“, vergleichbar der Naturheilkunde. Dann nämlich, wenn sie gesellschaftliche Phänomene beobachtet, die Gemeinsamkeiten oder Besonderheiten feststellt und versucht daraus Regeln abzuleiten. Nun wissen wir aber spätestens seit der Quantenmechanik, dass das beobachtete Ergebnis nicht unabhängig vom Beobachter gesehen werden kann und so sind auch die festgestellten „Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung des Sozialismus“ nicht unabhängig von jenen zu denken, die die Theorie dafür aufgestellt haben. So wie der, der einen Hammer hat, überall den Nagel entdeckt, wird der „wissenschaftliche Sozialist“ überall die gesellschaftlichen Verhältnisse so sehen, wie sie seiner Theorie entsprechen. Denn natürlich sehen beispielsweise der gläubige Katholik, der konservative Adlige oder aber der Indigene, der zum ersten Mal mit der Zivilisation Bekanntschaft macht, eine vollkommen anderes Bild der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Worauf beruft sich also der Linke, wo liegt sein Berechtigungsnachweis, dass allein seine Sichtweise die objektiv wirkliche oder auch nur die richtigere ist? Es ist faszinierend zu beobachten, dass sich falsche, schädliche Ideen meist schon ganz am Anfang „verraten“, wes Geistes Kind sie eigentlich sind, vielleicht um hinterher im Sinne des höheren Erziehungsauftrages der Menschheit darauf hinweisen zu können: ’Schaut mal, ihr hättet es eigentlich wissen können!’ So beginnt das „Kommunistische Manifest“ von Karl Marx und Friedrich Engels mit dem berühmt gewordenen Satz: „ Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“.Nun wird das Wort „Gespenst“ laut Duden als „Furcht erregendes, spukendes Wesen“ bezeichnet. Aber bitte, wer, der ein einigermaßen gesundes Gefühlsleben sein eigen nennt, möchte schon einem solchen Wesen begegnen und kann man sich im Ernste vorstellen, auf ein solches Gebilde nicht nur ein Gesellschaftssystem, sondern eine ganze evolutionäre Menschheitsentwicklung bis hin zum fantastischen „Reich der Freiheit“, dem erklärten Endzustand des Kommunismus, aufzubauen? Ähnelt ein solch kindisch-größenwahnsinniger Anspruch nicht fatal dem Zauberlehrling der gleichnamigen Geschichte? Ein weiteres berühmtes Wort von Karl Marx ist ebenfalls in die Geschichte eingegangen: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ Wow, die Welt verändern! Was für ein hehrer Anspruch, der dem Vorsatz, gleich die ganze Welt zu retten, schon verdammt nahe kommt. Oder geht es vielleicht auch einen Nummer kleiner? Man fragt sich nur, nach welcher Blaupause möchte man bei dieser Weltveränderung da wohl vorgehen, woran möchte man sich orientieren? Vielleicht am Ende nur an jener aus den Gehirnwindungen unseres kleinen Karlchens aus Trier? Wie viel Elend haben solcherart Fantasien schon über die Menschheit gebracht, bis heute? Im Nachhinein hat die Geschichte Martin Luther Recht gegeben, der seine Religionsreform im Verein mit seinem Landesfürsten Friedrich dem Weisen durchgeführt hat und es haben sich die gewalttätigen Aufstände eines Thomas Münzers und der Bauern gegen die Obrigkeit als fatalen Irrtum erwiesen, der wie alle ähnlichen Versuche im Laufe der Geschichte, immer nur das Gegenteil erreicht haben. Es gibt eine interessante Statistik, nach der alle gewaltfreien „Revolutionen“ langfristig ihre Ziele viel besser erreicht haben als die blutigen. Hätte man doch mehr auf die wirklich Weisen, die von Gott inspirierten, gehört, wie Lao Tse einer war, der in seinem berühmten Tao Te King formulierte: „Das Universum ist vollkommen. Es kann nicht verbessert werden. Wer es verändern will, verdirbt es. Wer es besitzen will, verliert es.“Was für eine Einsicht und gleichzeitig eine Prophezeiung, die mindestens 2500 Jahre alt ist!

So finden wir also bereits ganz am Anfang der sozialistischen Theorie einen fundamentalen Irrtum oder sollte man besser von einem größenwahnsinnigen Täuschungsmanöver sprechen?

Bleiben wir aber einmal bei der Annahme, dass es sich dabei wirklich um eine wissenschaftliche Theorie handeln würde, so solle diese ja per Definition durch das wiederholbare Experiment bestätigt werden. Dann müsste man sich also als nächstes fragen, wo hat sich die Theorie der Entwicklung des Sozialismus, bis hin zum Reich der Freiheit, je in der Wirklichkeit bestätigt? Nun, die praktische Bilanz für alle sozialistischen Gesellschaftsexperimente ist geradezu niederschmetternd. Keine einzige kommunistische oder sozialistische Gesellschaft, die sich bis heute auf der Erde etablieren konnte, hat bis jetzt seinem hehren Anspruch sozial, gerecht oder human zu sein, einlösen können. Im Gegenteil die Versuchsballons der kommunistischen Ideologie brachten nicht nur flächendeckend Misswirtschaft, Unterdrückung, Lethargie, Korruption und Privilegien für eine abgehobene Funktionärskaste, sondern es mussten seit der russischen Oktoberrevolution in verschiedenen Ländern insgesamt an die Hundert Millionen Menschen ihr Leben lassen. Wenn man sich dabei noch vor Augen hält, dass dabei das sowjetische Imperium als die Erben und Ersten, die die theoretischen Thesen eines Marx und Engels praktisch im Großen umsetzten, dieses Experiment gleich ganz zu Anfang mit einem heimtückischen, bestialischen Mord an der gesamten Zarenfamilie, samt ihrer fünf halbwüchsigen Kinder begann, so kann jeder, der ein einigermaßen intakte Empathiefähigkeit sein eigen nennt, selbst ermessen, mit welcher Art von moralischem Gewissen jene Gründer des Bolschewismus ausgestattet gewesen sein müssen, die da schon ganz von Anfang die Macht in Russland an sich gerissen haben. Und diese offenbarten auch hier, wie Marx und Engels, durch die Formulierung mit dem Gespenst des Kommunismus, wes Geistes Kind sie waren, nämlich verhärtete Doktrinisten

 

Tolles Wort!

 

, die jederzeit bereit waren die Menschlichkeit einer Ideologie zu opfern, was die Ursünde jeglicher sozialen Bewegung darstellt.

 

Klasse Gedanke! :-)

 

Es müsste als Résumé dieser sozialistischen Gehirngeburt

 

Super Wort !

 

also letztlich heißen: „Setzen, sechs, durchgefallen!“

Darf man da nicht mit Fug und Recht behaupten, dass ein Mensch, der heute noch an dieser Art von linkem Utopismus festhält, insbesondere auch im Hinblick unserer eigenen deutschen Erfahrung mit dem SED-Regime, sich einfach weigert der Realität ins Auge zu sehen, weil sonst sein schönes Gedankengebäude, in das er seine edelsten menschlichen Motive hinein gepackt hat, vor seiner Nase krachend in sich zusammenstürzen würde? Das Argument, das man daraufhin oft noch zur Verteidigung der sozialistischen Utopie hört, nämlich, dass die Theorie schon in Ordnung ist, sie sei halt bis jetzt immer nur schlecht ausgeführt worden, muss einen dann allerdings endgültig an dem praktischen Verstand eines solchen Menschen zweifeln lassen. Denn wodurch beweist sich denn der Wert einer Theorie? Eben gerade dadurch, dass sie sich in der Praxis bestätigt und bewährt, sonst ist sie bereits per Definition null und nichtig!

Nun könnte man wiederum argumentieren, dass der oder die real existierende „Linke“, sich ja heute in unseren Breitengraden weniger darüber definieren, dass sie nun ernsthaft weiterhin an der Utopie des Sozialismusfest halten würden, sondern sich diese linke Haltung vielmehr in politischen Positionen, wie einer offenen Asylantenpolitik, Anti-Imperialismus, Feminismus und soziale Gerechtigkeit ausdrückt. Nur, dass solche Positionen, wie z.B. auch eine Fundamentalkritik am gegenwärtigen Finanz- und Geldsystem mittlerweile, fast überall auf der Welt, bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Man kann sie inzwischen auch bei katholischen Werte-Konservativen, fortschrittlichen Liberalen oder so genannten „neurechten“ ( was immer dieser merkwürdige Begriff nun auch aussagen mag ) Bewegungen finden. Am Ende bliebe vom Kommunismus und Sozialismus vielleicht nicht mehr übrig als ein geschichtliches Phänomen, das von der Zeit überlebt wurde, vergleichbar dem Nationalsozialismus. Aber ganz so einfach ist es leider nicht.

 

Stark geschrieben.

 

 

Das Phänomen der Verselbständigung einer Ideologie

 

Denn es handelt sich, wie schon gesagt, um eine Ideologie und Ideologien sind nicht nur Ideen, sondern auch Kräfte. Und darum hat jede Ideologie das Potential eine Art Eigenleben zu entwickeln und seine Anhänger zu binden. Und je länger solche Ideologien verfolgt werden und je mehr Menschen sich damit identifizieren, desto stärker sind diese Kräfte, die sich schließlich zu einem regelrechten geistigen Kraftfeld ausweiten können.

 

stark und einfach beschrieben.

 

Dann ist der einzelne zwar an ein solches größeres Kraftfeld angeschlossen, was für ihn auch einen persönlichen Zuwachs an Macht bedeutet, er wird aber auch gleichzeitig davon gebunden und ist nicht mehr frei nach allen Seiten hin, unabhängig zu beobachten, zu werten, abzuwägen und daraus selbständig seine gedanklichen Schlüsse zu ziehen. Vielmehr wird er dazu neigen, die Phänomene der äußeren Realität und soziologische Ideen so zu betrachten und zu interpretieren, wie es ihm seine ideologischen Schubladen vorgegeben. Genau das passiert auch mit den zeitgenössischen Anhängern der linken und linksliberalen Ideologie, die bereits überall in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist. Es ist ihnen bis auf wenige Ausnahmen eigen, dass sie bei diesem Prozess geistiger Verarbeitung mit ihren vorgegebenen Denkschablonen und intellektuellen Tabus, das eigenständige Denken geopfert haben, also dasjenige, was neben der tätigen Nächstenliebe und dem Mitgefühl vielleicht am meisten die Würde des menschlichen Lebens definiert.

 

klasse Definition von Menschenwürde

 

Hinzu kommt noch ein weiteres Phänomen, was die Verhältnisse noch einmal komplizierter macht und das ist das Phänomen des zeitbedingten Wandels einer Ideologie. Ursprünglich entstand der Sozialismus aus der Arbeiterschaft in Folge der sozialen Härten, die mit der Industriellen Revolution zu Ende des 19. Jahrhunderts, einhergingen. Und das blieb auch zu großen Teilen bis in die Zwanziger und Dreißiger Jahre des 20. Jahrhundertsso.Aber schon von Anfang an, also seit den Tagen von Marx und Engels und später dann mit Luxemburg und Liebknecht,bis hin zur Frankfurter Schule eines Adorno, Horkheimer und Herbert Marcuse, als deren hervorragendsten Repräsentanten, waren es bürgerliche Denker und oft gerade die Söhne der Vertreter der industriellen Klasse oder der Bourgeoisie, die zu dem gedanklichen Überbau der linken Ideologie beitrugen. Und wenn man das Ernst nimmt, was Marx postuliert, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt, dann konnte der praktische Sozialismus der Arbeiterklasse per Definition nicht identisch sein mit der theoretischen Sozialismusideologie einer intellektuellen Bourgeoisie. Und so entwickelten sich aus berechtigten, ganz handfesten sozialen Forderungen einer unterprivilegierten Klasse, nämlich der Arbeiterschaft, ein intellektuell-theoretisches Gedankengebäude einer materialistischen Gesellschaftskritik, das nach und nach ein Eigenleben entwickelte und mit den ursprünglichen auf rein praktische Reformen abzielende Forderungen der Arbeiter für die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse, nicht mehr viel zu tun hatte. Und es ergab sich im Laufe der Zeit, dass immer mehr bürgerliche Intellektuelle, die eigentlich den privilegierten Klassen angehörten, die „Philosophie des Sozialismus“, wie man es nun wohl treffender nennen müsste, für sich entdeckt und entsprechend ihrer eigenen Sozialisation und der daraus resultierenden, gedanklichen Innenwelten modifiziert haben. So war es in den Zwanziger bis hinein in die Vierziger und Anfang Fünfziger Jahre bei den Intellektuellen und Künstlern geradezu Mode, sich Kommunist oder Sozialist zu nennen und dies fast flächendeckend in allen westlichen und östlichen Nationen gleichermaßen.

 

Die Frankfurter Schule, der Trojaner im Getriebe des Kapitalismus

 

Diese Entwicklung fand in Deutschland seine spezielle Ausprägung und seine Zuspitzung in der so genannten „Kritischen Theorie der Frankfurter Schule“ mit ihren Hauptrepräsentanten Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse, die allesamt sehr reichen jüdischen Familien entstammten. Es ist heute sicherlich eine Minderheit, denen diese Namen noch geläufig sind oder die dem Begriff „Frankfurter Schule“ auf Anhieb inhaltlich etwas zuordnen können und doch kann man sagen, dass wir alle heute von den Folgen dieser Kopfgeburt betroffen sind. Gustav Radbruch, hat den Satz formuliert: » Jede Idee, die der menschliche Geist erzeugt hat und den Kopf verlässt, also zur “Sprache kommt”, strebt danach, verwirklicht zu werden. Auf dem Wege der Verwirklichung verändert sie das Bewusstsein und die Gesellschaft. «

Oder anders ausgedrückt, wenn irgendwo ein großer Stein ins Wasser geworfen wird, so entstehen dadurch Wellen nach allen Seiten. Jemand der an einem weiter entfernten Ufer steht, sieht und spürt die Wirkung der Wellen immer noch, ohne sehen zu können, woher sie stammen und wie sie entstanden sind.

Diese „Kritische Theorie“ bekam vor allem ihre gesellschaftliche Bedeutung weil sie zur theoretischen Grundlage der Studentenbewegung der Achtundsechziger wurde. Sie definierte sich selbst als eine „atheistische Geschichtsphilosophie, Gesellschafts- und Kulturkritik“und nach eigenen Aussagen „eine alles umfassende, alles erklärende Theorie. Sie will sowohl Religions- als auch Gesellschaftsphilosophie, ebenso Theorie der Menschwerdung (Ontogenese) wie Moralphilosophie, Geschichts-, Kultur-, Musik- und Kommunikationstheorie sein“.Sie stellt den Anspruch, nicht weniger als eine „Theorie der Wahrheit“ zu sein und damit die gesamte vorausgehende Philosophie von Platon und Aristoteles über Thomas von Aquin bis Kant und Hegel zu überbieten und abzulösen.

Wenn wir uns einmal, ohne detailliert auf die Inhalte einzugehen, einfach nur diesen grandiosen Anspruch auf uns wirken lassen, so müsste ein vernünftig denkender, halbwegs lebenserfahrener Mensch, doch schon hier stutzig werden. Wer könnte im Ernst nach ca. Dreitausend Jahren nachweisbarer abendländischen Philosophie und Gesellschaftsgeschichte, mit ihren ganzen Irrungen, Wirrungen, Widersprüchen und Paradoxien aber auch wunderbaren Errungenschaften, behaupten, er alleine hätte nun die objektiv richtige Sicht der Dinge gefunden und alles, was bisher dazu gesagt wurde sei unbedeutend? Wäre es nicht naheliegender, bei einem offenbar in vollem Ernst so formulierten Anspruch, den Schwerpunkt der Einschätzung von der objektiven Wissenschaftlichkeit weg und hin zur Individualpsychologie zu verlagern und dahinter das psychologische Phänomen des Größenwahnes und Realitätsverlustes aus übersteigerter Geltungssucht auszumachen, das bei einem menschlichen Wesen erfahrungsgemäß in dem Maße auftritt, wie es geneigt ist, die Existenz eines höheren Bewusstseins zu verleugnen und stattdessen sich selbst de facto zur Krone der Schöpfung zu erklären?

 

Das Problem einer objektiven Sicht der Dinge

 

Nachdem man sich also über eine solche Anmaßung erst einmal herzlich vor Lachen ausgeschüttet hat oder vor Betroffenheit über eine solche Verblendung erschüttert ist, je nach Veranlagung, müsste man sich vielleicht einmal grundsätzlich fragen ob eine objektive Erkenntnis mithilfe des rein rationalen Denkens überhaupt möglich ist. Und da ist es interessant, dass sowohl eine Geistesgröße wie Immanuel Kant, als auch der “Vater der Quantenmechanik“ Werner Heisenberg, ganz unabhängig voneinander, zu dem Schluss kommen, dass es dem menschlichen Verstand, die Betonung liegt auf Verstand, nicht möglich ist, die Dinge so zu erkennen, wie sie objektiv sind, sondern nur indirekt über unsere Wahrnehmungsorgane in Verbindung mit unserem Gehirn bzw. durch Vermittlung einer Messmethodik. Und dabei befinden wir uns immer noch auf dem Gebiet sinnlich wahrnehmbarer, bzw. „objektiv“ messbarer materieller Phänomene. Um wie viel verschwommener und unschärfer müssen dann so Bereiche werden wie geschichtliche, soziologische oder gesellschaftliche Phänomene, um die es sich bei der „Kritischen Theorie“ ja in erster Linie handelt. Was für eine unsägliche Begrenztheit und Hybris, zeigt sich also bei den Begründern der „Frankfurter Schule“, wenn sie allen Ernstes den Anspruch erheben wollen, „eine alles umfassende, alles erklärende Theorie von Allem“geschaffen zu haben. Ja, da steht tatsächlich „von Allem“!Das Wort alles kommt von Allund nur zur bescheidenen Erinnerung: Die Wissenschaft kann bis heute nicht sagen ob dieses All nun endlich oder unendlich ist. Dass dieser größenwahnsinnige Anspruch dennoch so begierig von einer breiten Strömung der Studentenschaft und nicht wenigen so genannten Intellektuellen und Künstlern aufgenommen und einverleibt wurde, spricht im Nachhinein betrachtet nicht gerade für die Urteilskraft dieser Kreise. Es zeigt sich darin aber noch mehr, nämlich das kindliche Bedürfnis gerade derer, die sich so hochtrabend „Intellektuelle“ nennen, das eigene selbständige Denken zugunsten eines pseudo-totalen Denkgebäudes preiszugeben, das mit dem Anspruch daherkommt, objektiv die Welt erklären zu wollen und deren Thesen dann einfach nur noch nachgebetet werden müssen.


Date: 2016-01-03; view: 314


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