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Offener Brief an alle Friedensaktivisten und friedlichen Widerständler 3 page

Menschen mit anderer Meinung sind für diese verirrten Seelen dann nicht nur einfach Bürger mit einer anderen Meinung, die man in einer offenen Gesellschaft, bei der Meinungsfreiheit sogar im Grundgesetz verankert ist, doch eigentlich tolerieren müsste, sie werden zu Volksfeinden gemacht, in die man die ganze eigene Abgründigkeit hinein projizieren kann. Die Gesinnungsunterschiede zwischen einem militanten, aufgehetzten und von den bürgerlichen Linken instrumentalisierten Antifa und einem linksliberalen Gutmenschen, wie sie sich in jüngster Zeit besonders in der Partei der Grünen entwickelt haben, sind dann nur noch graduell, vergleichbar mit den Schöpfern der NS-Ideologie, deren Schreibtischtätern in der Bürokratie und den Handlangern und Leuten fürs Grobe, wie die SA. Ich habe vor kurzem Prinz Chaos, Florian Kirner, einem recht bekannten Vertreter aus der linken Szene und Musikerkumpel von Konstantin Wecker, der sich früh auch unter die Mahnwachen gemischt hatte, über Facebook aufgefordert, sich von den Gewaltauswüchsen der Antifa öffentlich zu distanzieren, worauf er mir mitteilte, da gäbe es nichts zu distanzieren, er sei von Jugend auf bereits Antifaschist gewesen und sich damit im Gegenteil postwendend von mir entfreundete. Einem Andersdenkenden wird dann von solchen Linksfaschisten einfach kurzerhand der Status des „Menschseins“ abgesprochen und er wird zu einer Unperson erklärt, die man ruhig mit allen Mitteln bekämpfen dürfe, ja moralisch verpflichtet sei dies zu tun, und sei es „nur“ in der Faschismus-Light-Variante mit den Mitteln der Verleumdung, Diskreditierung und Verunglimpfung, wie das heute in den Medien und Foren alltäglich geworden ist. Exemplare wie Jutta Ditfurth sind für diese Haltung geradezu die Musterbeispiele. Frei nach dem Motto. „Alle sind Nazis, außer Jutta.“

Den letzten und absoluten Höhepunkt dieser wahrhaft neo-faschistischen Gesinnung und damit gleichzeitig das nicht mehr zu übersehende Menetekel, wo wir bereits in diesem Lande wieder stehen, stellt das Theaterstück „Fear“, eine Inszenierung der Berliner Schaubühne, unter der Regie von Falk Richter dar. Dort werden unter anderem vier Frauen des öffentlichen Lebens, die sich alle in Wort, Schrift und Aktion gegen die Absurditäten des Gender-Mainstreaming, also den per EU-Dekret diktierte Gleichheitswahn der Geschlechter gestellt haben, mit seinen teils absurden Blüten—wie den Sprachgebrauch „Herr Professorin Müller“—, an den Pranger gestellt. Im Kern zielt die Kampagne des Gender-Mainstreamingaber auf eine Aufhebung aller biologisch bedingten Unterschiede zwischen Mann und Frau und auf eine Relativierung, wenn nicht Zerstörung, der bürgerlichen Familie mit Vater, Mutter und Kinder als naturgegebenes Rollenmodell, zugunsten einer Gleichsetzung der Homo-Ehe, inklusive einer Beliebigkeit von x neu kreierten Geschlechtern, die alle als gleichwertig vor dem Gesetz anzuschauen wären. In dem Theaterstück „Fear“ nun, einem unsäglichen Machwerk einer verirrten Theaterkultur, das seine Hasserruptionen mit dem Label „Kunst“ rechtfertigt, werden diese engagierten Frauen mit großflächigem Portraits, bei denen die Augen ausgestochen sind, neben Personen wie Beate Zschäpe und dem rechtsradikalen Massenmörder Anders Brevik vor einem saturierten Publikum an den Pranger gestellt, und als untote Wiederkehrer der „braunen Scheiße“ der Nationalsozialisten verächtlich gemacht. Darüber wurden zur Illustration riesigen Plakate von grünen, ekeligen Zombies ausgestellt und von der Bühne Slogans gebrüllt, wie „diese seien aus Massenvernichtungslagern und Leichenbergen der Schlachtfelder auferstanden“ und „da helfe als Gegenmittel nur noch ihnen direkt ins Gesicht zu schießen und ihr Gehirn auszulöschen“. Die Folge dieser unglaublichen Entgleisungen war, dass auf zwei Protagonistinnen in der Folge insgesamt drei Brandanschläge verübt wurden, wobei zwei Autos vollständig und ein Büro teilweise zerstört wurden. Paradoxerweise wurden diesen Frauen von der Bühne noch lautstark vorgeworfen sie würden „Angst erzeugen, Hass sähen und Menschen vernichten“ und damit der Bock zum Gärtner gemacht. Psychologisch haben wir es hier also mit einer lupenreinen Projektion zu tun, wobei die ekeligen, grünen Zombies eine wesensgleiche Veranschaulichung der hasserfüllten, abgründigen Innenwelt des Regisseurs und Teile seines Ensembles sind. Man kann diesen Ausbruch von ungeschminktem Hass nicht richtig zuordnen, wenn man die diesem Vorgang zu Grunde liegende geistige Dimension nicht mit einbezieht. Dazu muss man wissen, dass es wohl keinen Bereich im öffentlichen Leben unseres Landes gibt, der so von der linken und atheistischen Ideologie der Frankfurter Schule durchsetzt wurde wie das moderne Regietheater. Kein geringerer als Moritz Bleibtreu drückte kürzlich in einem Interview seine persönliche Abneigung gegen diese „Theaterszene“ aus, in dem er davon berichtete, dass er irgendwann als junger Schauspieler keine Lust mehr hatte, auf diese „Typen mit den gelben Fingern von den Selbstgedrehten, die immer so blass und schlechtgelaunt herumsitzen“ würden. Und es ist keineswegs ein bloßer Zufall, dass die angeprangerten Frauen in „Fear“ allesamt sich in ihren politischen Engagement auch ganz bewusst auf christliche Werte beziehen, denn genau darin muss man den Hauptgrund für diesen scheinbar irrationalen Hass suchen, den sie bei Menschen am anderen Ende des moralischen Spektrums auslösen. Dabei spüren diese unbewusst, dass sich bei ihnen jene ethischen Werte, die man altmodisch als das „Schöne, Wahre und Gute“ bezeichnen könnte, schon so weit zurück gezogen haben, dass sie sich von echten „christlich-moralischen“ Werten, wenn sie zudem auch noch mit einer gewissen Lauterkeit einer selbstbewussten Weiblichkeit vorgetragen werden, in ihren verdunkelten Seelen entlarvt fühlen. So haben wir es hier mit nicht mehr und nicht weniger als einer Spielart von moderner Christenverfolgung zu tun, die ja auch von Jesus Christus in seinen Endzeitreden explizitangekündigt worden ist. Ich übertreibe? Nun, wie ist dann zum Beispiel die Hasswelle der bürgerlichen Medien gegen Xavier Naidoo sonst zu erklären, der sich kürzlich gegen den NDR erhob, weil dieser den Sänger als Vertretung Deutschlands beim kommenden ESG auserkoren hatte. Im linksliberalen österreichischen „Standard“ wurde Xavier in einem Kommentar ausdrücklich als „christlicher Sänger“und „Oberkakerlake“ bezeichnet. In der „Offenbarung des Johannes“ist dieses geistige Geschehen in symbolischer Sprache auf den Punkt beschrieben, wenn es da heißt: « Und ich will meinen zwei Zeugen auftragen, im Bußgewand aufzutreten und prophetisch zu reden…..Wenn sie ihren Auftrag als Zeugen erfüllt haben, wird sie das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, bekämpfen, besiegen und töten… Und die Bewohner der Erde freuen sich darüber, beglückwünschen sich und schicken sich gegenseitig Geschenke; denn die beiden Propheten hatten die Bewohner der Erde gequält.» ( Offenb. 11, 3-10 ).Verstehe, wem es gegeben ist!Dabei ist zu beachten, dass es sich um natürlich eine verschlüsselte Symbolsprache handelt, die nicht wörtlich zu nehmen ist. Wenn es also z.B. heißt „töten“, so kann damit in der Sprache des Symbolik auch verleumden oder eben „mundtot“ machen gemeint sein und mit dem „gequält“ ist eindeutig das Gewissen gemeint, dass natürlich auch in den sittlich verkommensten Menschen noch aktiv ist. Ergänzend und um das ganze Bild abzurunden, muss noch gesagt werden, dass die Inszenierung im intellektuell-bürgerlichen Feuilleton durchaus mit selbstgefälligem Wohlwollen bedacht wurde. Und die Friedensbewegung? Haben wir dazu nichts zu sagen? Für mich muss es ganz eindeutig auch zu den Herausforderungen einer zukünftigen, neuen Friedens- und Widerstandsbewegung gehören, dass wir gegen solcherart menschenverachtenden Treibens deutlich unsere Stimme erheben und zum Beispiel mit einer unmissverständlichen Aktion vor der „BerlinerSchaubühne“ Flagge zeigen könnten, dass so etwas in unserem öffentlichen Raum nicht länger geduldet werden kann oder zumindest den betroffenen Frauen unsere Unterstützung versichern und, wenn es sein muss, auch den Rechtsstaat anrufen lassen. Eigenartig wie wenig man doch in solchen Fällen aus dem Jebsen-Shayar-Mährholz-Lager hört. Könnte es sein, dass da eine klammheimliche Freude mit im Spiel ist?



Die wahren Faschisten

War da nicht noch etwas? Ah ja, da fällt mir doch eine gewisse Rosa Luxemburg ein, die doch tatsächlich einmal gesagt haben soll: „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden!“Ja, man muss nicht zwingend mit jemandem immer gleicher Meinung sein, um Verständnis für dessen Positionen entwickeln zu können. Der Ursündenfall jeglicher politischen Ideologie ist, dass sie fast immer eine abstrakte Idee über die Menschlichkeit stellt und von dieser Ursünde ist weitestgehend das ganze linke Lager nach wie vor befallen, wie ein Aussatz. Ich selbst musste es beispielsweise vor Kurzem erst erleben, dass mein eigener Anwalt und Kunde, zu dem ich im Laufe der Jahre ein fast freundschaftliches Verhältnis entwickelt hatte, mir bei einem zufälligen Zusammentreffen in unserer Fußballkneipe plötzlich aus dem Weg ging und partout den Augenkontakt vermied, nur weil ich einige Zeit vorher ihm gegenüber für einige Positionen von Jürgen Elsässer Verständnis gezeigt hatte. Alles was er schließlich mit dieser Reaktion bei mir auslöste, war Mitleid, weil ich ihm förmlich ansehen konnte, wie sehr seine Seele selbst unter diesem erbarmungslosen ideologischen Joch seines Verstandes litt. Wer diejenigen ausschließt oder gar verachtet, die nicht der eigenen Gutmenschen-Ideologie entsprechen, beweist dadurch nur, dass seine nach außen zur Schau gestellte Empathie mit den Unterprivilegierten gar nicht echt sein kann, sondern pharisäerhaft ist, weil die authentische Reaktion auf Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit, so der Gutmensch wirklich darum bemüht wäre, nicht Verachtung und Verfemung, auch nicht Aggression, sondern Trauer wäre. «Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.» ( Matth.5,5 )

Man braucht eigentlich heute nur auf die Sprache und die Körpersprache der Teilnehmer in einer Debatte, Demo oder Talk-Show zu achten, zum Beispiel die Vermeidung von Blickkontakten, verächtliche Gesten, herablassende Worte, aggressive Ausfälle oder angeekelte Gesichtsausdrücke und kann dann sehr leicht erkennen, wer die wahren Aggressoren und wer die Friedliebenden, ja oft sogar die bedauerlichen Opfer von Aggression, Häme und Verleumdung sind, und man hat ein sehr deutliches Bild der Wirklichkeit, auf welcher Seite die Faschisten sind. „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“ ( Ignacio Silone )

Wer sich heute, insbesondere bei den Linken, nicht verbal und in seiner ganzen Haltung klar von Auswüchsen wie „Antifa“ und „Autonome“ und ähnlichen Gruppierungen oder solchen Theater-Machwerken abgrenzt, kann nicht erwarten, dass er ein Teil der neuen, bürgerlichen Friedensbewegung sein kann, weil er dadurch deutlich macht, dass er ( oder sie ) nicht in der Lage ist eine gewaltlose, friedliebende und vor allem realitätsnahe Gesinnung ohne ideologisch kreierte Feindbilder zu akzeptieren.

Der Pyrrhussieg der Linksideologen

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass der Erfolg einer Idee nach Außen überhaupt kein Gradmesser für deren Wahrheitsgehalt ist, sondern lediglich davon abhängt wie stark der ursprüngliche Denkanstoß und die Überzeugungskraft ihrer Urheber ist und wie sehr diese Idee aus der Zeit heraus auf eine rezeptive Resonanz bei einer genügend großen Anzahl von Menschen trifft. Die Ideen der Urheber der „Frankfurter Schule“ fanden diese Resonanz in der Umbruchsphase der Achtundsechziger-Bewegung, hauptsächlich in der Studentenschaft und großer Teile der etablierten Künstler und Intellektuellen der damaligen Zeit. Eines ihrer mächtigstes Propaganda-Instrumente waren dabei das berühmte „Kursbuch“ und die kleinen regenbogenfarbenen Büchlein der „edition suhrkamp“ oder auch „reihe suhrkamp“, die damals in den einschlägigen Buchläden, Treffpunkten und Kommunen überall herum lagen, unter den Linksintellektuellen Kult-Status genossen und wohl in einer Millionen-Auflage Verbreitung fanden. Das war Gehirnwäsche und Indoktrination vom feinsten und dieser Impuls hat sich in den darauf folgenden Jahrzehnten bis heute wie eine Welle mit allen möglichen Brüchen und Wandlungen bis tief in unsere Gesellschaft und Parteienlandschaft hinein fortgesetzt, ohne dass die meisten, die jene Ideen heute im neuen Kleid, z.B. bei den Grünen, verkünden, sich überhaupt noch bewusst sind, woher der Impuls ursprünglich einmal kam. Rainer Langhans, der zur Salzsäule erstarrte Epigone der Achtundsechziger, hat somit nicht Unrecht, wenn er immer wieder mit einer Art spätpubertärer Arroganz im Brustton der Überzeugung hinausposaunt. „Wir haben gewonnen!“

Nur ist dieser Sieg ein Pyrrhussieg. Denn er war nicht gut für die Entwicklung einer demokratischen, offenen, emanzipierten Gesellschaft ohne Denkverbote. Wenn man zurück schaut in die Siebziger Jahre und das politische Klima auf allen Ebenen, insbesondere was Verständnis, Toleranz und Wohlwollen dem Anderen gegenüber mit heute vergleicht, dann haben wir uns eindeutig zurück entwickelt, ja wir sind auf dem besten Weg in eine Gesellschaft der Meinungsgleichschaltung im öffentlichen Raum. Wehe jemand wagt es, zum Beispiel in der Familien- und Frauenpolitik oder in der Frage der Homo-Ehe, eine andere Meinung zu vertreten, als die „politisch korrekte“der kann getrost davon ausgehen, dass er nicht lange warten muss, bis er sich als Rechtspopulist, Rassist oder gleich als Nazi bezeichnet sieht.

Vieles erinnert bereits fatal an den Beginn der von vielen Weisen und Sehern voraus gesagten Kampf „aller gegen alle“und für mich gibt es keinen Zweifel mehr, dass wir da bereits angekommen sind, wenn ich mir nur einmal vor Augen halte, was regelmäßig passiert, wenn zum Beispiel die Pegida oder die AFD ihr staatlich garantiertes Recht auf Versammlung- und Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen. Ich bin selbst vor einigen Monaten zwischen die Fronten geraten, als Lutz Bachmann und die Pegida auf dem Marienplatz in München eine angemeldete Versammlung abhalten wollten. Seine Ansprache ging in einem wahren Inferno aus Schmähparolen und Hassgeschrei, gepaart mit ohrenbetäubenden Trillerpfeifenlärm unter. Sie waren förmlich eingepfercht in einem kleinen Areal, umgrenzt von Zäunen und beschützt von einem massivem Polizeiaufgebot und die Stimmung war so hasserfüllt und aufgeladen, dass man als normal empfindender Mensch Angst bekommen musste. Und wer befand sich diesseits der Zäune, wer störte auf so ekelerregende Weise das per Grundgesetz verfasste Recht auf Versammlungsfreiheit? Unsere Gutmensch-Bürger aus der Mitte der Gesellschaft, allen voran die Bürgermeister und Stadträte Münchens, begleitet von der unvermeidlichen politisch-korrekten Künstler-Einheitsfront und den ewig-gestrigen Gewerkschaftlern, Seite an Seite mit der aufgehetzten Horde der verblendeten und verführten jungen Antifas, die wohl einer genau ausgeklügelten Strategie gemäß, extra dazu eingesetzt worden sind, damit es in diesem Land rechts von der CSU keine Partei mehr geben soll. Was für ein abscheuliches, unwürdiges Schauspiel in aller Öffentlichkeit sich da abspielte und jene die sich für so etwas hergeben, scheinen noch nicht einmal zu merken, dass sie sich damit gerade in vor aller Augen als reine Antidemokraten geoutet haben. «Wer Augen hat zu sehen, der sehe ». Ja gerade diese Leute, die für sich in Anspruch nehmen wollen die Antifaschisten zu sein.

Gesellschaftsexperten, die in vielen Ländern unterwegs sind bestätigen uns bereits, dass in keinem anderen Land in Europa so feindselig im gesellschaftlichen Dialog miteinander umgegangen wird wie gerade in Deutschland. Dass das so ist, hat nach meiner Einschätzung aber noch einen anderen gewichtigen Grund, außer dem giftigen Einfluss der Frankfurter Schule. Natürlich hängt dies auch mit der Art und Weise der kollektiven ( Nicht )-Verarbeitung des nationalen Traumas unserer nationalsozialistischen Vergangenheit zusammen. Die heute so viel gepriesenen Achtundsechziger in Deutschland trugen die Nazi-Ideologie, die sie außen so vehement bei Ihren Vätern anprangerten, als Sprösslinge von diesen, in verdrängter Form selbst in sich. Das zeigte sich vor allem in der Verbissenheit mit der sie ihre Debatten führten und der Unerbittlichkeit, wie sie mit vermeintlichen Gegnern oder Abweichlern schon damals umsprangen. Dieser unerlöste Nazi-Geist führte dann letztlich auch zu dem Phänomen des RAF Terrors mit seinem typisch deutschen Gesicht.

 

Die übernommene Sündenbockfunktion der Deutschen

Und in diesem Zusammenhang sehen wir auch bei der Betrachtung der deutschen Wesensart ein gar seltsames Paradox. Einerseits gibt es wohl weltweit keine andere Nation, die sich auf diese zwanghafte, fast schon masochistische Art und Weise darum bemüht, die dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten, wie die Deutschen. Siebzig Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges kann man immer noch jeden Tag mindestens einen, meist aber sogar mehrere Berichte, im deutschen Fernsehen zur deutschen Nazi-Vergangenheit sehen. Das könnte man oberflächlich betrachtet erst einmal als löblich bewerten, wenn das Ganze nicht einen so merkwürdig würdelosen Charakter von Selbstbezichtigung, ritualisierter Sündenbock-Haltung und vorauseilendem Gehorsam gegenüber den Siegermächten, insbesondere den U.S.A. und Großbritannien, hätte. Weil das ganze Selbstbezichtigungsgehabe natürlich nicht wirklich authentisch, sondern verlogen, pharisäerhaft und schwächlich ist, deshalb fehlt ihm auch der freisprechende Aspekt, der jeder echten Buße ja irgendwann folgen sollte. Unter der Oberfläche verbirgt sich dabei immer noch das verdrängte schlechte Gewissen zum Volk der Holocaust-Mörder zu gehören, eine Sichtweise auch auf die Spätgeborenen, die wir Deutschen uns gesamtgesellschaftlich nicht zuletzt durch die Geschichtsschreibung der Siegermächte haben aufzwingen lassen und genau dieses unterbewusst weiter getragene schlechte Gewissen kommt nun in unserer Zeit in dieser merkwürdigen Mutation des „Gutmenschen“ wieder zum Vorschein, als ein allerdings untauglicher Versuch des kollektiven Unbewussten sich so von der Schuld unserer Väter endlich befreien zu können. Und damit bleibt das ganze deutsche Volk in einer Art fortlaufender Sippengesinnungshaft gefangen. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass, weil Geschichtsschreibung naturgemäß immer diejenige der Sieger ist, wir gezwungen sind, eine solcherart von außen aufgezwungene Sichtweise der geschichtlichen Fakten als die einzige Deutungsmöglichkeit unserer eigenen Geschichte zu schlucken, „alternativlos“ sozusagen. Bei einer solchen Weise der Lesart kommt dann als ein alles überragendes Résumé heraus, nicht nur, dass es „niemals in der menschlichen Geschichte ein größeres Verbrechen als den „Holocaust“ gab, für den selbstverständlich alle damals lebenden Deutschen gleichermaßen mitverantwortlich waren, sondern es wäre auch kein anderes Volk als die Deutschen zu solcherart abscheulichen Verbrechen überhaupt fähig. Alle anderen Genozide und Völkermorde, z.B. die der Amerikaner an vermutlich ca. sechzig Millionen Indianern, das Wüten Lenins, Stalins oder Maos am eigenen Volk, der Genozid der Türken an dem Armeniern, die Ausrottung von Millionen Indianer in Mittel- und Südamerikaner durch Spanier und Portugiesen, die Schneise der Verwüstung die das Britische Empire in der Dritten Welt hinterließ, inklusive der Errichtung von Konzentrationslagern auch für Frauen und Kindern, der Abwurf der beiden Atombomben über Hiroshima und Nagasaki der U.S.A. mit wahrscheinlich mehr als 200 000 Toten und den damit verbundenen Spätfolgen bei Hundertausenden von Menschen, nichts von alledem wäre, nach der hochoffiziellen, staatlich verordneten, politisch-korrekten Sichtweise, auch nur annähernd mit den Gräueltaten der Deutschen im Dritten Reich vergleichbar. Ja die Verbrechen der Nazis hätten überhaupt eine ganz andere, nie da gewesene Qualität, mit anderen Worten, wenn es um Bosheit und Abgründigkeit geht, haben wir Deutschen weltweit ein Alleinstellungsmerkmal. Wenn man das so direkt beim Namen nennt, muss das fast schon, selbst für einen eingefleischten „Politisch-Korrekten“, wenn er sich ein Mindestmass an Urteilsvermögen bewahrt haben sollte, irgendwie merkwürdig klingen. Und doch ist es ziemlich genau das geschichtliche Bild der Deutschen, das nicht nur große Teile der Welt von den U.S.A. und Großbritannien übernommen haben, es ist auch, wenn wir zur Nachkriegsgeneration gehören, das Bild, das uns selbst auch von klein auf, bis zum heutigen Tag, von uns Volk der Deutschen aufgezwungen wurde. Jeder der sich nur ein wenig mit psychologischen Mechanismen beschäftigt hat, und auch Welt- und Gesellschaftspolitik bestehen zu siebzig bis achtzig Prozent aus Psychologie, wird leicht verstehen, dass sich eine solche Selbsteinschätzung nicht günstig auf das psychosoziale Gleichgewicht einer Nation auswirken kann. Psyche und Geschichte haben beide gleichermaßen einen eingebauten, selbst regulierenden Mechanismus für Objektivität und Gerechtigkeit und so musste sich im kollektiven Unbewußten der Deutschen natürlicherweise über kurz oder lang massiver Widerstand regen, der genau das bewirkt, was man gerade durch den Selbstbezichtigungskult vermeiden wollte, ein übersteigerter Nationalstolz, mit einer damit einhergehenden Verbrämung und Verdrängung jener unstrittig finstersten Epoche der deutschen Geschichte. Diese nationalistische Gegenbewegung ist gerade heute wieder im ganzen Lande bemerkbar, mit seinen ganzen hässlichen Begleiterscheinungen wie Antisemitismus, Rassismus und tumber Fremdenfeindlichkeit.

Deutsche Vergangenheit: Fürsprecher aus Wahrheitsliebe und Ankläger aus Eigennutz

 

Auf der anderen Seite melden sich in der Geschichtsschreibung des 20. und 21. Jahrhunderts immer mehr Stimmen zu Wort, bezeichnenderweise häufig gerade von nicht deutschen Quellen, die alles, was von der „offiziellen“ Siegergeschichtsschreibung verzerrt, weggelassen oder schlicht gefälscht wurde, wieder anhand von harten und unumstößlichen Fakten, z.B. Originaldokumenten, ins rechte Licht zu rücken versuchen. Kein geringerer als Vladimir Putin musste sich vor einigen Jahren wieder einmal, wenn auch wahrscheinlich ungewollt, als Anwalt der Deutschen betätigen, als er öffentlich die Polen ermahnte, es wäre an der Zeit manche Legenden, insbesondere jene von der Alleinschuld der Deutschen am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, zu revidieren. So wie es ja jüngst schon in der Einschätzung des ersten Weltkrieges, hundert Jahre danach, auch selbst in der Mainstream-Literatur, wie etwa durch Werke wie „ Die Schlafwandler“ von Christopher Clark vollzogen wurde.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, was ich jetzt damit bei manchen unserer politisch korrekt geeichten Zeitgenossen für Reflexe auslösen werde. Aber darin besteht eben gerade die Natur eines Tabus, und um nichts anderes handelt es sich in Bezug auf das Wie und Warum der Nazi-Vergangenheitund die Schuldfrage des Zweiten Weltkrieges, weil es buchstäblich unter Androhung von gerichtlicher Strafe und gesellschaftlicher Ausgrenzung auf keinen Fall in Frage gestellt werden darf, selbstverständlich ohne jede weitere inhaltliche Begründung. Für Menschen mit dem einfachen Weltbild einer Jutta Ditfurth habe ich mich natürlich jetzt als Nazi und „glühender Antisemit“ geoutet, wenn nicht noch schlimmer, auch wenn ich in aller Bescheidenheit darauf hinweisen muss, dass mein Vater als Widerstandskämpfer der ersten Stunde neun Jahre im KZ zugebracht hat. Was allerdings kein Argument sein dürfte, ich sehe es ein, schließlich soll es ja auch Schwarze in Südafrika gegeben haben, die für die Apartheid waren. Doch muss in diesem Zusammenhang auch einmal die einfache Frage erlaubt sein, wem es eigentlich am meisten nützt, dass diese Deutung unserer Vergangenheit, so ist, wie sie heute allgemein verbreitet und gleichsam in Stein gemeißelt wurde. Da braucht es nicht viel und man kommt auf die Briten, die Amerikanern und vor allem Israel! Alle Deutschen werden sich dann nämlich schlicht bis zum „Sanktnimmerleinstag“ schuldig fühlen müssen und deshalb allen Bitten unserer westlichen „Freunde“ weiterhin auf fast kriecherische Weise entgegenkommen. Da drückt man dann z.B. beim flächendeckenden Ausgespähtwerden, dem kriegsverbrecherischen Bombardement im Gaza gegen die Zivilbevölkerung, dem Drohnekrieg von deutschem Boden aus, oder Waffenlieferungen in Länder die Krieg führen und schüren und ähnlichen Kavaliersdelikten schon mal ein oder zwei Augen zu und schaut gerne auch bei den kriegstreiberischen Machenschaften der neuen Alliierten in der Ukraine beharrlich weg oder wirft sogar noch selbst den staatlich gelenkten Propagandaapparat von Parteien und gleichgeschalteten Medien an. Vermutlich ist in dem kollektiven Unterbewusstsein der Deutschen das schlechte Gewissen und die Sündenbockmentalität einer der Hauptwesenszüge und da schafft es der gequälten Seele eine willkommene Erleichterung, wenn man sich dann zum Beispiel in der Flüchtlingspolitik und der Asyldebatte auf der Seite der “Guten“ einreihen kann. Und dafür muss dann schon mal auch der gesunde Menschenverstand und das logische Denken geopfert werden. Das erinnert an die durch Max Weber berühmt gewordene Analyse des calvinistischen Geistes, deren Vertreter sich durch ihre abstruse und grausame Prädestinationslehre ihr Gewissen selbst so unter Druck setzten und ihr tief inneres Gefühl des Unerlöstseins dadurch kompensieren wollten, indem sie sich mithilfe ihrer „protestantischen Arbeitsethik“ und ihrer daraus ergebenden materiellen Überlegenheit, ihres Auserwähltseins immer wieder aufs Neue selbst augenscheinlich beweisen mussten. Interessanterweise zeigen genau in der Schuldfrage der Deutschen an den beiden Weltkriegen diese moralisch untadeligen deutschen Gutmenschen ihre wahre Gesinnung. Wenn man nämlich darauf hinweist, dass gerade im zweiten Weltkrieg die Alliierten ebenfalls verachtenswerte Kriegsverbrechen im ganz großen Maßstab begangen haben, zum Beispiel durch den Bombenkrieg der Engländer auf Dresden, als der Krieg praktisch schon entschieden war, und sich Hunderttausende von deutschen Flüchtlingen aus dem Osten in der Stadt aufhielten oder die Massenvergewaltigung an deutschen Frauen, eben nicht nur durch die Russen, oder die bis heute immer noch fast unbekannte Tatsache, dass in den gigantischen Kriegsgefangenlagern der Amerikaner und Franzosen in den Rheinwiesen, bei denen unter völliger Missachtung der völkerrechtlichen Regelungen der Hager Landkriegsordnung ca. viertausendfünfhundert deutsche Kriegsgefangene, unter teilweise schlimmeren Bedingungen als in den deutsche KZs, elendiglich verreckten, viele davon verdursten (!) mussten oder auch der unfasslichen Zahl von ungefähr zweihundertfünfzigtausend ermordeten Sudetendeutschen durch die Tschechen, dann hört man reflexartig und scheinbar völlig gefühllos das Pseudo-Argument: ‚Nun ja , schließlich haben die Deutschen ja den Krieg begonnen.’Abgesehen, dass eine solche Bemerkung die Empathielosigkeit seiner Urheber im Angesicht dieses gigantischen Leides verrät, ist sie als Argument logisch ebenso schlüssig ist, wie wenn ein Mann vor Gericht, der gerade in einem Revancheakt das Haus seines Nachbarn niedergebrannt hat, argumentiert: ‚ Aber Herr Richter, mein Nachbar hat aber angefangen!’ und damit auf mildernde Umstände plädiert. Moralisches Verhalten ist letztlich nicht gegeneinander aufrechenbar und Menschenrecht bleibt Menschenrecht in allen begleitenden Umständen. Jemand der die Kriegsschuld von beiden Parteien mit einer solchen verachtenswerten Doppelmoral abhandelt, verrät damit nur, dass seine Pseudo-Empathie, dann auch heute mit den armen Asylanten, zum großen Teil auch nur geheuchelt sein kann. Es ist kein wirkliches Mitgefühl sondern die nach außen zur Schau gestellte Pose des Mitgefühls. Die Reaktion eines echt Gerechten auf Gewalt und Unrecht jeglicher Art ist nicht Doppelmoral, auch nicht Anklage und schon gar nicht Aggression, sondern Trauer und tiefes Mitgefühl.


Date: 2015-12-17; view: 129


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