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Worterklärungen und Paraphrasen

1a etwas (=A) haben gegen jdn./ein Tier: jdn./ein Tier nicht mögen/nicht leiden können

1b etwas (=A) haben gegen etwas (=A): nicht einverstanden sein mit etwas (=D), Einwände haben gegen etwas (=A)

2 der Bolzplatz, -es, -plätze (ugs.): der Platz, auf dem man „bolzt“, d. h. ohne System Fußball spielt

3 sich (=A) jdm. aufdrängen: sich(=A)jdm. unaufgefordert anschließen; die Gesellschaft einer Person suchen, ohne daß diese es will; aufdringlich sein

4 eine Menge: viel

5 der Wucherpreis, -es, -e: der viel zu hohe Preis

6 kriegen + A (ugs): bekommen +A, erhalten + A

7 etwas taugen: brauchbar sein, etwas wert sein

8 den Mund halten (ugs.): schweigen, still sein, etwas (=A) besser nicht sagen

9 neulich: vor noch nicht langer Zeit, kürzlich, vor kurzem

10 zufällig: durch Zufall, unerwartet, nicht geplant

11 Wie stellst du dir das denn vor?: Wie denkst du dir das ei­gentlich?

12 in gewisser Weise: in gewisser Hinsicht, in gewisser Bezie­hung

13 jdn. (un)höflich/(un)freundlich/(un)korrekt/gut/schlecht/ ... behandeln: sich (=A) jdm. gegenüber/zu jdm. (unhöf­lich/ (un)freundlich/(un)korrekt/... verhalten

14 es vermeiden, etwas (=A)zu tun: etwas (=A) mit Absicht nicht tun, was man tun könnte; es nicht zu etwas (=D) kom­men lassen

15 die Überlegenheit, -, (o. Pl.): die Fähigkeit, etwas (=A) bes­ser machen zu können als andere; die größere Stärke/Macht im Vergleich zu anderen; die Superiorität, -, -en

16 sich (=A) jdm. gegenüber/gegen jdn. benehmen: sich (=A) jdm. gegenüber/zu jdm. verhalten

17 taktvoll: mit ,,Takt“(gefühl), rücksichtsvoll, diskret

18 jdm. in den Sinn kommen: jdm. ein|fallen; daran denken, et­was (=A) zu tun

19 die Bildung, -, (-en): die Erziehung, die geistige und seelische Formung und das Allgemeinwissen eines Menschen

20 etwas (=N) leuchtet jdm. ein: etwas ist jdm. klar, jd. versteht/ begreift etwas (=A)

21 sich (=A)gewählt ausdrücken: schön/vornehm sprechen, seine Worte gut wählen

22 merken + A: erkennen + A, spüren + A, wahrnehmen + A, bemerken + A

23 achten auf + A: aufpassen auf +A, Rücksicht nehmen auf+ A, acht| geben auf + A

24 aus sehen: einen bestimmten Anblick bieten, einen bestimm­ten Eindruck machen

25a es geht (jdm.) um etwas (=A): es handelt sich um etwas (=A); jd. hat die Absicht, etwas zu tun/zu erreichen

25b Darum geht es ja gar nicht! hier: Das ist ja/doch gar nicht wichtig!/Darauf kommt es ja/doch gar nicht an!

26 hellhäutig/dunkelhäutig sein: eine helle/dunkle Haut haben

27 es kommt auf etwas (=A) an: etwas ist wichtig, etwas ist von Bedeutung

28 jd. stellt etwas (=A) dar: jd. verkörpert/repräsentiert etwas (=A), jd. hat eine bestimmte gesellschaftliche Bedeutung

29 sich (=A) schön bedanken für + A (ugs., ironisch): etwas (=A) nicht wollen/ab|lehnen

30 jdm. etwas (=A) bieten: jdm. etwas (=A) ermöglichen/geben



31 jdm. fällt etwas (=N) auf: jd. bemerkt etwas (=A)

32 eine gepflegte Frau: eine Frau, die auf Kosmetik und schöne Kleider Wert legt

33 vermutlich: was man „vermuten“ kann, wahrscheinlich

34a die Mentalität, -, -en: die Art, zu denken und zu fühlen; die geistige Einstellung

34b Das liegt an ihrer Mentalität.: Das ist auf ihre Mentalität zurückzuführen./Daran ist ihre Mentalität schuld./Der Grund dafür ist ihre Mentalität.

35 ganz schön in der Tinte sitzen (ugs.): in einer ziemlich unan­genehmen Situation sein

36a der Dreck, -(e)s, (o. Pl.) (ugs.): der Schmutz, -es, (o. Pl.)

36b um kommen: durch ein Unglück den Tod finden, ums Leben kommen

36c im Dreck um kommen (ugs.) hier: im Dreck/Schmutz ver­sinken

37 vortrefflich: ausgezeichnet, hervorragend, vorzüglich

38 klappen (ugs.): funktionieren, gut gehen, erfolgreich verlau­fen

39 voran kommen: vorwärtskommen, Fortschritte machen, Er­folg haben

40 wegschaffen + A: weg|bringen + A, abtransportieren + A, entfernen + A, beseitigen + A

41 sich (=A) mit etwas (=D) ab|finden: sich mit etwas (=D) zufrieden| geben, etwas (=A) akzeptieren

42 dazu da sein: die Aufgabe/den Zweck haben, eine Funktion aus|üben, dazu dienen

43 zu gucken + D: zu|sehen + D

44 etwas (=A) von jdm. erfahren: von etwas (=D) Kenntnis er­halten, etwas (=A) von jdm. mitgeteilt/gesagt bekommen


Die Pille

Von Margarete Jehn

 

Sohn: Papa, Charly hat gesagt... Warum guckst1 du denn so?

Vater: Wie guck ich denn?

Sohn: So komisch.

Vater: Quatsch.2 Also - was hat Charly gesagt. Aber beeil dich,3 gleich fängt die Sportschau an.

Sohn: Charly hat gesagt, seine Schwester darf in den Ferien ganz allein mit ihrem Freund wegfah­ren ...

Vater: So, wie alt ist Charlys Schwester denn?

Sohn: Fünfzehn, glaub ich.

Vater: Kann ich mir nicht vorstellen,4 daß Charlys Vater so was erlaubt.

Sohn: Was erlaubt? Du, Papa, was so was?

Vater: Herrgott, frag doch nicht so dämlich!5 Daß der seine fünf­zehnjährige Tochter allein mit ihrem Freund wegfahren läßt, das kann ich mir nicht denken.

Sohn: Wieso, wenn die mit ihrem Freund wegfahrt, ist das doch viel besser. Ich hätte auch Angst, allein im Zelt zu schlafen. Aber wenn es zwei sind!

Vater: So, Charlys Schwester wird mit ihrem Freund im Zelt schlafen.

Sohn: Nicht bloß6 schlafen.

Vater murmelt vor sich hin1: Anzeigen8 müßte man das.

Sohn: Meinst du, man sollte das der Polizei erzählen? Warum soll denn die Polizei das wissen, daß Charlys Schwester mit ihrem Freund in einem Zelt wohnt?

Vater: Warum? Weil so was verboten ist.

Sohn: Wieso gibt es denn dann ein Zweimannzelt, wenn man nicht mal mit zwei Mann drin wohnen darf.

Vater: Wer sagt denn das! Natürlich darf man mit zwei Mann in einem Zweimannzelt schlafen, äh wohnen. Nur müssen es zwei Jungen sein oder zwei Mädchen oder ein Ehepaar, oder zwei Verlobte, wenn’s hochkommt.9

Sohn: Wenn was hochkommt?

Vater: Herrgott! Das sagt man so - wenn’s hochkommt. Das ist ‘ne Redensart.

Sohn: Warum dürfen denn nicht ein Junge und ein Mädchen im Zelt wohnen?

Vater: Komm, frag nicht soviel!

Sohn: Sag doch mal!

Vater: Es hat doch gar keinen Sinn,10 wenn ich dir das erkläre. Das verstehst11 du einfach noch nicht. Das hat was mit Verantwor­tung12“ zu tun.13

Sohn: Ach so. Du, Papa.

Vater: Hm.

Sohn: Was ist Verantwortung?

Vater: Ich trage zum Beispiel die Verantwortung für die ganze Familie;12b das heißt, wenn ihr Blödsinn14 macht, muß ich dafür geradestehen.15

Sohn: Machst du denn keinen Blödsinn, ich meine, hast du bloß die Verantwortung für uns und für dich überhaupt keine?

Vater: Für sich selbst trägt man die Verantwortung sowieso.

Sohn: Charlys Schwester und ihr Freund - was tun die denn im Zelt? Können die nicht selber die Verantwortung für sich tragen?

Vater: Dazu sind sie noch zu jung.

Sohn: Der Freund von Charlys Schwester ist gar nicht mehr jung. Der ist schon achtzehn.

Vater: Aha!

Sohn: Was - aha!

Vater: Aha! Weiter nichts.

Sohn: Wer übernimmt denn jetzt die Verantwortung für die beiden,120 wenn die das nicht selber können?

Vater: Im allgemeinen die Eltern.

Sohn: Und wenn die gar nichts wissen?

Vater: Charlys Eltern wissen also gar nichts von diesem Zeltur­laub. Na ja, überraschen tut’s mich nicht.16 Man muß sich eben auch mit seinen Kindern beschäftigen,17 wenn man über sie Bescheid wissen18 will.

Sohn: Das meiste wissen sie ja. Charlys Schwester hat bloß gesagt, sie fährt mit ‘ner Freundin weg.

Vater: So.

Sohn: Was können die denn schon Schlimmes19 machen in ihrem Zelt. Meinst du, die machen was kaputt? . . . Papa?

Vater: Quatsch!

Sohn: Oder meinst du, die machen vielleicht Feuer?

Vater: Unsinn! Er wird nun sehr ernst.20 Komm mal her. Komm her, hab ich gesagt.

Sohn: Ich?

Vater: Ja, du. So, setz dich da mal hin. Also: Du weißt, Kinder fallen nicht vom Himmel.

Sohn: Weiß ich. Haben wir schon im zweiten Schuljahr gehabt. Was hat das denn mit dem Zelt zu tun?

Vater: Na, wenn ihr das alles schon gehabt habt, dann kannst du dir doch denken, was es damit zu tun hat.

Sohn: Nö.

Vater: Also - wenn ein Junge und ein Mädchen bei Tag und Nacht in einem Zelt zusammen sind - dann kann es schon mal passie­ren, daß ... äh, daß ...

Sohn: Daß die’n Kind machen?

Vater: Daß du mir diesen Ausdruck21 nicht noch mal in den Mund nimmst!22

Sohn: Ich weiß aber nicht, was man sonst dafür sagen kann.

Vater: Du hast überhaupt noch nicht über so was zu reden,23b verstanden?

Sohn: Aber wenn wir es doch in der Schule lernen?

Vater: Ist mir egal, ob ihr es in der Schule lernt oder nicht. Also - wenn ein Junge und ein Mädchen in einem Zelt zusam­menleben, dann passiert es mit Sicherheit...

Sohn: Charlys Schwester nimmt doch die Pille.

Vater: Was weißt du denn schon von der Pille!

Sohn: Wenn ein Mädchen die Pille nimmt, dann kriegt24 es kein Kind.

Vater: Habt ihr das auch schon im zweiten Schuljahr gehabt?

Sohn: Nö, das hat Charly gesagt. Die Pille schmeckt nach nichts.

Vater: So - hat Charlys Schwester dir das erzählt?

Sohn: Nö, wir haben schon mal eine probiert, Charly und ich.

Vater: Sag mal, ihr seid wohl wahnsinnig!25 Weiß Mama das?

Sohn: Nö, warum denn.

Vater: Die Ärzte, die einem fünfzehnjährigen Mädchen schon die Pille verschreiben26 - einsper­ren27 sollte man die.

Sohn: Warum denn? Soll das Mädchen lieber ein Kind kriegen?

Vater: Quatsch. Es soll eben nicht allein mit einem Jungen in die Ferien fahren.

Sohn: Warum denn nicht?

Vater: Warum nicht! Sag mal, hörst du eigentlich zu? Weil solche Gören28 einfach noch zu jung sind und zu dumm für...

Sohn: Für was?

Vater: Na - eben für die Liebe.

Sohn: Wann ist man denn alt genug für die Liebe?

Vater: Wenn man bereit ist, die Verantwortung für sich und das Mädchen zu tragen, dann ist man alt genug. Auf jeden Fall muß man als Mann schon einen richtigen Beruf haben, wenn man sich mit einem Mädchen einläßt.29

Sohn: Warum das denn?

Vater: Damit man das Mädchen dann auch heiraten kann, wenn was passiert.

Sohn: Wenn was passiert?

Vater: Na, wenn das Mädchen zum Beispiel ein Kind kriegt.

Sohn: Aber es kann doch die Pille ...

Vater: Also, jetzt hältst du den Mund!30 Ich will von der Pille nichts mehr hören, verstehst du, kein Wort mehr! Es gehört eben mehr dazu als31 nur die Pille. Man braucht eine Wohnung und ein festes Einkommen,32 wenn man heiraten will.

Sohn: Man muß ja nicht gleich heiraten.

Vater: So - man soll also ein Mädchen... Ach, was reg ich mich auf!33 Du weißt es eben noch nicht besser.

Sohn: Dann sag mir’s doch.

Vater: Im Augenblick34 sage ich nichts mehr. Gar nichts. Nicht jetzt. Jetzt will ich mir nämlich die Sportschau ansehen.

Schaltet den Apparat ein.

 

Sohn: Ist ja noch gar nicht soweit. Als du Mama kennengelernt hast, hattest du da schon eine Woh­nung?

Vater: Als ich deine Mutter kennenlernte, hab ich noch studiert. Da hatte ich nur ein Zimmer. Und deine Mutter durfte mich nicht mal besuchen. Das erlaubte meine Zimmerwirtin nicht. Wir konnten uns nur auf der Straße treffen, oder höchstens mal zusammen in eine Gastwirtschaft oder in ein Kino gehen. So - jetzt fängt’s an. Jetzt mach aber, daß du rauskommst.35 Ich will nicht mehr gestört werden. Wird’s bald!36

Sohn: Ich wollte aber noch was fragen.

Vater: Was denn nun noch ...

Sohn: Wo habt ihr denn euer erstes Kind gemacht, Mama und du. Im Kino?

Vater: Das ist doch ...

Die Ohrfeige sitzt.

 

Fragt man so etwas seine Eltern?

Sohn: Wieso - man kann doch mal fragen! Meinst du, ich weiß nicht, daß meine Schwester ein Viermonatskind ist!

Vater: Rrraus!!

Sohn verschwindet und brüllt38 durch die geschlossene Tür: Wir haben das genau nachgerechnet, Charly und ich!!

« Toor!» tönt es aus dem Fernsehgerät.

 

 

Abweichungen des gesprochenen Textes vom Originaltext:

Z. 4: Na ja, so komisch, (statt: So komisch.)

Z. 20: Na ja, aber wenn’s zwei sind! (statt: Aber wenn es zwei sind!)

Z. 48: Was is’n das Verantwortung? (statt: Was ist Verantwortung?)

Z. 81: Also hör mal zu. (statt: Komm mal her.)

Z. 82: Du, hör mal zu, ... (statt: Komm her, ...)

Z. 84: Jetzt sitz mal bitte’n Augenblick still, (statt: So, setz dich da mal hin.)

Z. 116: ... - eingesperrt gehören die. (statt: ... - einsperren sollte man die.)

Z. 138: ... als die Pille, (statt: ... als nur die Pille.)

Z. 150: Du, wie du Mama ... (statt: Als du Mama ...)

Z. 154: Das erlaubte nämlich meine ... (statt: Das erlaubte meine...)

Z. 158: Na, wird’s bald! (statt: Wird’s bald!)

Z. 166: ... doch wohl mal fragen! (statt: ... doch mal fragen!)

 

 


Date: 2015-12-24; view: 165


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