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Tourismus als Wirtschaftsfaktor

Tourismus als eine der tragenden Säulen der Wirtschaft, ist das Reisen und die damit zusammenhängenden Aktivitäten, insbesondere die Dienstleistungsbereiche, die sich um die verschiedenen Formen des kommerziell ausgerichteten Reisens gebildet haben. Diese Formen werden vor allem von den Interessen der Reisenden bestimmt: Erholungs-, Einkaufs-, Kongress-, Geschäfts-, Bildungs- und Abenteuerreisen sowie Kuraufenthalte sind die wichtigsten Spielarten.

Tourismus oder Fremdenverkehr ist die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächlicher und dauernder Wohn- noch Arbeitsort ist. Die Tourismuswirtschaft (Reisebranche) zählt weltweit zu den größten Wirtschaftszweigen. Für viele Regionen ist der Tourismus zur wichtigsten Beschäftigungsgrundlage geworden.

Der Begriff Fremdenverkehr umfasst auch beruflich oder geschäftlich motivierte Reisen. Dagegen bezeichnet der Begriff Tourismus vorwiegend Reisen, die aus privaten Interessen unternommen werden, insbesondere Urlaubsreisen. In diesem Sinn entwickelte sich erst nach dem 2. Weltkrieg ein Massentourismus, der breite Bevölkerungskreise der führenden Industrieländer zu Weltreisenden machte. Basis dieser Entwicklung sind moderne Verkehrsmittel und die fortschreitende Verbilligung ihrer Nutzungspreise; besonders deutlich ist dies bei Flugreisen zu beobachten. Hinzu kommt die Kaufkraftentwicklung der Währungen dieser Länder, die Aufenthalte beispielsweise in Ländern der Dritten Welt begünstigt. Auf dieser Grundlage haben Tourismusunternehmen weltweit systematisch Urlaubsregionen erschlossen.

Mit dem Tourismus sind zahlreiche andere Wirtschafts-, Gewerbe- und Industriezweige verbunden, u. a. die Gastronomie, der Verkehr oder die Bauwirtschaft. Die Tourismusbranche zählt zu den beständigsten und dynamischsten Wirtschaftsbereichen und hat globale wirtschaftliche Bedeutung. Die Welttouristikorganisation WTO (World Tourism Organization) prognostizierte außerdem, dass der Tourismus zukünftig zum weltweit größten Wirtschaftszweig werden wird, also den Handel mit Erdöl oder Industrieprodukten übertreffen wird. Sowohl in vielen Entwicklungsländern als auch in hoch entwickelten Ländern ist er zu einer Hauptquelle für Einnahmen in fremder Währung geworden.

Die Bedeutung des Tourismus als Devisenbringer sieht man deutlich am Beispiel Indiens und Thailands, wo sich der Tourismus zur größten Devisenquelle des Landes entwickelt hat. Die meistbesuchte Region der Welt ist Europa (weltweit mehr als die Hälfte aller Touristen). Frankreich ist der Staat mit den meisten ausländischen Touristen, gefolgt von Spanien, den USA, Italien, China und Großbritannien. Ein starkes Wachstum zeichnet sich gegenwärtig für touristische Ziele in Südostasien (vor allem China) ab. Die Bundesrepublik Deutschland verbucht 338 Millionen Übernachtungen pro Jahr. Bevorzugt werden dabei die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. 17,9 Prozent der Gäste kommen aus dem Ausland, vor allem aus den Niederlanden, den USA, aus Großbritannien und Italien.



Gleichwohl sind die Einnahmen höchst ungleich verteilt, werden doch 50 Prozent davon in nur sieben Ländern (USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, Österreich) erzielt, während sich die gesamte Dritte Welt (ohne Ostasien/Pazifik) mit fünf Prozent der Einnahmen begnügen muss. Die Einnahmen durch den Tourismus ergeben sich aus primären und sekundären Effekten. Die primären Effekte beinhalten beispielsweise Steuern für die Staaten sowie Löhne für die Angestellten des touristischen Betriebes. Also Einnahmen, die direkt durch die Betriebe in der Tourismusbranche erzielt werden. Sekundäreffekte beinhalten die Einnahmen die indirekt durch den Tourismus ermöglicht werden. Hierzu zählen zum Beispiel Einnahmen von Souvenirverkäufern, gastronomischen Betrieben im Umkreis des Betriebes oder Zulieferer. Also Einnahmen die durch Arbeitsplätze erwirtschaftet werden, die außerhalb der Tourismusbetriebe arbeiten.

Das Wachstum des Tourismus auf internationaler Ebene hat jedoch auch zu Problemen geführt, insbesondere für die gastgebenden Gesellschaften und die Umwelt. Die unkritische Akzeptanz der Vorteile des Tourismus, die bis in die siebziger Jahre vorherrschte, machte seitdem einer kritischen Betrachtung der Rolle des Tourismus in der Entwicklung Platz. Beispiele für Fehlentwicklungen sind die Übererschließung von Küstenregionen am Mittelmeer* und von Gebirgsregionen in Tirol*, die schlechte Planung von Ferienorten wie Pattaya in Thailand, die touristische Erschließung von Wildreservaten in Kenia* und verantwortungsloses Trekking in Nepal*. Die Einwohner von Urlaubsorten wurden häufig mit stark steigenden Preisen konfrontiert, die nur noch von ausländischen Touristen bezahlt werden konnten.

Der Tourismus veränderte nicht selten das Verhalten der einheimischen Bevölkerung: Wo früher noch Gastfreundschaft geherrscht hatte, wurden Touristen bald als „Melkkuh” betrachtet, wurden übers Ohr gehauen oder gar Opfer von kriminellen Attacken. Gerade für Menschen aus der Dritten Welt ist Tourismus immer eine sehr einseitige Angelegenheit, da sie selbst in der Regel nie die Möglichkeit haben, in fremde Länder zu reisen. Unbestritten ist ferner, dass die Tourismusindustrie zahllose Naturschönheiten verschandelte, ja die Natur massiv schädigte (Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung, Lärmentwicklung, Müllerzeugung, Bodenversiegelung etc.).

Zugleich ist der Tourismus aber wie kaum ein anderer Wirtschaftssektor auf eine intakte Natur und Umwelt angewiesen. Je nachdem wie er gemanagt wird, kann er damit auch viele positive Auswirkungen haben. Nicht zuletzt stellt er in einigen Teilen der Erde eine wichtige alternative Existenzsicherung für die lokale Bevölkerung da.

Tourismus stimuliert die ökonomische Entwicklung einer Region und schafft Arbeitsplätze. Für die Bevölkerung bietet sich dadurch eine wirtschaftliche Alternative zu früheren, nicht nachhaltigen Produktionsweisen oder Erntemethoden. Außerdem sind Besucher mögliche Konsumenten von lokalen Landwirtschaftsprodukten oder traditionellen Kunstgegenständen. Für die Bevölkerung erschließt sich damit ein neuer Absatzmarkt für heimische Produkte. In diesem Sinne kann Tourismus auch dazu beitragen, alte Traditionen zu erhalten oder sogar traditionelles Wissen wiederzubeleben. Besucher aus aller Welt können dazu beitragen, dass international ein Bewusstsein für die Schönheit, den Wert und die Schutzwürdigkeit eines bestimmten Gebietes entwickelt wird (z.B. Galapagos-Inseln*). Potentielle Bedrohung eines solchen Gebietes durch Holzeinschlag, Ausbeutung der Bodenschätze oder Infrastrukturprojekte können durch ein breites Interesse und internationalen Druck leichter abgewendet werden. Tourismus fördert den Erwerb von Wissen über das natürliche Ökosystem. Die Umweltbildung kommt dabei nicht nur Touristen zugute, die über die natürlichen und kulturellen Besonderheiten einer Region unterrichtet werden, sondern oft auch der lokalen Bevölkerung, die dadurch eine höhere Wertschätzung für die Einzigartigkeit ihrer Naturräume entwickelt. Das Zusammentreffen verschiedener Kulturen und das Lernen voneinander weckt Interesse und trägt außerdem zu Völkerverständigung und gegenseitiger Akzeptanz bei.

 


Date: 2015-12-24; view: 443


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