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Unterhaltung und Kultur

Im Freizeitangebot wird häufig zwischen Kultur und Unterhaltung unterschieden. Die Trennung dieser beiden Aspekte zu konkretisieren, ist jedoch kaum möglich, weil kulturelle Einrichtungen – zu denen neben Theatern und Museen u. a. auch Hörfunk und Fernsehen gezählt werden – auch zur Unterhaltung beitragen. Es stellt sich die Frage, inwieweit die Massenkommunikationsmittel bereits die traditionellen Kultureinrichtun­gen verdrängt haben.

Theater

In der Spielzeit 2008/2009 gab es in 122 Gemeinden in Deutschland 149 Theaterunternehmen mit 744 Spielstätten und 260 000 Plätzen. Bezogen auf die Bevölkerungszahl dieser Gemeinden entspricht das einem Platzangebot von 10 je 1000 Einwohner. Die insgesamt rund 64 000 Aufführungen verzeichneten rund 19 Mill. Besucherinnen und Besucher (einschl. Besuchen, die nicht nach Sparten gliederbar sind), also durch­schnittlich rund 304 je Veranstaltung.

Mit rund 5,8 Mill. Zuschauerinnen und Zuschauern lagen Opern und Ballette bei den Besucherzahlen an der Spitze. Es folgten Schauspiele mit 5,7 Mill. Operetten und Musicals mit 2,6 Mill. Besuchern. Kinder- und Jugendstücke sahen sich 2,4 Mill. Personen an. Für die Konzerte der Theater­orchester interessierten sich 1,3 Mill. Besucherinnen und Besucher

Die öffentlichen Theater erhalten zur Deckung ihrer laufenden Kos­ten seit jeher Zuschüsse - insbesondere von Ländern und Städten. Der An­teil der Ausgaben, den sie aus eigenen Einnahmen, also im Wesent­lichen aus dem Kartenverkauf, finanzieren können, wird immer geringer. Machten die eigenen Betriebseinnahmen 1969/70 noch 26 % aus, betrug das Einspielergebnis 2003/2004 in Deutschland nur noch 18 %. In der Spiel­zeit 2002/2003 lag der Zuschuss je Besucher im Durchschnitt bei 96 Euro.

Die fast 47 000 Veranstaltungen der 217 Privattheater (Spielstätten) in Deutschland hatten 2003/2004 rund 11,8 Mill. Besucherinnen und Besucher.

Kino

Die höchsten Besucherzahlen hatten die Filmtheater im früheren Bundesgebiet in den Jahren 1954 bis 1958 mit jährlich mehr als 700 Mill.; das waren rechnerisch 14 bis 15 Besuche je Einwohner im Jahr. In der ehemaligen DDR wurden 1957 rund 320 Mill. Filmbesucherinnen und -besucher gezählt. In den darauf folgenden Jahren ging der Kinobesuch zurück. 2005 wurden von den Kinos in Deutschland 127 Mill. Besucherin­nen und Besucher registriert; das waren zwei Filmbesuche je Einwohner im Jahr. Die Zahl der ortsfesten Leinwände (Filmtheater) in Deutschland betrug 2009 insgesamt 4687. Sie verfügten über durchschnittlich 186 Sitzplätze.

Museen

Einen bedeutenden Faktor im kulturellen Leben stellen die 4 878 Museen und ähnliche Einrichtungen unterschiedlicher Fachgebiete und Trägerschaften in Deutschland dar. Sie zählten 2009 insgesamt rund 103 Mill. Besuche. Den größten Zuspruch fanden 2009 die Kunstmuseen mit rund 19,1 Mill. Besuchen sowie die Volks- und Heimatkundemuseen mit 17,1 Mill. Besuchen.



Fernsehen und Hörfunk

Es gibt kaum noch einen Haushalt in Deutschland, der nicht über Hörfunk- und Fernsehgeräte verfügt. Zum Jahresende 2004 waren im Bundes­gebiet nach Angaben der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) der öffent­lich-rechtlichen Rundfunkanstalten rund 42 Mill. private Hörfunk- und Fernsehempfänger angemeldet.

Insgesamt waren die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten 2004 mit rund 515 000 Stunden auf Sendung. In den Hörfunkprogrammen nahmen 2004 Musiksendungen mit rund 56 % der Sendezeit den breitesten Raum ein. Information und Service strahlten die Landesrundfunkanstalten zu rund 29 % aus; 7 % der Zeit widmeten die Rundfunkanstalten den Kultur- und Bildungsprogrammen und 8 % der Sendezeit entfielen auf die Unterhaltung. Der Werbefunk nahm etwa 1 % der Sendestunden in Anspruch.

Für das Fernsehen liefert das ZDF eine Aufgliederung nach einzelnen Programmbereichen (Kategorien). Im Jahr 2006 überwog Information mit 50 % der Sendezeit, gefolgt von Fiktion (rund 30 %) sowie Sport und Kinderprogramm (jeweils 6 %).

Bücher und Bibliotheken

Trotz veränderter Informationsmögligkeiten, die aus der zunehmen­den Verbreitung der elektronischen Medien resultieren, haben Bücher ihre Bedeutung als Quelle des Wissens und der Unterhaltung nicht eingebüßt. Hiervon zeugen insgesamt 78 082 Buchtitel, die im Jahr 2006 als Erstauf­lage ermittelt wurden, darunter 6 333 Taschenbücher und 6 132 Über­setzungen ins Deutsche.

Nach Sachgruppen gegliedert, entfiel im Jahr 2009 der größte Teil der Erstauflagen auf Literatur (33 %) und Sozialwissenschaften (22 %). Es folgten Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften (16 %), Belletristik (15 %) sowie Künste und Unterhaltung (13 %).

Der Zugang zur Literatur wird durch die Einrichtungen des Biblio­theks­wesens erleichtert. 2004 gab es in Deutschland 9 025 öffentliche Bib­lio­theken mit einem Bestand von rund 126 Mill. Medieneinheiten (insbe­sondere Bücher und Zeitschriften, aber auch Schallplatten, Kassetten, CDs, Spiele u. a.). Es wurden rund 346 Mill. Entleihungen an 9,1 Mill. Biblio­theks­benutzerinnen und -benutzer registriert. Die 1 118 wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland verfügten 2009 über 244 Mill. Bände und Dissertationen. Auf 3,1 Mill. Bibliotheksbenutzerinnen und -benutzer entfielen dabei knapp 81,9 Mill. Entleihungen.


Date: 2015-12-11; view: 221


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